Stadtverwaltung

„Im Bewerbungsgespräch darf auch gelacht werden“

Stefan Houbertz studierte auch nebenberuflich.
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Stefan Houbertz studierte auch nebenberuflich.

Neuer Haupt- und Personalamtsleiter Stefan Houbertz legt seinen Fokus auf die Organisation der Verwaltung.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Er beschreibt sich als „rheinische Frohnatur“ und will das auch für seine Aufgabe nutzen: Seit Anfang September ist Stefan Houbertz der neue Haupt- und Personalamtsleiter bei der Stadtverwaltung Wermelskirchen. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagt Houbertz: „In einem Bewerbungsgespräch darf auch mal gelacht werden.“

Das stellt der 46-Jährige nicht ohne Grund fest: „Heutzutage muss eine Verwaltung ein attraktiver Arbeitgeber sein.“ Ein freundliches Bewerbungsgespräch gebe dafür schon die erste Visitenkarte ab, denn: „Wir haben nicht nur Fachkräftemangel, sondern Kräftemangel.“

Der werde nicht zuletzt durch den demografischen Wandel ausgelöst und damit müsse sich die Stadtverwaltung auseinandersetzen. Entsprechend lege er darauf einen seiner Schwerpunkte: „Dazu gehört auch, dass wir Menschen, die eigentlich eine andere Berufsausbildung haben, einstellen und fortbilden, um sie zu Fachkräften zu machen.“ Was nicht gehe, sei das Abwerben von Fachkräften anderer Städte: „So etwas machen wir nicht, so etwas gehört sich auch nicht.“

Das gute Arbeitsklima soll herausgestellt werden

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Jürgen Scholz, der im Herbst 2021 in den Ruhestand ging, sehe er sich nicht unbedingt als Fachmann in Sachen Kommunalrecht. Die Bereiche Personal und Organisation seien seine Steckenpferde, für Rechtsfragen habe die Stadtverwaltung gute Mitarbeiter. „Auch wenn ich bereits alle anderen Amtsleiter in Wermelskirchen kennengelernt habe, bin ich noch in der Findungsphase. Klar ist aber, dass Änderungen bei der Organisation immer mit den Mitarbeitern gemeinsam entwickelt werden – dazu gehört ja auch die Personalentwicklerin der Verwaltung“, betont der Haupt- und Personalamtsleiter, in dessen Amt 40 tätig sind: „Von oben lässt sich nicht alles überschauen.“

In erster Linie sei das Haupt- und Personalamt als sogenanntes Querschnitts-Amt ein Dienstleister für die eigene Verwaltung, erläutert Stefan Houbertz, der in Krefeld zur Welt kam und in Aachen aufwuchs: „In Wermelskirchen bildet das Bürgerbüro, das ebenso zu meinem Amt zählt, eine Ausnahme, weil das ja vor allem Dienstleister nach außen für die Bürger ist.“

Zuletzt war Houbertz über acht Jahre Leiter der Personalabteilung bei der Stadt Gaggenau in Baden-Württemberg, weshalb er einschätzt: „Der Personalbereich ist mein Ding.“ Für die Verwaltung in Wermelskirchen sieht Houbertz trotz Kräftemangel gute Chancen: „Hier herrscht ein familiäres Arbeitsklima, wir sind nicht zu groß und nicht zu klein.“ Dadurch zeichneten sich alle Aufgabenfelder durch eine gewisse Tiefe und Breite aus: „Die Arbeit ist interessant und nicht langweilig.“

Selbst wenn eine Verwaltung an Tarifverträge und Beamtenrecht gebunden sei und nicht so viel Gehalt zahlen könne wie die freie Wirtschaft, sei die Stadt Wermelskirchen bei Arbeitsklima und Work-Life-Balance doch „weit vorne“. „Das müssen wir herausstellen“, ist Stefan Houbertz überzeugt.

Nicht unterschätzt werden dürfe die fortschreitende Digitalisierung, an der nicht zuletzt der Gesetzgeber genauso arbeite, um die Möglichkeiten zu erweitern. „Alles in allem ist also genug zu tun“, bilanziert der Haupt- und Personalamtsleiter, der Diplom-Verwaltungswirt und -Betriebswirt ist sowie Personal und Organisation studiert hat.

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