Konzert

Ihr Rhythmus ist gut abgehangen

King of the world im Haus Eifgen (v.l.): Stef Delbaere, Ruud Weber, Marlon Pinchel und Govert van der Kolm.
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King of the world im Haus Eifgen (v.l.): Stef Delbaere, Ruud Weber, Marlon Pinchel und Govert van der Kolm.

King of the world gastierte im Haus Eifgen.

Von Peter Klohs

Wermelskirchen. Mit King of the world (KOTW) war eine der führenden Bluesrock-Gruppen Europas zu Gast im Haus Eifgen. Seit 2017 kommt das Quartett aus den Niederlanden regelmäßig auf seinen Tourneen in Wermelskirchen vorbei. Am Freitagabend fanden sich 80 Gäste bei Michael Dierks und seinem Team ein.

Der satte und pralle Bluesrock wirkt noch erdiger durch den exzellenten Sound, den der Tontechniker der Band aus den Boxen zaubert. Die Einflüsse der Band sind stets präsent, ohne dass KOTW sie kopieren würde. Trotzdem ist die erste Reihe der modernen Blues-Musiker immer dabei.

Das Anfangsstück „Unsung Heroes“ sowie der direkte Nachfolger „Someone like you“ stehen in der Tradition Stevie Ray Vaughans. Bei „Bluesified“, dem ersten Stück auf dem ersten Album der Band, kommt den Zuhörern womöglich Gary Moore in den Sinn, bei „Money Talks“ eher ZZ Top.

Beeindruckend spielt Stef Delbaere seine Gitarre

Sehr beeindruckend spielt der Belgier Stef Delbaere seine Gitarre, die optisch und soundmäßig der seines berühmten Kollegen Joe Bonamassa mehr als ähnelt. Organist Govert van der Kolm spielt einige inspirierende Soli, so im letzten Stück des ersten Sets, „Evil Thing“, der zweite Shuffle des Abends. Bassist Ruud Weber verfügt über eine angenehme und variantenreiche Gesangsstimme, während Drummer Marlon Pinchel den Druck, den die Band erzeugt, ohne sichtbare Anstrengung aufrecht erhält. Über Funkeinflüsse geht die Reise zum Country-Blues („Eyes of a child“, das Ruud Weber für seinen Vater geschrieben hat) und zur jazzigen Spielweise dieser Musikart, aus Groove wird Swing. Auch der Rock 'n Roll wird mit zwei Beiträgen bedacht.

Das beste Stück haben sich die Musiker für die Mitte des zweiten Sets aufgespart: „Life after you“, an diesem Abend gespielt für die jüngst verstorbenen Jeff Beck und David Crosby, entzieht sich den Genres, bleibt jedoch bei aller Eigenständigkeit im Blues verwurzelt. Delbaere lässt die Gitarre singen wie weiland Roy Buchanan, die Begleitakkorde des Organisten kommen aus den Tiefen einer Kirche in den Südstaaten, Pinchels Sinn für Dynamik ist eine Offenbarung.

Vor einem Monat war der australische Tastenmagier Lachy Doley mit einer ähnlichen Musik zu Gast im Eifgen. Anstelle der Wildheit und des organisierten Chaos treten bei King of the world nun gut abgehangener Rhythmus, seelenvolle Melodien und eine feinere Spielart des Blues, die auch vor Einflüssen aus der Popmusik nicht Halt macht. War Doley das wilde Vorbeitreiben einer Bisonherde, ist KOTW wie eine Tour durch die Kneipen im Bergischen, nach der man keineswegs betrunken, trotzdem jedoch beseelt nach Hause kommt. Wie alle „guten“ Bluesbands sind die Vier am besten, wenn sie live spielen können. Unter den bisher sechs erschienenen CDs ist auch ein Live-Album vertreten: „Live in Paradiso“. Im Haus Eifgen wurde vorrangig das 2022 erschienene Album „Royal Ten“ gespielt.

Handgemachte Rockmusik verspricht die Deutschrock-Legende Epitaph, die am 11. Februar im Haus Eifgen ist.

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