Rheinisch-Bergischer Kreis

Impfzentrum ist einsatzbereit

Noch wird ausschließlich getestet, aber bald schon soll geimpft werden. Archivfoto: Christian Beier
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Noch wird ausschließlich getestet, aber bald schon soll geimpft werden.

Der Weg durch die Rhein-Berg-Galerie.

Von Katharina Birkenbeul

Das Impfzentrum des Rheinisch-Bergischen Kreises (RBK) ist einsatzbereit. Das teilte die Pressestelle des RBK am Mittwochabend mit. Damit ist es möglich zu impfen, sobald der Impfstoff da ist. Auf einer Gesamtfläche von rund 2400 Quadratmetern ist nun in den Räumen des ehemaligen Elektronikmarktes ein Impfzentrum mit vier Impfstraßen entstanden.

„Dann können wir hier pro Tag 960 Menschen impfen.“
Gerhard Weber, organisatorischer Leiter des Impfzentrums

Bereits Anfang Dezember stand fest, dass das Zentrum in der Rhein-Berg-Galerie in Bergisch Gladbach entstehen soll. Grund für diesen Standort sei vor allem eine verkehrsgünstige Anbindung an den Öffentlichen-Personen-Nahverkehr wie Busbahnhof und S-Bahnhof und die zahlreichen Parkgelegenheiten in der Nähe. Der Zugang zum Impfzentrum ist sowohl über Aufzug, Rolltreppen und ein separates Treppenhaus möglich.

Wer geimpft wird, wird vorher einen Termin brauchen, um eingelassen zu werden. „Hier kommt niemand ohne Anmeldung rein – und auch kein Impfgegner oder möglicher Störer,“ stellt Gerhard Weber, beim Kreis für Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement zuständig und organisatorischer Leiter des Impfzentrums, klar. Dies und auch eine klare Einbahnstraßenregelung trügen dazu bei, dass es keine unnötigen Menschenansammlungen vor der Rhein-Berg-Galerie geben wird. Der Weg sei mit Hinweisen und Bodenpfeilen gekennzeichnet.

Von der Anmeldung aus geht es in einen der vier Warteräume. Zum Start des Impfzentrums seien vorerst vier Impfstraßen vorgesehen, die Kapazität könne jedoch auf acht erweitert werden. „In den Impfstraßen arbeitet medizinisches Personal parallel,“ erläutert die für den Rheinisch-Bergischen Kreis tätige Arbeitsmedizinerin Dr. Mariam Konner.

Etwa 20 Impfungen könne dort jeder Arzt mit seinem Team pro Stunde durchführen, bei vier Impfstraßen sind das 80 Impfungen pro Stunde. Das Land NRW plant, dass die Impfzentren nach einer Anfangsphase im weiteren Verlauf an sieben Tagen die Woche von acht bis 20 Uhr geöffnet sein sollen. „Dann können wir hier pro Tag 960 Menschen impfen“, sagt Gerhard Weber.

Eine Frischluftversorgung in dem ehemaligen Elektromarkt sei sichergestellt: durch eine Klimaanlage mit separater Frischluft- und Abluftversorgung.

Da bisher noch nicht viel über etwaige Nebenwirkungen der Impfung bekannt ist, geht es nach erfolgter Impfung in einen weiteren Wartebereich, in dem die Betroffenen noch 30 Minuten bleiben sollen, um etwaige Impfkomplikationen auszuschließen. „Es werden Mitarbeitende des Deutschen Roten Kreuzes anwesend sein und die Patienten im Blick behalten“, sagt Mariam Konner. In einer Ecke des insgesamt 2400 Quadratmeter großen Areals entsteht gerade noch der Sanitätsbereich. „Die Johanniter Unfallhilfe wird den Sanitätsbereich betreuen, so dass wenn tatsächlich ein Notfall eintreten sollte, sofort Hilfe erfolgen kann“, erläutert Gerhard Weber. „Ein eigener Rettungsweg für die mögliche rettungsdienstliche Versorgung ist ebenfalls vorhanden.“

Außerdem müsse es noch einen zusätzlichen Raum geben, denn bevor der Impfstoff verimpft werden kann, muss der in Kühlcontainern bei minus 70 Grad Celsius angelieferte Stoff in einem separaten Rekonstitutionsraum auf zwei bis acht Grad Celsius gebracht werden. „Nach derzeitigem Stand wird dieser Raum von Apothekern betrieben werden müssen“, erklärt Weber.

Der bundesweit geltende Plan für die Reihenfolge der Impfungen sieht zuerst die Impfung von besonders gefährdeten Gruppen vor. Wer mobil ist, kann den Termin im Impfzentrum wahrnehmen. Bewohner in Senioreneinrichtungen und nicht mobile Personen der sogenannten vulnerablen Gruppen werden von mobilen Impfteams direkt etwa in den Einrichtungen geimpft.

Videorundgang

Wer einen Eindruck des neu entstandenen Impfzentrums gewinnen will, kann sich den Video-Rundgang des RBK online ansehen. Gerhard Weber, Koordinator für Arbeitsschutz des RBK sowie organisatorischer Leiter des Impfzentrums, und Dr. Mariam Konner, Fachärztin für Arbeitsmedizin, stellen darin das Innere vor und erläutern die Abläufe.

Standpunkt: Ein Lichtblick

Von Katharina Birkenbeul

Es ist das meist debattierte Thema derzeit: Wann wird endlich geimpft? Für viele Menschen, insbesondere Alte und Vorerkrankte, ist das ein wichtiges Datum.

katharina.birkenbeul@rga.de

Denn für sie bedeutet es nicht, dass endlich die Geschäfte wieder öffnen, damit dem nächsten Shoppingbummel nichts im Wege steht oder dass es endlich wieder möglich ist, in den Urlaub in weit entfernte Länder zu fahren. Nein, für sie bedeutet es ein kleines Stückchen Freiheit – unbesorgter die Lieben aus dem engsten Familienkreis wiederzusehen oder einen unbeschwerteren Lebensmitteleinkauf zu tätigen. 

Vor allem deshalb ist es super, dass der Kreis so schnell reagiert und ein Impfzentrum in kürzester Zeit auf die Beine gestellt hat, das auch den hohen Sicherheitsvorkehrungen im Sinne des Infektionsschutzes entspricht. Der nächste Schritt wäre nun ein zweites Impfzentrum im Nordkreis, damit die Bürger Wermelskirchens und Burscheids nicht den Weg bis nach Bergisch Gladbach auf sich nehmen müssen – nicht um Zeit und Geld zu sparen, sondern damit die Verbreitungswege unter den Kreiskommunen nicht noch größer werden. 

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