Pandemie

Impfungen in Altenheimen starten heute

Die Impfdosen werden am heutigen Vormittag Wermelskirchen erreichen. Foto: Christian Beier
+
Die Impfdosen werden am heutigen Vormittag Wermelskirchen erreichen.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
    schließen

Stadt, CDU und Hausärzte setzen sich weiter für Impfzentrum in Wermelskirchen ein.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Wann es denn in Wermelskirchen nun endlich losgehe mit den Impfungen, wollte die Leserin Anfang der Woche am Telefon wissen. Die Antwort lautet: heute. Mobile Impfteams werden ab heute Mittag Bewohner und Pflegepersonal im Haus Vogelsang und im Carpe Diem impfen.

Auf die Frage warum erst jetzt, antwortet Birgit Bär, Krisenstabssprecherin des Rheinisch-Bergischen Kreises: „Wir haben wie alle anderen Landkreise und kreisfreien Städte am 27. Dezember angefangen mit dem Impfen. Allerdings habe die Kassenärztliche Vereinigung als medizinischer Koordinator eine bestimmte Reihenfolge dabei eingehalten. Die mobilen Impfteams haben in den größten Einrichtungen im Rheinisch-Bergischen Kreis angefangen und arbeiten sich jetzt langsam weiter. Dass Wermelskirchen jetzt dran ist, ist für mich ein gutes Zeichen, dass es zügig vorangeht.“

Bis 23. Januar erhalten zudem alle Über-80-Jährigen in NRW den Brief für ihre Corona-Impfung. Termine können telefonisch oder online vereinbart werden. Das geht aus einer Information des Ministeriums für Arbeit und Gesundheit des Landes hervor. Birgit Bär: „Wir sind gerade dabei, die Briefe des Ministeriums auf Kreisebene anzupassen. Sie werden dann zeitnah versendet.“

Einer, der ganz nah dran ist am Impfgeschehen in Wermelskirchen, ist Tobias Hopff, der Sprecher der Wermelskirchener Hausärzte. Er wird nicht nur Teil des mobilen Impfteams sein, das ab heute die Heimbewohner und Pflegekräfte in Wermelskirchen impft, sondern setzt sich auch mit Wermelskirchener Mediziner-Kollegen dafür ein, dass eine Dependance des Impfzentrums nach Wermelskirchen kommt. „Gerade die älteren Patienten werden mit Sicherheit eher impfmüde sein, wenn sie – teilweise mit Bus und Bahn – dafür die weite Strecke nach Bergisch Gladbach zurücklegen müssen. Dann sagen sie am Ende: Ich lasse mich gar nicht impfen. Und das wäre denkbar schlecht für alle.“

Auch Stefan Leßenich als Ortsvorsitzender der CDU macht jetzt Druck in Sachen Impfzentrum in Wermelskichen. Zusammen mit Hopff und anderen Hausärzten sowie Bürgermeisterin Marion Lück verschickte er einen Brandbrief an Gesundheitsminister Jens Spahn sowie den NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. „Am Montag hat es eine Austauschrunde zwischen den niedergelassenen Ärzten Dr. Hans-Christian Meyer, Harald Bergerhoff, Tobias Hopff, der Bürgermeisterin und mir zum Thema Corona-Impfung in Wermelskirchen gegeben“, informiert Leßenich. „Als Ergebnis fordern alle Beteiligten die Einrichtung von kleineren dezentralen Impfstellen für unsere Stadt beziehungsweise die Städte des Nordkreises. Da unsere Forderung nach einem Impfzentrum in Wermelskirchen bisher unerhört blieb, versendeten wir die Briefe an Spahn und Laumann.“

„Wir benötigen dringend eine praktikable Impflösung“, heißt es darin. Und: „Wir sind zu dem Entschluss gekommen, insbesondere wegen der immer noch steigenden Infektionszahlen, dass eine zusätzliche Impfmöglichkeit in Wermelskirchen gewährleistet sein muss, um die Effektivität und die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger zum Impfen aufrecht zu erhalten beziehungsweise noch zu steigern.“

Vorstellen könnte man sich als kleines Impfzentrum für Wermelskirchen beispielsweise die Mehrzweckhalle Dabringhausen, sagt Tobias Hopff. „Dort gibt es eine gute Infrastruktur für diesen Zweck.“

Am zweiten Impfzentrum wollen sie in jedem Fall festhalten

Eine solche dezentrale Impfstelle könne möglicherweise auch als Blaupause für andere Städte des Kreisgebietes dienen, für deren Bürger die Entfernung zum Impfzentrum ebenfalls unzumutbar sei, heißt es weiter in dem Brief an die Minister. Und: „Sollten diese kleineren Alternativen nicht realisierbar sein, halten wir selbstverständlich an der Forderung eines zweiten Impfzentrums für unsere Stadt fest.“ 

Impfen über 80

Ab dem 25. Januar können Menschen über 80 Jahren in Nordrhein-Westfalen einen Termin in den Corona-Impfzentren vereinbaren. Das bestätigte das NRW-Gesundheitsministerium. Bis spätestens 23. Januar sollen alle Bürger über 80 Jahren (und die, die noch im Januar ihren 80. Geburtstag haben) das Informationsschreiben von Gesundheitsminister Laumann erhalten. Verschickt werden die Briefe vom Kreis.

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Klar ist: Viele Fragen rund ums Impfen sind offen. Allem voran die, warum es so schleppend vorangeht mit den ersten Impfungen. Es gibt auch Antworten, aber die stellen viele nicht zufrieden. Unterm Strich bleibt noch mehr Verunsicherung in der Bevölkerung als es ohnehin schon gab. Einem Impfstoff gegenüber, der so rasch entwickelt wurde und für den es folglich keine Blaupause gab. Umso wichtiger ist es jetzt, möglichst viele Menschen für die Wichtigkeit dieser Impfung zu mobilisieren. Denn wann wir das Ende der Pandemie – endlich – erwarten dürfen, das hängt auch letztlich von der Impfbereitschaft der Menschen ab. Dabei ist Transparenz von Politik und Wissenschaft ähnlich entscheidend wie das Verhalten des Nächsten. Denn wir haben nun das riesige Glück, einen gegen die derzeitige Form des Coronavirus wirkenden Impfstoff in Händen zu halten. Diese Chance sollten die meisten von uns auch nutzen. Wie schon beim Abstandhalten und Maskentragen geht es auch jetzt ums Mitmachen. Um endlich ein Ende eines Zustands zu erwirken, den so niemand mehr haben möchte.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Mittagsruhe: Stadt hält am Relikt fest
Mittagsruhe: Stadt hält am Relikt fest
Mittagsruhe: Stadt hält am Relikt fest
Rüde Akeno möchte gerne gefallen
Rüde Akeno möchte gerne gefallen
Rüde Akeno möchte gerne gefallen
Premiere wird ein überwältigender Erfolg
Premiere wird ein überwältigender Erfolg
Premiere wird ein überwältigender Erfolg
Professor aus den USA forscht beim BGV
Professor aus den USA forscht beim BGV
Professor aus den USA forscht beim BGV

Kommentare