Kurs

In 19 Einheiten zur perfekten Babysitterin

Die Teilnehmerinnen des Kurses trainierten mit Kinderkrankenschwester Monika Käsbach-Zilles und einer Babypuppe den Umgang in Notsituationen.
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Die Teilnehmerinnen des Kurses trainierten mit Kinderkrankenschwester Monika Käsbach-Zilles und einer Babypuppe den Umgang in Notsituationen.

Kurse im Katholischen Familienzentrum erfreuen sich großer Beliebtheit.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Monika Käsbach-Zilles zupft die Hose der Babypuppe zurecht. Dann blickt sie in die aufmerksame Runde. „Was können wir tun, wenn sich ein Kleinkind beim Essen verschluckt?“, fragt sie. Die Antwort gibt sie schließlich selbst und nimmt die Babypuppe in den Arm. Es ist ein sanfter, aber bestimmter Griff, den sie den jungen Frauen in der Runde zeigt. Die sehen genau hin – und probieren es schließlich selbst. „Es ist gut, wenn wir auf ganz verschiedene Situationen vorbereitet sind“, sagt Nele Vogt und deutet auf die Babypuppe. Genau deswegen hat sich die 16-Jährige auch zum Babysitterkursus des Katholischen Familienzentrums angemeldet. „Ich habe bisher wenig Erfahrung mit Kindern und will für jeden Fall gerüstet sein“, sagt sie.

Wie Nele geht es auch sechs anderen jungen Frauen, die sich für den Kursus eingeschrieben haben. Die einen haben in der Schule von der Möglichkeit gehört, die anderen in der Gemeindegruppe. Eines verbindet sie alle: Sie würden gerne als Babysitterin im Einsatz sein – und wollen nicht unvorbereitet starten.

Das Angebot des Familienzentrums ist nicht neu: Regelmäßig lädt Nicola Brinkmann gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk im Rheinisch-Bergischen Kreis die Jugendlichen zur Schulung ein. Meistens kommen ausschließlich Mädchen. „In 19 Einheiten geht es dann um ganz praktische Tipps für den Einsatz als Babysitterin“, erklärt Nicola Brinkmann vom Familienzentrum, „aber auch um juristische Fragen.“ Die meisten Einheiten bestreitet Erzieherin Iris Anand mit den Jugendlichen. Heute aber übernimmt Kinderkrankenschwester Monika Käsbach-Zilles. Sie ist vom Bildungswerk beauftragt worden, um mit den Teilnehmerinnen medizinische Fragen in den Blick zu nehmen. Wie wird ein Verband angelegt? Wann wird es brenzlig? Oder eben: Wie kann ich helfen, wenn sich ein Kind verschluckt hat?

„Für mich bedeutet dieser Kursus, dass ich viel mehr Sicherheit bekomme“, sagt Cathrin Müller, „und wir erhalten hier auch schon einen richtigen Einblick in den Alltag und die Entwicklung der Kinder.“ Die jungen Frauen haben mit Iris Anand selber Babybrei gekocht und haben dann einen Produktvergleich gewagt mit den Gläschen aus dem Handel. „Selber machen schmeckt meistens besser“, hat Elena Thora festgestellt. Und gleich danach sei es um Streitigkeiten unter Kindern gegangen: Wie können Erwachsene helfen, wenn sich die Kinder mit der Sandschüppe schlagen? „Es ist gut, dass wir richtig konkrete Situationen angesehen haben“, sagt Elena Thora. Sie nehme aus der Lektion vor allem eines mit: Ruhig bleiben und mit den Kindern reden.

Übrigens haben die Teilnehmerinnen auch eine kurze Einheit dazu, wie sie mit den Eltern ins Gespräch kommen – etwa über die Vergütung oder den Abschluss eines Vertrags.

Nach ihrem Einsatz ermöglicht den jungen Frauen das Familienzentrum die Aufnahme in die Babysitter-Kartei, die in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Kindergarten entstanden ist. Wer sich in die Datei aufnehmen lässt, bekommt auch einen Teil der Kursgebühr erstattet.

Viel Überredung brauchen die Teilnehmerinnen aber ohnehin nicht, sie freuen sich über die Möglichkeit, so in das Blickfeld der Kindergarteneltern zu gelangen. Suchen Mütter und Väter dort eine Babysitterin für ihre Jüngsten, dann können sie sich in der Kartei umsehen und dort auf die ausgebildeten Babysitterinnen treffen – die schon voller Vorfreude auf ihren Einsatz warten.

Hintergrund

Idee: Die Katholischen Familienzentren nehmen Familien in ihren Lebenssituationen in den Blick – und wollen Begleitung in Lebens- und Glaubensfragen anbieten. Die Knotenpunkte sind die katholischen Kitas.

Programm: Vom Eltern-Kind-Café bis zum Selbstbehauptungskursus: Das Angebot des Familienzentrums ist breit.

www.gl-gutes-leben.de

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