Jugendfreizeitpark

Illegales Skaten gefährdet Bauarbeiten

So sieht sie aktuell aus, die skaterbahn im entstehenden Jugendfreizeitpark Zenshäuschen. Es gilt aber: Betreten verboten. Foto: Doro Siewert
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So sieht sie aktuell aus, die skaterbahn im entstehenden Jugendfreizeitpark Zenshäuschen. Es gilt aber: Betreten verboten.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Im Jugendfreizeitpark ist schon jede Menge los – Erlaubt und gewollt ist das allerdings nicht

Wermelskirchen. Im sozialen Netzwerk Facebook häufen sich am Wochenende die Fotos. Dutzende Skater tummeln sich auf der Baustelle des Jugendfreizeitparks in Zenshäuschen, nutzen die Rampen, toben sich so richtig aus. Erlaubt ist das allerdings ganz und gar nicht. Das betont das städtische Tiefbauamt - und das hatten auch die beteiligten Vereine Rollrausch, Flip off und der CVJM mehrfach kommuniziert.

„Nicht, dass wir es nicht verstehen würden, es ist ausnahmsweise mal trocken und zu Hause fällt einem die Decke auf den Kopf“, schrieben Vereinsmitglieder von Rollrausch jüngst in einer Wermelskirchener Facebook-Gruppe.

Schäden und Haftungsfragen würden Eröffnung verzögern

Und: „Dennoch ist die Nutzung des Skateparks gerade keine gute Idee. Es gibt Risse im Beton, die durch das ,Shredden‘ noch verstärkt werden und neben der Frage nach Verursachern auch Haftungsfragen aufwerfen könnten. Das könnte eine Eröffnung nach hinten verschieben.“

Die Eröffnung, das teilt Tiefbauamtsleiter Harald Drescher auf Nachfrage mit, sei eigentlich für Ende März oder Anfang April geplant. „Wir sind etwas im Verzug, weil der Januar sehr verregnet und der Anfang des Februars sehr frostig war“, sagt Drescher. Deshalb mussten die Arbeiten ein paar Wochen ruhen.

Weil die Firma Anker-Rampe aus Kiel, die sich für die Inhalte des Skate-Parks verantwortlich zeichnet, Ende des Jahres so rasch gearbeitet hat, steht dort schon einiges, was Skater- und BMX-Fahrer-Herzen höher schlagen lässt. Auch die Multifunktionsfläche, auf der sich später unter anderem Sportler des CVJM tummeln wollen, ist schon gut sichtbar.

Aber es ist eben noch nicht fertig. „Es ist eine Baustelle und neben der Tatsache, dass die schon fertigen Teile durch die unerlaubte Nutzung beschädigt werden könnten, besteht auch Verletzungsgefahr“, warnt Harald Drescher die sich unerlaubt auf dem Gelände aufhaltenden Freizeitsportler.

Auch die Polizei ist am Wochenende schon ausgerückt

Andreas Müßener von der Partei Zukunft Wermelskirchen kritisiert die Stadtverwaltung dafür, nichts gegen das illegale Skaten auf der Baustelle zu unternehmen. Unter anderem möchte er wissen, warum das Gelände nicht abgesperrt ist. „Es existieren Absperrungen“, sagt Harald Drescher dazu. „Sowohl am Wasserturm als auch in Höhe von Lidl gibt es klare Begrenzungen.“

Am Wochenende sei nach Hinweisen von Passanten auch die Polizei nach Zenshäuschen ausgerückt. Bis zu deren Eintreffen seien die ungebetenen Gäste aber bereits verschwunden gewesen. „Wir planen, jetzt öfter Kontrollen auf dem Gelände durchzuführen“, kündigt der Tiefbauamtsleiter an. Beschädigt sei bisher noch nichts.

Noch vor einigen Wochen hatte die Stadt damit gerechnet, bereits Ende Januar mit den Arbeiten fertig zu sein. Mit einer großen Eröffnungsfeier hatte damals schon wegen der Corona-Pandemie keiner gerechnet. „Weil es jetzt mit der Fertigstellung der Anlage aber April werden könnte“, nennt Drescher einen möglichen Vorteil der Verzögerung, „können wir vielleicht ja wenigstens eine kleine Einweihung im Freien machen, wenn das dann wieder möglich sein sollte.“ Er hofft auch, dass dann wieder mehrere Sportler im Freien trainieren und somit die Anlage dann auch rege nutzen dürfen.

Zurzeit ist die Firma Sieg und Partner damit beschäftigt, die umliegenden Wege fertigzustellen und somit das Drumherum chic zu machen. „Danach wird Anker-Rampen noch einmal zurückkehren und den Feinschliff für den Skatepark und die Multifunktionsfläche durchführen“, sagt Drescher. Er mahnt: „Vorher ist eben auch dringend von einer Nutzung der Fläche abzuraten.“

Projekt

Es gab vor Jahren noch viele mögliche Standorte für den Freizeitpark. Aber 2016, nach Erstellung eines Schallschutzgutachtens, war Zenshäuschen ausgewählt worden. Zunächst sollten die Kosten überschaubar sein: eine ausgebaute Fläche mit Rampe für rund 200 000 Euro. Das große Projekt, das jetzt daraus wird, entsteht dank Fördermitteln aus dem Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept.

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Es ist wirklich ein tolles Projekt, das die Wermelskirchener, aber auch sportliche Gästen aus anderen Städten da in Zenshäuschen erwartet. Verständlich, dass es die meisten kaum erwarten können, ihr Skateboard oder das Bike zu packen und sich dorthin aufzumachen. Vor allem, weil es gerade wenig andere Freizeitmöglichkeiten gibt und auch, weil die Skater schon etliche Jahre auf diese tolle Fläche gewartet haben. Aber ist es gerade vor diesem Hintergrund nicht buchstäblich asozial, das Gelände jetzt schon zu nutzen, wo es noch eine Baustelle ist? Und damit alles zu gefährden, was gerade entsteht? Möglicherweise Kosten zu verursachen und den Tag der Eröffnung auf unbestimmte Zeit hinauszuzögern? Doch. Das ist es. Und deshalb sollte auch die Stadtverwaltung jetzt härter durchgreifen. Wenn ein Flatterband oder ein locker aufgestellter Bauzaun nicht reichen, muss es eben eine massivere Absperrung sein. Und vielleicht auch regelmäßige Kontrollen bei gutem Wetter und am Wochenende. Es muss in aller Interesse sein, dass dieses tolle Wermelskirchener Projekt nicht durch dumme Rücksichtslosigkeit gefährdet wird.

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