Impfberechtigung

Impfen: Fraktionen wenden sich an den Minister

Das Impfen ist im Moment großes Diskussionsthema. Symbolfoto: Uli Preuss
+
Das Impfen ist im Moment großes Diskussionsthema. (Symbolfoto)
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
    schließen

Ab sofort kommen Menschen mit „seltenen oder schweren Erkrankungen“ im Rheinisch-Bergischen Kreis früher dran.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Die Impfsituation in Wermelskirchen und im Rheinisch-Bergischen Kreis beschäftigt derzeit wohl alle Ortspolitiker. Die Fraktionsvorsitzenden von Bürgerforum (BüFo) und WNK/UWG, Oliver Platt und Henning Rehse, haben sich jetzt mit Optimierungsvorschlägen an den NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gewandt.

„Als Fraktionsvorsitzende und Mitglieder im Rat der Stadt Wermelskirchen fühlen wir uns verpflichtet, Ihnen zu schreiben“, heißt es in dem Brief. „Da es scheint, dass die Bürokratie jede Form von Menschenverstand und Logik zumindest in Ihrem Hause ersetzt hat und sein Handeln und seine Entscheidungen nicht mehr zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes ausgerichtet sind.“

Platt und Rehse fragen sich etwa, wie es sein könne, dass vor allem die betagten Wermelskirchener eine Autofahrt von mindestens 40 Minuten für eine Strecke ins Impfzentrum auf sich nehmen müssen, obwohl es ausreichend gute und einfach umsetzbare Ideen gebe, im Wermelskirchener Stadtgebiet zu impfen. „Uns sind aktuell einige Fälle bekannt, bei denen über 80-Jährige sich nicht in Bergisch Gladbach impfen lassen wollen und lieber warten, bis die Impfung in unsere Stadt kommt“, schreiben die Ortspolitiker.

Zudem werben Rehse und Platt ausdrücklich dafür, dass künftig in den Hausarztpraxen geimpft werden kann und die Priorisierung der zu impfenden Gruppen nicht mehr so streng gehandhabt wird. Sie weisen dazu auf ein Pilotprojekt hin, das derzeit in Niedersachsen laufe: Dort haben bereits erste Hausärzte ihre Patienten gegen Covid-19 geimpft.

„Was spricht zudem dagegen, mit der Gruppe nach Priorität unmittelbar zu beginnen, wenn die Gruppe 1 versorgt ist“, spielen Platt und Rehse auf die abgesagte Impfaktion in der Werkstatt Lebenshilfe an. Beide werben dafür, „auf die Menschen vor Ort zu hören und diese machen zu lassen.“ Jeder sofort Geimpfte sei schließlich der beste Kampf gegen die Pandemie.

Erste Schritte in diese Richtung macht das Düsseldorfer Ministerium offenbar jetzt. Wie der Rheinisch-Bergische Kreis am Freitagnachmittag mitteilt, können ab sofort Menschen „mit seltenen oder schweren Erkrankungen unter bestimmten Voraussetzungen“ im Rheinisch-Bergischen Kreis ein vorgezogenes Impfangebot bekommen. Wie das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales kurzfristig mitgeteilt habe, sei in einem solchen Fall ein entsprechender Antrag bei den Kreisen und kreisfreien Städten zu stellen.

Voraussetzung für eine Impfberechtigung nach Einzelfallentscheidung ist das Vorliegen eines aktuellen ärztlichen Zeugnisses der behandelnden Ärzte. Das ärztliche Zeugnis darf aber nicht vor dem 8. Februar 2021 ausgestellt worden sein. Erst wenn dieses vorliegt, können Betroffene einen Antrag beim Kreis stellen: per Post an die Adresse der Kreisverwaltung (Rheinisch-Bergischer Kreis, Impfzentrum, Am Rübezahlwald 7, 51469 Bergisch Gladbach) oder via E-Mail.

impftemine@rbk-online.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Hilfringhauser Straße: Remscheider fährt unter Drogeneinfluss und ohne Führerschein
Hilfringhauser Straße: Remscheider fährt unter Drogeneinfluss und ohne Führerschein
Hilfringhauser Straße: Remscheider fährt unter Drogeneinfluss und ohne Führerschein
Ehepaar kämpft in Ahrweiler gegen die Flut
Ehepaar kämpft in Ahrweiler gegen die Flut
Ehepaar kämpft in Ahrweiler gegen die Flut
Traditionsrestaurant „Bergischer Löwe“ startet neu
Traditionsrestaurant „Bergischer Löwe“ startet neu
Traditionsrestaurant „Bergischer Löwe“ startet neu
Stadt muss jetzt konsequent handeln
Stadt muss jetzt konsequent handeln
Stadt muss jetzt konsequent handeln

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare