Corona

Impfen: Arzt setzt auf Verantwortung

Tobias Hopff möchte, dass die Patienten selbst entscheiden.
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Tobias Hopff möchte, dass die Patienten selbst entscheiden.

Tobias Hopff hält viel von den neuen Omikron-Impfstoffen.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Tobias Hopff setzt seit jeher auf das Verantwortungsbewusstsein seiner Patienten. „Ich werbe jetzt nicht mehr aktiv für das Impfen“, sagt der Daringhauser Hausarzt und Sprecher der Wermelskirchener Ärzte. „Aber ich halte viel von dem Omikron basierten neuen Impfstoff, der auf die derzeit kursierende Covid-19-Variante angepasst wurde.

Er ist gut verträglich und eben auch jetzt wirksam. Die alten Impfstoffe seien jetzt Ladenhüter. „Obwohl, ich habe diese Woche auch noch eine Erstimpfung verabreicht. Da verwenden wir dann natürlich noch die Ursprungs-Impfstoffe“.

Die Nachfrage nach Impfungen, bei den meisten sei es die vierte Spritze, sei jetzt wieder größer geworden. „Weil die Infektionszahlen wieder spürbar ansteigen“, sagt Hopff. „Viele werden jetzt krank; auch viele, die bisher noch verschont waren.“ Und der Mediziner sagt auch: „Klar ist die derzeitige Variante in den meisten Fällen nicht so dramatisch wie die vorausgegangenen. Aber je mehr Menschen erkrankt sind, desto mehr gefährdet ist eben auch die kritische Infrastruktur. Das heißt nicht nur beim Personal in Krankenhäusern, sondern auch in anderen Bereichen. Zum Teil wird das ja jetzt schon spürbar.“

Hopff: Grippeimpfung ist empfehlenswert

Hopff empfiehlt deshalb auch, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Nicht nur den so genannten vulnerablen Patientengruppen, die ein hohes Risiko haben, auch durch eine Grippe ernsthaft zu erkranken. Sondern auch jenen, die viel Publikumskontakt haben. „Ich hatte ja schon voriges Jahr vor einer heftigen Grippewelle gewarnt – die blieb damals Gott sei Dank aus“, sagt der Mediziner. „Eigentlich müssten wir bald aber mal wieder eine bekommen. Zumal die Zeit der Maskenpflicht in Innenräumen ja vorbei ist.“

Mit etwas Sorge falle ihm auf, dass nur noch sehr wenige Menschen in Innenräumen wie Supermärkten, größeren Geschäften oder bei Veranstaltungen eine FFP2-Maske zum Schutz vor Ansteckung tragen würden. „Dabei ist inzwischen ja erwiesen, dass die Maske vor einer Ansteckung mit dem Virus schützt. Und auch vor Grippe oder Erkältungsviren kann man sich so zur Herbst- und Winterzeit etwas abschirmen.“

Gesundheitsamt hat öffentliche Impfangebote

Neben der Möglichkeit, sich beim Hausarzt oder der Hausärztin gegen das Coronavirus impfen zu lassen, hält das Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises derzeit zwei öffentliche Impfstellen vor: in der Villa Luchtenberg, Montanusstraße 8, in Burscheid sowie in Overath (Hauptstraße 78). Die Impfstelle in Burscheid ist dienstags von 9 bis 17 Uhr; mittwochs von 8 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 11 bis 19 Uhr geöffnet. In Overath ist montags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 10 bis 18 Uhr und donnerstags von 8 bis 16 Uhr geöffnet.

„Die Zahl derer, die sich in unseren Impfstellen impfen lassen, schwankt derzeit zwischen 25 und 60 pro Termin“, sagt ein Sprecher des Kreises auf WGA-Anfrage. Man gehe aber davon aus, dass die Zahlen ansteigen und die Nachfrage zunehmen würde. „Sollte dieser Trend anhalten, ist es jederzeit möglich, das Impfangebot entsprechend zu erweitern“, sagt der Sprecher.

.Parallel zu den vorgenannten Öffnungen der Impfstellen bietet das Gesundheitsamt am Rande von Stadt- oder Bürgerfesten in den Kommunen des Kreises mobile Impfangebote für die Bürgerinnen und Bürger an. Ende September fand zum Beispiel eine mobile Impfaktion auf dem Feierabendmarkt in Wermelskirchen statt.

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.rbk-direkt.de/impfung-covid-19.aspx

Für die Impfung ist eine Anmeldung empfehlenswert, Impfungen sind aber auch ohne eine Voranmeldung möglich.

Impfempfehlung

Die auf die Omikron-Untervariante BA.1 angepassten Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna werden ab sofort in den Impfstellen des Rheinisch-Bergischen Kreises verimpft. Mit Bezug auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) bietet der Rheinisch-Bergische Kreis den angepassten Impfstoff für folgende Personen an: Als dritte Impfung für Personen ab dem 12. Lebensjahr. Es müssen sechs Monate seit der zweiten Impfung oder der letzten Infektion vergangen sein. Zudem als vierte Impfung für Personen ab dem 60. Lebensjahr, ebenfalls ab sechs Monaten nach der dritten Impfung beziehungsweise der letzten Infektion.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: So einfach ist es nicht

anja.siebel@rga.de

Die sogenannten Impfgegner wird es vielleicht sogar freuen, immerhin aber vermeintlich in ihrer Argumentation bestätigen: Die Corona-Welle rollt wieder. Und auch Geimpfte stecken sich reihenweise an. Mit der Erklärung dafür ist es indes ein bisschen wie mit dem Wetter und dem Klima: Nein, die Impfung ist deshalb nicht wirkungslos. Und, ja, vieles wurde mit dem neuen, jetzt angepassten Omikron-Impfstoff auch noch mal nachgebessert.

Immerhin ist das jetzt aber eine Virusvariante, die selbst Vorerkrankte besser wegstecken – und die für Geimpfte allenfalls eine dicke Erkältung oder vielleicht eine grippeartige Erkrankung ist. Dass das Coronavirus irgendwann wahrscheinlich endemisch wird, ist eben auch den immerhin flächendeckenden Impfungen zu verdanken. So einfach ist das alles nicht. Deshalb ist es umso besser, dass es zuverlässige Hausärzte wie Tobias Hopff gibt. Dort ist man mit Fragen gut aufgehoben.

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