Ihre Songs sollen Menschen berühren

Sihna Maagé, Sängerin aus Wermelskirchen, gewann den Deutschen Rock- und Pop-Preis 2020 in der Kategorie „Beste Popband“. Foto: Johna
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Sihna Maagé, Sängerin aus Wermelskirchen, gewann den Deutschen Rock- und Pop-Preis 2020 in der Kategorie „Beste Popband“. Foto: Johna

Sihna Maagé veröffentlicht ihre CD „Alles gratis“ und gewinnt den Deutschen Rock- und Pop-Preis 2020

Von Andreas Weber

Wenn es nicht gerade eine extrem frustrierende Zeit wäre, könnte Sihna Maagé 2020 als Jahr in Erinnerung behalten, das sie als Sängerin einen veritablen Schritt nach vorne brachte. Im Oktober erschien ihre CD „Alles gratis“, kurz vor Weihnachten traf die Urkunde vom 38. Deutschen Rock- und Pop-Preis aus Siegen bei ihr zu Hause ein. Seither schmückt die Auszeichnung „Beste Popband 2020“ ihre Vita.

Die Wermelskirchenerin, die an der Sophie-Scholl-Gesamtschule 2012 ihr Abi baute, und heute in Leverkusen lebt, zählt nicht zu den Lautsprecherinnen, fällt durch angenehme Zurückhaltung auf. Maagé hat zwar eine klare Botschaft, drängt sich aber selber nicht nach vorne. „Mit 16 Jahren wollte ich berühmt werden“, erklärt sie im Gespräch mit dem RGA: „Mit meinen 27 Jahren bin ich deutlich reflektierter.“ Sie hat gelernt, damit umzugehen, dass die Erfüllung der Träume vom gleißenden Scheinwerferlicht den meisten Talenten verwehrt bleibt.

„Mit 16 Jahren wollte ich berühmt werden, mit 27 bin ich deutlich reflektierter.“

Sihna Maagé, Sängerin

Den Rock- und Pop-Preis, für den sie „Gratis“, den Titeltrack ihrer EP einsandte, nimmt sie gerne als Türöffner für Live-Auftritte und weitere Plattenaufnahmen. Durch die Decke will sie gar nicht mehr schießen. „Ich bin wirklich entspannt. Früher wollte ich auf die große Bühne. Heute erfüllt es mich, wenn ich Songs schreibe, die Menschen berühren, mit coolen Musikern an meiner Seite und Bedingungen, die mir und der Band einen fairen Verdienst garantieren.“

Dass sich Berufsmusiker oft in einer Tretmühle bewegen, thematisiert sie in „Alles Gratis“, das mit Crowdfunding das Licht der Welt erblickte. 111 Unterstützer brachten 5 370 Euro ein für die Produktion im Tonstudio des Burscheider Megaphons, die mit Bezahlung der Musiker und Produzent, Cover, Booklet, Videos und CD-Pressung an den 10 000 Euro kratzte.

Das Ergebnis erfüllt Sihna Maagé mit Stolz. Zurecht. Weg vom Popgewand ihrer ersten EP „Summerlove“ (2017), hin zu entspanntem Soul und einen Schuss Hip-Hop. Die fünf neuen Stücke sind ausgefuchster arrangiert als frühere Aufnahmen, angelehnt an deutsche Soul-Größen wie Joy Denalane und deren Mann Max Herre, und weisen Sihna als formidable Songschreiberin aus.

Ihr Reifeprozess spiegelt sich nicht zuletzt in den Lyrics wider. Erstmals wählte Sihna ihre Muttersprache. Hinter Englisch konnte sie sich früher verstecken, sagt sie. Heute will sie das nicht mehr. Nicht nur, weil Deutsch nicht die harte Sprache sei, als die sie oft abgekanzelt werde. „Ich habe der Welt Dinge mitzuteilen, die sich in Deutsch besser kommunizieren lassen“, verkündet Sihna Maagé und schiebt hinterher: „Ich möchte, dass diese Themen gehört werden.“

Zuhörer merken schnell, warum. Gerade die erste Single-Auskoppelung „Gratis“ entwickelt verbalen Biss. „Ich bin n Unknown Artist, meine Songs, die gibt es gratis. Spiel in Bars und Pubs und findest du mich gut, wirfst du mir dein Kupfer in den Hut“, heißt es dort. Sihna Maagé lässt ihrer Verbitterung über die mangelnde Wertschätzung ihrer Musik freien Lauf. Frust, der stellvertretend für andere unbekannte Künstler steht: „Ich bezahl dich doch auch, wenn ich deine Brötchen kauf. Du mich frisierst oder mir ein Haus baust“, kritisiert sie Kulturbanausen in dem Song weiter.

Durch das Corona-Jahr ist sie finanziell geschliddert – ohne Staatshilfen. „Ich konnte meinen Lebensunterhalt gerade so stemmen.“ Sihna Maagé verdient ihren Unterhalt als Gesangstrainerin an der Musikschule Wermelskirchen. Der Unterricht läuft seit Monaten online. Wie das nächste Konzert, das sie ein Jahr nach ihrem letzten Auftritt in der Osnabrücker Lagerhalle via Bildschirm geben wird. Sihnas Wohnzimmerkonzert mit Gitarrist Marcus Bielefeld wird am 23. Januar gestreamt.

Tickets für das Online-Konzert

Tickets: Sihna Maagés akustischer Wohnzimmer-Gig wird am Samstag, 23. Januar (18 Uhr), gestreamt. Sie stellt ihre neue CD vor und steht ihren Fans Rede und Antwort. Tickets kosten fünf Euro. Bezahlt wird über Paypal, danach gibt´s einen Link zum Freischalten; Details finden sich auf ihrer Facebook-Seite;

Die CD: „Alles gratis“ kostet acht Euro. Bestellt werden kann sie über die Homepage

www.sihna-maage.de oder www.redbird-music.de.

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