Auftritte von Miljö und Planschemalöör

Im Freibad wird Karneval nachgeholt

Beste Stimmung herrschte in Dabringhausen bei den Besucherinnen und Besuchern, die akrobatische Einlagen nicht scheuten und den Abend vollauf genossen.
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Beste Stimmung herrschte in Dabringhausen bei den Besucherinnen und Besuchern, die akrobatische Einlagen nicht scheuten und den Abend vollauf genossen.

„Sommer, Sonne, Karneval“ hieß das Motto in Dabringhausen.

Von Sabine Naber

Wermelskirchen. Karneval feiern mitten im Sommer – geht das? Und wie das geht. Am Samstagabend wurde im Dabringhauser Freibad mindestens so jeck, so ausgelassen und fröhlich gefeiert wie in der fünften Jahreszeit in Köln oder Düsseldorf.

Unter dem Motto „Sommer, Sonne, Karneval“ hatte der Festausschuss Dabringhausen zu dieser tollen Open-Air-Party eingeladen und dazu die großartigen kölschen Bands „Miljö“ und „Planschemalöör“ verpflichten können. Und die sorgten bei den rund 600 Karnevalsfans für gute Stimmung.

Die Band Miljö weiß, wie es geht und bringt die Zuhörer dazu, „alles zu geben“, wie Sänger Nils sagt.

„Endlich wird wieder gefeiert. Nach zwei verkorksten Jahren freuen wir uns so, hier zu sein. Habt ihr Lust, alles zu geben?“, so begrüßte der Sänger Nils die Feiernden, und als „Null oder 100“ angestimmt wurde, flogen sofort die Arme hoch, es wurde gehüpft, getanzt und natürlich textsicher mitgesungen. „Kommt mal ganz nach vorne, hier ist der Sound am besten“, hieß es dann, als der neueste Song „Nix es för immer“ angekündigt wurde, in dem versprochen wird, dass alles, was in den vergangenen zwei Jahren kaputtgegangen ist, einfach wieder aufgebaut wird.

Fans lassen sich nicht lange bitten und springen in die Höhe

Bei „Zigg zoröck“ erinnerten sich die fünf Musiker von der Schäl Sick, dass sie vor genau zehn Jahren als Schulband gestartet sind und viele gemeinsame Erinnerungen haben. „Und jetzt mal in die Hocke gehen. Wenn ich sage, ‚Dabringhausen springt’, dann springt ihr so hoch, wie ihr könnt.“ Die Fans ließen sich nicht lange bitten, sprangen und jubelten so hoch und so laut sie konnten. Und natürlich durfte auch der Song „Su lang beim Lommi die Leechter noch brenne“, die Hommage an ihre Lieblingskneipe, nicht fehlen.

Nach einer knappen Stunde räumten Simon (Schlagzeug), Daniel (Akkordeon) Nils (Gesang) Max (Bass), Sven (Gitarre) die Bühne, und DJ Jonathan „Jona“ Gonzalez überbrückte die Pause bis zum Auftritt von Planschemalöör.

„Wenn bei uns was los ist, dann bin ich dabei. Und die beiden Bands von heute Abend kenne ich gut, die sind super“, sagte Miriam Nithen, die sich in ihrem bunten Outfit gleich als Karnevalsfan outete. „Ich komme aus Köln, wohne seit 2018 hier im Dorf. Und mich kriegt hier auch keiner mehr weg. In Dabringhausen ist es besser als in Köln“, ist sie überzeugt. „Super, dass solche Bands bei uns auftreten. Ich habe beide schon bei einer Karnevalssitzung in Köln erlebt. Die sind klasse“, schwärmte auch Annika Beyer.

Gesteckt voll: Unter Ballons und Lampions wurde getanzt und gesprungen, was das Zeug hielt.

Mit Planschemalöör kam dann der Höhepunkt des Konzertabends. „Habt ihr 45 Minuten Zeit für uns?“, wollte Juri gleich zu Anfang wissen. Daraus wurden dann allerdings fast eineinhalb Stunden, denn die vier spielfreudigen Musiker Mathis (Schlagzeug), Alex (Bass), Pierre (Gitarre) und Juri (Gesang), die stilecht in blauen Badeshorts auftraten, hatten auf der Bühne mindestens ebenso viel Spaß wie ihre Fans davor. Bei „Keinen Millimeter nach rechts, kein Veedel för Rassismus, för Brung es keine Platz“ gingen die Hände hoch. Der Ohrwurm „Annabella“ wurde bejubelt, Gänsehautfeeling bei „Heimat“.

„In der Karnevalszeit ist in den letzten beiden Jahren so viel ausgefallen, da wollten wir mal was Besonderes bieten und den Karneval hier in diese coole Umgebung holen“, sagte Lucie Schumacher vom Festausschuss. Zwei Tage hatte das Team für die Vorbereitungen gebraucht, Absperrungen zum Wasser gezogen, das Freibad mit bunten Fähnchen, Luftballons und Lampions zu einem Festplatz umfunktioniert.

Vorschau

„Summer Stage“ wird es am 30. Juli ab 20 Uhr im Freibad Dabringhausen heißen. Seit 20 Jahren unterstützt der Förderverein Dorfkultur das Freibad Dabringhausen. Das soll beim Open Air „Summer Stage“ gefeiert werden. Geplant ist ein Programm mit Livemusik, DJ und mit Wakeboarder von Infinite. Für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Standpunkt von Nadja Lehmann: Neue Balance

nadja.lehmann@rga.de

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Dabringhausen macht es vor und erklärt kurzerhand den Sommer zur karnevalistischen Zone. Die Jecken - und nicht nur sie -haben in den beiden vergangenen Jahren schließlich zurückgesteckt, auf vieles verzichtet, was sonst für sie in den Ablauf eines normalen Jahres gehört. Dass viele jetzt das nachholen wollen, was sie schmerzlich vermisst haben, ist verständlich. Dennoch, und auch wenn das jetzt nach Spaßbremse klingt: Vorsicht mit dem Virus ist noch immer geboten. Keiner weiß, welche Variante im Herbst auf dem Vormarsch ist? Und gerade im Moment haut Covid-19 viele aus den Schuhen. Wer ihnen zuhört, weiß: Auch die milde Variante ist kein Zuckerschlecken. Corona wird nicht vorbei sein, wird nicht verschwinden. Wir werden damit leben und eine Balance aus Lebensfreude und Vorsicht finden müssen. Um so mehr sollte man schöne Momente genießen. Wie in Dabringhausen.

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