Natur

Im Fischers Park finden Angler ihr Glück

Josef Rückert, Mitinhaber des Fischers Park, steht oberhalb der beiden großen Teiche. Foto: Peter Klohs
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Josef Rückert, Mitinhaber des Fischers Park, steht oberhalb der beiden großen Teiche.

Seit 2019 betreiben Josef Rückert und Steffan Mosblech ein Paradies für Petrijünger.

Von Peter Klohs

Am Samstagmorgen ist es an der Staelsmühler Straße in Dhünn noch recht frostig: Die Temperatur ist knapp über dem Gefrierpunkt. Aber für den Mittag ist angekündigt, dass der Nebel weichen soll. Einen richtigen Angler können die Temperaturen jedoch nicht von seiner Passion abhalten.

Dementsprechend stehen um die 30 Angelfreunde an den sechs Teichen des Fischers Park, der unmittelbar neben dem Rasenplatz des SSV Dhünn Platz gefunden hat. Große Kisten mit allerlei Zubehör stehen herum. Die Kleine Dhünn, gut angefüllt, rauscht am Gelände vorbei. Der Zugang zum Fischers Park ist gewöhnungsbedürftig, weil extrem steil.

„Wir haben das Gelände 2019 übernommen“, erzählt Josef Rückert, gemeinsam mit Steffan Mosblech Eigentümer des Wermelskirchener Angelparadieses. „Hier auf der Wiese“, berichtet er weiter und deutet auf die gemeinte Fläche, „war eine Minigolfanlage, die wir erst einmal beseitigen mussten. Die war schon richtiggehend verwachsen, und es war eine echt schwere Arbeit.“

Das Gelände des Fischer Parks hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert, weiß Rückert. „Früher gab es einen tollen Baumbewuchs rundherum“, erinnert er sich. „Aber diverse Stürme und der Borkenkäfer haben für gewaltige Ausdünnung gesorgt.“ Der im Hauptberuf als Unternehmensberater tätige Josef Rückert erklärt, wie die Anlage aufgebaut ist. „Wir haben zwei Tagesteiche und vier Mitteiche“, führt er aus. „Die beiden großen Teiche können ohne Reservierung besucht werden. Im Premiumteich, unserem Teich 3, ist der Fischbesatz größer und vielfältiger. So finden sich hier außer Lachs- und Regenbogenforellen auch Goldforellen, Saiblinge, Bachforellen und Stör. Da gibt es dann auch richtige Klopper dabei. Um einen Fisch mit einem Gewicht von sechs Kilogramm an Land zu holen, ist schon eine gewisse Kraft nötig, wenn der Fisch sich wehrt. Ich weiß, dass in einem Teich ein uralter Wels schwimmt, der ungefähr 1,40 Meter misst. Sollte der an der Angel hängen, wird er sofort befreit und wieder ins Wasser gelassen.“

„Zum Runterkommen ist Angeln sehr gut geeignet.“

Josef Rückert, Fischers Park

Das Wasser in den Teichen wird von der Kleinen Dhünn entnommen und hinter der Teichanlage dem kleinen Fluss wieder zugeführt. „Dadurch ist unsere Wasserqualität immer auf einem hohen Niveau“, erklärt Rückert. „Und die Fische kaufen wir regional ein, im Bergischen Land. Das mag etwas teurer sein, bestimmt aber auch in diesem Punkt unseren hohen Qualitätsanspruch.“

Nun kann ja nicht jedermann einfach im Fischers Park auftauchen und eine Angelrute in das Wasser halten. „Richtig“, sagt Josef Rückert. „Egal, wo man in NRW angelt, benötigt man dazu einen Angelschein.“

Zum Erhalt eines solchen Scheins ist eine Angelprüfung nötig, auf die der Fischers Park entsprechende Personen vorbereitet. „Wir melden die Leute zur Prüfung an und bereiten im Vorfeld auf unserer Anlage die ganze Theorie wie Fischkunde, die Kenntnisse über die verschiedenen Ruten und die allgemeinen Fragen wie: Wann ist Schonzeit, wann ist Laichzeit?, vor. Die Prüfung selbst findet dann in Kooperation mit Bergisch Gladbach statt.“

Der Park hat ein ansehnliches Stammpublikum, wie Rückert weiß. „Die Angel-Community ist viel größer, als man gemeinhin vermuten sollte. Zum Runterkommen ist Angeln sehr gut geeignet. Und ich weiß, wovon ich spreche, glauben Sie mir.“ Er lobt ausdrücklich die sehr gute Zusammenarbeit mit Familien aus Dhünn. „Das Dorf unterstützt uns - neben unseren Familien - großartig. Und ohne das funktioniert es auch nicht.“ Auch mit der Stadt Wermelskirchen und der Unteren Wasserbehörde ist man im ständigen Austausch.

Gegen Ende des Rundganges hat die Sonne ein Einsehen: Sie hat den Nebel vertrieben. Der Fischlagerteich liegt unter einem Netz. „Das ist wegen der Kormorane und Fischreiher nötig“, weiß Rückert. „Die hauen sich locker mal eben so eineinhalb Kilo Fisch rein.“

Hintergrund

Das Angeln im Fischers Park funktioniert in der Regel im Kreislaufsystem: Seinen Tagesfang erhält der Angler vom Park in geräucherter Form. Der Park seinerseits behält dafür die frischgefangenen Fische, um sie kurzfristig zu räuchern. Die geräucherten Fische werden vom Park auch auf verschiedenen Märkten angeboten, wo man sie vorbestellt abholen kann. Das Gelände des Parks ist im ständigen Wandel. Auch der extrem steile Zugang soll eines Tages weichen.

Standpunkt: Blick in den Abgrund

Von Nadja Lehmann

nadja.lehmann@rga.de

Die Generation, der ich angehöre, und die in Frieden und Wohlstand aufgewachsen ist, erkennt die Welt nicht wieder. Nur im Nachhall der Generation vor uns wissen wir von Krieg und Flucht. Man glaubt, im falschen Film zu sein oder in der falschen Zeit: Wer hätte es für möglich gehalten, dass es im Europa des 21. Jahrhunderts um Fragen von Land und Territorien gehen könnte, wer hätte es für möglich gehalten, dass ein Land in Europa ein anderes angreift? Zumal einen Nachbarn, der in Sprache und Kultur so ähnlich ist. „Wir waren doch wie Brüder“, hört man nun von den verzweifelten Ukrainern. Gewissheiten, die wir für sicher hielten, haben sich in Luft aufgelöst. Es ist zutiefst erschreckend, dass ein offensichtlich völlig irre gewordener Diktator die Welt in eine solche Todesspirale zu versetzen vermag. Es ist gut, Zeichen dagegen zu setzen, und selbst das kleinste zählt. Jede Zusammenkunft, jedes Friedensgebet – wie gestern Abend in Wermelskirchen. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass die Welt in einen Abgrund blickt. Was kommt, ist völlig offen.

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