Impfaktion

Ortspolitiker empört über Landesentscheidung

Auch Petra Sprenger vom Behindertenbeirat kann die Entscheidung des Landes nicht nachvollziehen. Foto: Jürgen Moll
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Auch Petra Sprenger vom Behindertenbeirat kann die Entscheidung des Landes nicht nachvollziehen.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Wermelskirchener Bürger und Politiker kritisieren, dass das Land die Impfaktion bei der Lebenshilfe stoppte.

Wermelskirchen. Zunächst gibt es gute Nachrichten, die Stefan Leßenich am Mittwochmorgen überbrachte. Der CDU-Ortsvorsitzende hatte am Vortag mit NRW-Gesundheitsminister Kar-Josef Laumann über Video telefoniert. „Ein gutes Gespräch, das mich beruhigt hat“, sagt Leßenich.

Denn Laumann hätte versprochen, dass bis Anfang Mai die Impfungen der über 80-Jährigen abgeschlossen sein und ab Anfang April die Impfungen der über 70-Jährigen starten würden. Zudem hätte der NRW-Gesundheitsminister versprochen, sich dafür stark zu machen, dass zeitnah in den Hausarztpraxen geimpft werden könne. „Das“, sagt Stefan Leßenich, „würde dann möglicherweise sogar eine Schwerpunktpraxis im Rathaus überflüssig machen.“

Neben den guten Nachrichten gab es aber auch weniger gute. „Mich haben natürlich auch viele verärgerte E-Mails bezüglich der geplatzten Impfaktion bei der Lebenshilfe erreicht“, berichtet Leßenich. Wie berichtet, wurde die Aktion vom Landesministerium untersagt. „Aber nicht so kurzfristig, wie das häufig dargestellt wird“, sagt Stefan Leßenich. Zudem sei die Impfaktion von Landesseite noch nicht genehmigt gewesen.

Wermelskirchen: Impfstoffe sollten an Risiokogruppen vergeben werden

Empörung über die geplatzte Aktion gibt es indes auch bei den Ortspolitikern. „Es ist völlig unverständlich, dass die Impfung von 500 Menschen bei der Lebenshilfe Bergisches Land vom Landesministerium untersagt wurde“, schreibt beispielsweise Stefan Janosi. „Formal mag das korrekt sein, das starre Festhalten an Verordnungen trotz veränderter lokaler Lage ist nicht nachvollziehbar und stößt daher bei Bürgerinnen und Bürgern auf absolutes Unverständnis“, so der Grünen-Fraktionsvorsitzende. Da sei „streng auf den Kalender gezeigt“ worden, gleichwohl die Zuständigen längst festgestellt hätten, dass alle Menschen der sogenannten Priorität 1 in Wermelskirchen geimpft seien.

Janosi: „In einer Pressekonferenz am 23. Februar stellt der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen nur wenige Tage später fest, es bräuchte ,neue Wege’ in der Pandemie. In Wermelskirchen wurde diese Chance vertan.“ Auch aus Sicht des Beirates für Menschen mit Behinderung sei es „grob fahrlässig, vorhandenen Impfstoff weitere Tage einzulagern, statt an Risikogruppen zu verimpfen“, schreibt Vorsitzende Petra Sprenger.

Und: „Es geht um Menschen mit kognitiven Einschränkungen, denen es teilweise besonders schwerfällt, sich und andere zu schützen. Menschen, die unter den derzeitigen Einschränkungen extrem leiden und um Menschen, die mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen auf die Impfung vorbereitet werden mussten.“

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