Pandemie

Impftermine: Netze sind völlig überlastet

Die Impfbereitschaft unter den Älteren ist offenbar hoch. Archivfoto: Michael Sieber
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Die Impfbereitschaft unter den Älteren ist offenbar hoch.
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Die Kassenärztliche Vereinigung stieß am Montag an ihre Grenzen.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Klaus Klophaus ist einer von vielen über 80-Jährigen, die am Montag vergebens versuchten, sich einen Impftermin bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein zu besorgen. Er kam, wie viele andere, die für sich selbst oder für ihre Angehörigen Termine vereinbaren wollten, schlicht nicht durch. Weder per Telefon noch per E-Mail.

„Dabei“, sagt der Wermelskirchener, „haben wir doch ein Schreiben bekommen, aus dem hervorgeht, dass wir uns ab dem 25. Januar melden können zur Terminvereinbarung. Warum bekommt man dann nicht wenigstens eine Nachricht, dass man zurückgerufen oder wieder angeschrieben wird?“ Wie Klaus Klophaus ging es am Montag vielen.

Vorstandsvorsitzender versichert: Niemand muss sich Sorgen machen

Die für die Abwicklung der Impftermine zuständige Kassenärztliche Vereinigung war selbst für Presseanfragen am Montag nicht direkt zu erreichen, schickte aber auf Anfrage eine Pressemitteilung. Wie erwartet habe es seit dem Start um 8 Uhr eine extreme Nachfrage nach den Terminen gegeben – sowohl telefonisch als auch online, hieß es darin. Gegen Mittag seien aber im gesamten Rheinland bereits rund 50 000 Impftermine für 25 000 Patienten (Erst- und Zweitimpfung) gebucht worden. Das nordrheinische Online-Buchungs-Portal https://termin.corona-impfung.nrw/home laufe überdies inzwischen störungsfrei.

Extrem hohe Zugriffszahlen auf die Webseiten zur Buchung einer Corona-Impfung und ein hohes Anruferaufkommen bei der Hotline 116 117 hätten akut zu erheblichen Verzögerungen bei der Terminbuchung für die über 80-jährigen Impfberechtigten in NRW geführt. Die Kassenärztliche Vereinigung bittet alle, die die Möglichkeit haben, einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen, davon Gebrauch zu machen.

Die Gruppe der Impfberechtigten, die seit Montag und in den kommenden Wochen Termine vereinbaren könnten, umfasse in Nordrhein-Westfalen fast eine Million Menschen und sei trotz der gewaltigen Call Center-Kapazitäten mit rund 1200 Mitarbeitern für die Termin-Telefonie und den eigens zur Terminbuchung geschaffenen Online-Portalen so groß, dass es bei der Terminvergabe zumindest zum Start zu Engpässen komme.

Alle, die laut Corona-Impfverordnung nicht zur Gruppe der über 80-Jährigen gehören, werden deshalb ausdrücklich gebeten, erst dann anzurufen, wenn auch für sie die Terminvergabe starte. Zudem sollten die telefonischen Anmeldemöglichkeiten für eine Corona-Impfung vor allem zur Terminvermittlung und nicht für allgemeine Fragen zur Corona-Impfung in Anspruch genommen werden.

Die telefonische Terminvergabe ist täglich zwischen 8 und 22 Uhr möglich, online rund um die Uhr. „Niemand muss sich Sorgen um seine Impfung beziehungsweise seinen Termin machen“, versichert Frank Bergmann als Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Die Impfstoffmengen würden zunächst reichen, um ab dem 8. Februar pro Woche etwa 70 000 Menschen in Impfzentren zu impfen. | Standpunkt

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Fast mutete es am Montag so an, als würden die rund eine Million Impfberechtigten alle gleichzeitig an der Strippe oder am Netz sein, um einen Impftermin bei der Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung zu ergattern. Die Netze brachen zusammen. Und es ist nur verständlich, dass die Senioren und ihre Angehörigen darauf verunsichert reagierten und sich nicht gehört und beachtet fühlten. Es drängt sich auch die Frage auf, warum die KV das nicht besser organisieren konnte. Allerdings nützt das Lamentieren nichts. Offenbar klappt es jetzt schon reibungsloser – und der Tipp, ein wenig abzuwarten und sich in ein paar Tagen noch einmal zu melden oder zu registrieren, ist sicher nicht schlecht. Geduld ist also gefragt. Wie so häufig in diesen Zeiten. Aber der riesige Andrang zum Start der Anmeldungen zeigt auch etwas, das man so vielleicht gar nicht gedacht hätte: Die Impfbereitschaft in der so genannten vulnerablen Gruppe der Hochbetagten ist riesig. Und das ist doch erst einmal ein gutes Zeichen. Und wenn die ersten Hürden erst genommen sind, klappt es sicher auch reibungsloser. 

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