Pandemie

Impfzentrum entsteht in Rhein-Berg-Galerie

Noch wird ausschließlich getestet, aber bald schon soll geimpft werden. Archivfoto: Christian Beier
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Noch wird ausschließlich getestet, aber bald schon soll geimpft werden.
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Bis Dezember soll die Logistik in der Bergisch Gladbacher Innenstadt fertig sein570 digitale Endgeräte für Lehrer und bedürftige Schüler sind bestellt.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Das Impfzentrum des Rheinisch-Bergischen Kreises soll in der Rhein-Berg-Galerie im Zentrum Bergisch Gladbachs entstehen. Das berichtet Birgit Bär als Sprecherin des Krisenstabes auf Nachfrage. Wie Bär mitteilt, soll dafür die gesamte untere Etage des Einkaufszentrums dienen.

Derzeit befindet sich nach WGA-Informationen noch ein Elektromarkt im besagten Untergeschoss, der aber im Begriff ist, dort auszuziehen. „Wir haben den Auftrag, noch im Dezember mit der Logistik fertig zu sein, und das werden wir auch schaffen“, unterstreicht Birgit Bär. Immer wieder hätte es in den vergangenen Tagen Nachfragen von Bürgern gegeben, wo denn nun das rheinisch-bergische Impfzentrum entstehe. „Andere Städte waren vielleicht mit ihrer Informationspolitik schneller. Aber wir haben uns genauso akribisch vorbereitet“, sagt Bär.

Viele Immobilien und Grundstücke seien in den vergangenen Wochen als mögliche Standorte dem Kreis angeboten worden. „Von der Sporthalle bis zum leerstehenden Firmengebäude“, so die Krisenstabs-Sprecherin. Das geräumige Untergeschoss des Einkaufszentrums erfülle indes sämtliche Bedingungen. Unter anderem: gute Erreichbarkeit und gute Infrastruktur.

„Wir bedauern, dass wir nicht noch eine entsprechende Lösung für den Nordkreis gefunden haben“, räumt die Sprecherin ein. Denn: Die Menschen aus Burscheid oder Wermelskirchen müssen aus heutiger Sicht für eine Impfung den Weg in die Kreishauptstadt antreten. Bär: „Bisher ist kreisweit aber nur ein Impfzentrum vorgesehen, und das gehört dann nun mal nach Bergisch Gladbach.“ Aber die Rhein-Berg-Galerie liegt recht zentral, praktisch direkt an Bus- und S-Bahn-Haltestellen.

Angedacht ist ohnehin, dass zunächst die sogenannten vulnerablen Gruppen, also Vorerkrankte und Ältere, geimpft werden, sowie Ärzte und Pflegepersonal. „Für die vulnerablen Gruppen soll es möglicherweise irgendwann Impfmobile geben, die dann in die Einrichtungen fahren und dort impfen“, sagt Birgit Bär.

Wie berichtet, sind das Kreisgesundheitsamt und die Kreisverwaltung für die Beschaffung der Immobilie sowie die Logistik des Impfzentrums zuständig. „Wir stellen auch das Verwaltungspersonal“, erklärt Birgit Bär. Für die medizinische Versorgung sorgt die Kassenärztliche Vereinigung – mit freiwillig dort arbeitenden Medizinern.

Einer, der sich schon bereit erklärt hat, freiwillig an der Impfaktion mitzuwirken, ist Tobias Hopff, der Sprecher der Wermelskirchener Hausärzte. Der Dabringhauser ist damit einer von rund 5000 Medizinern aus Nordrhein-Westfalen, die ihre Arbeitskraft, vermutlich ab Jahresanfang, dafür zur Verfügung stellen. „Klar würde ich am Wochenende oder auch an freien Nachmittagen einspringen“, sagt der Mediziner.

In der Praxis fragen bereits Patienten nach dem Impfstoff

Er hat auch schon in seiner Praxis diverse Nachfragen nach dem Impfstoff. „Vor allem viele Ältere würden sich lieber heute als morgen impfen lassen und erkundigen sich häufig, wann es denn endlich losgeht“, erzählt der Hausarzt.

Allerdings hört er auch andere Patientenmeinungen: „Das ist sehr gespalten. Andere sagen wiederum, sie würden sich nicht oder erst später impfen lassen.“ Letztendlich überlasse er es natürlich jedem selbst, aber Tobias Hopff ist eindeutiger Impfbefürworter, auch bei einem neuen Impfstoff wie dem gegen das Coronavirus. „Natürlich wissen wir nichts über etwaige Langzeitfolgen und erst wenig über Nebenwirkungen, aber es gibt bereits einige ähnliche Impfstoffe.“

Ihm sei wichtig, seine Patienten transparent zu informieren und ihnen Fragen möglichst verständlich zu beantworten, unterstreicht Tobias Hopf. Für ihn und seine Familie – beide Töchter arbeiten bereits in wissenschaftlichen Berufen – steht indes bereits jetzt fest, dass sie sich, sobald es möglich ist, impfen lassen werden.

Corona-Zahlen

Die Anzahl derer, die am Coronavirus erkrankt sind, nimmt weiter zu. Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind am Mittwoch 46 weitere bestätigte Corona-Fälle bekannt geworden: 13 in Bergisch Gladbach, zwei in Burscheid, zwei in Kürten, sieben in Leichlingen, vier in Overath, 13 in Rösrath und fünf in Wermelskirchen. Es gelten 55 weitere Personen als genesen. Aktuell gelten im Rheinisch-Bergischen Kreis 516 Personen als positiv getestet.

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