Lange Corona-Zwangspause

Im AJZ herrscht endlich wieder Feierstimmung

Vor allem The Moorings aus Frankreich sorgten für Stimmung bei den gut 100 Besuchern. Foto: Stephan Singer
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Vor allem The Moorings aus Frankreich sorgten für Stimmung bei den gut 100 Besuchern.

Viele fröhliche Gesichter gab es beim ersten Konzert im Autonomen Jugendzentrum nach der langen Corona-Zwangspause.

Von Stephan Singer

Hätten nicht drei Bands auf der Bühne lautstark Vollgas gegeben, wäre das Poltern der von den Herzen herunter fallenden Steine wohl zu hören gewesen. Die Durststrecke durch die Lockdowns ist jetzt auch im Autonomen Jugendzentrum (AJZ) Bahndamm beendet.

Die beiden Bands aus Deutschland, Kilkenny Bastards und Emscherkurve 77, gaben beim ersten Konzert nach der Corona-Schließung ihren Premierenauftritt im AJZ ab, als Headliner gastierten The Moorings aus Frankreich bereits zum dritten Mal bei der Jugendinitiative Wermelskirchen als Bahndamm-Trägerverein.

„Wenn über so lange Zeit nichts passiert, geht der Spirit der Aktiven und der Stammgäste verloren. Dagegen wollen und müssen wir was machen.“

Toto Löhnert, Organisator

Das „Triell“ der Formationen erwies sich als geschickte Kombination von Organisator Toto Löhnert, denn die Zusammenstellung von Irish Folk, Polka und Punk – Kilkenny Bastards aus Iserlohn als Coverband von Dropkick Murphys- oder Flogging Molly-Hits sowie The Moorings als europaweit bekannte Größe mit äußerst tanzbaren, mitreißenden und schweißtreibenden Eigenkompositionen im Fahrwasser von The Dubliners oder The Pogues sowie dem hymnenhaften Mitsing-Punk von Emscherkurve 77 unterstrich die Gute-Laune-Stimmung zur Wiedereröffnung des Bahndamms, dessen Stammgäste nicht ausschließlich wegen der Musik kommen, sondern eben auch einen mehr als überdurchschnittlichen Grad an Identifikation mit „ihrem Laden“ auszeichnet. Dass der Termin mitten in die Herbstschulferien fällt und die sich nach dem Lockdown eingesetzte Reise-Wut der Menschen möglicherweise die Besucherzahlen drücken könnte, habe er gar nicht nachgedacht, gestand Toto Löhnert im Gespräch mit dieser Redaktion: „Für uns alle, die im Bahndamm aktiv sind, war klar, dass wir starten, sobald es die Corona-Regelungen zulassen.“ Als er das gebucht habe, hätte noch die 2G-Regelung mit maximal 100 Besuchern gegolten – jetzt dürfen es bei 3G maximal 199 Menschen im Club sein, wobei sich diese Höchstzahl aus den Brandschutzbestimmungen ableitet und nichts mit der Pandemie zu tun hat.

„Für mich war klar, dass ich anfange zu buchen, sobald die Türen aufgehen – die Bands wollen auftreten, die Leute haben Bock.“ Dass es einen erneuten Lockdown gibt, könne er sich kaum vorstellen und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Fast die gesamte Szene arbeitet in sozialen Berufen und die sind alle geimpft.“

Falls es dennoch durch explodierende Zahlen zu erneuten Einschränkungen käme, hätten das alle ja schon erlebt: „Jetzt braucht es Mut, nicht Unvernunft.“ Denn: „Wenn über so lange Zeit nichts passiert, geht der Spirit der Aktiven und der Stammgäste verloren. Dagegen wollen und müssen wir was machen.“ Die beiden vom Bahndamm-Team organisierten „Rhomb’n’Roll“-Konzerttage im Rahmen der „Kulturfabrik“ auf dem Rhombus-Areal im August seien ein „exzellenter“ erster Schritt gewesen.

Spätestens bei den Zugaben von The Moorings am Ende eines fast vierstündigen Konzertabends waren im Bahndamm die Dämme“ gebrochen, wie der ausgelassene Jubel, das Tanzen und Mitsingen zeigten. Bleibt die Hoffnung, dass es so weitergehen kann.

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