Ehrennadel

Ihr Einsatz hat schon Leben gerettet

Landrat Stephan Santelmann und Ulrike Schuh. Sie erhält die Goldene Ehrennadel für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im Schwimmen.
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Landrat Stephan Santelmann und Ulrike Schuh. Sie erhält die Goldene Ehrennadel für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im Schwimmen.
  • Susanne Koch
    VonSusanne Koch
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Goldene Ehrennadel für Ulrike Schuh, die sich seit Jahrzehnten ums Schwimmen verdient macht.

Wermelskirchen. „Schwimmen ist einfach klasse.“ Dieser von ihr mit Herzblut ausgesprochene Satz bestimmt das ganze Handeln von Ulrike Schuh, die von Klein und Groß, Alt und Jung nur Uli genannt wird. Denn die 76-Jährige ist seit 1985 Mitglied der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Bereits seit 1984 ist sie dort engagiert. Und seitdem hat sie Tausenden Kindern das Schwimmen beigebracht.

Für ihren unermüdlichen Einsatz bekam sie vergangene Woche von Landrat Stephan Santelmann die Goldene Ehrennadel überreicht. „Ulrike Schuh hat über Jahrzehnte hinweg Kindern das Schwimmen beigebracht“, führte der Landrat aus. „Sie engagiert sich gemeinsam mit ihrem Mann in der DLRG und übernimmt dort viele Aufgaben, unter anderem für den Vorstand.“ Oft passiere ihr Einsatz im Verborgenen, da sie nie großes Aufsehen darum mache. „Mit ihrer ausgeglichenen Art hat sie schon vielen Kindern – und auch Erwachsenen – beigebracht, sich im Wasser sicher zu bewegen. Liebe Frau Schuh, Ihr Einsatz ist großartig und hat bestimmt schon einigen Menschen das Leben gerettet. Dafür haben Sie die Ehrennadel in Gold verdient.“

„Es begann damit, dass ich meinen Kindern früh das Schwimmen beibringen wollte“, erzählt Ulrike „Uli“ Schuh. „Doch mein Sohn wollte lieber mit mir spielen. Da hat mir Klaus Suffenplan geholfen und am Ende meinem Sohn und auch den beiden Zwillingen das Schwimmen beigebracht. Da waren sie unter fünf Jahre alt.“ Ulrike Schuh selbst hatte bereits mit dreieinhalb Jahren das Schwimmen gelernt. „Ich bin eine echte Wasserratte“, sagt sie. Und als solche macht sie sich die ganze Zeit nützlich. „Im Hallenbad gebe ich für Senioren, aber auch jüngeren Menschen mit Rückenleiden Gymnastikkurse“, sagt die 76-Jährige. „Darüber hinaus gebe ich derzeit montags und freitags Schwimmunterricht von der DLRG aus und ich bin zwei Mal die Woche an Schulen und gebe Schwimmunterricht.“ Ganz wichtig ist ihr, dass sich die Kinder zuerst einmal sicher im Wasser bewegen, sich dort wohl fühlen, Spaß haben und dann selber das Schwimmen erlernen wollen. Die Fachbegriffe dafür sind Wassergewöhnung und Wasserbewältigung. „Ich habe es einmal mit einem Jungen zu tun gehabt, der hat erst nach drei Jahren bei mir das Schwimmen gelernt“, sagt Ulrike Schuh. „Er hatte ganz viel Angst vor dem Wasser entwickelt, weil er in seiner Kindheit ins Mittelmeer geschmissen wurde.“

Die Corona-Pandemie hat auch vor dem Schwimmenlernen nicht Halt gemacht. „Viele Kinder haben in dieser Zeit noch kein Schwimmen lernen können“, sagt Ulrike Schuh. „Die Gruppen haben wir aufgestockt. Jetzt werden 18 bis 20 Kinder gleichzeitig unterrichtet. Wir haben eine große Warteliste.“

Ulrike Schuh hat auch eine Ausbildung zur Ausbildungsleiterin gemacht und im Bezirk gearbeitet. „Das habe ich aber an meine Tochter übergeben.“ Ihre ganze Familie engagiert sich in der DLRG, ihr Mann Günter, der Sohn und die beiden Töchter.

„Wir sind alle schwimmbegeistert“, erzählt die Wasserratte.

Sie selbst habe mit dreieinhalb Jahren das Schwimmen erlernt. „Der Freund meiner Mutter – und die war ein richtiger Fisch – war Schwimmmeister“, sagt Ulrike Schuh. „Er hat es mir im Freibad Dabringhausen beigebracht.“ Es sei wie später in ihrer eigenen Familie gewesen. „Ich wollte mit meiner Mutter spielen und nicht mit ihr Schwimmen lernen“, sagt die 76-Jährige. „So wie meine Kinder schließlich mit mir auch.“

Für andere Hobbys hat Ulrike Schuh kaum Zeit gefunden. „Ich bin seit über 50 Jahren ADAC-Mitglied“, sagt sie. „Und auch seit über 50 Jahren Mitglied der CDU.“ Ihr Vater hätte ihr empfohlen, ADAC-Mitglied zu werden. „Mein erstes Auto habe ich während meines Studiums gebracht bekommen“, erinnert sie sich. „Und seitdem bin ich ADAC-Mitglied und habe noch nie Schwierigkeiten damit gehabt.“

Sie sei sehr stolz auf die Goldene Ehrennadel, die sie von Landrat Stephan Santelmann bekommen hat. „Das ist eine schöne Anerkennung für meine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit.“

DLRG

Kontakt: DLRG Ortsgruppe Wermelskirchen e.V., Postfach 501163, 42904 Wermelskirchen, Tel.: (0 21 96) 8 97 99 16.

info@wermelskirchen.dlrg.de

Infos:Informationen über Vorstand und Ansprechpartner, aber auch über Schwimmkurse, in denen noch Plätze frei sind, und viele weitere interessante Fakten online:

wermelskirchen.dlrg.de

Standpunkt von Susanne Koch: Eine tolle Leistung

susanne.koch@rga.de

Ulrike Schuh, von ganz vielen liebevoll Uli genannt, bringt nicht nur Kindern seit vielen Jahren das Schwimmen bei, sie hat auch dafür gesorgt, dass sich ihre ganze Familie in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) engagiert.

Dabei ist der 76-Jährigen zuallererst wichtig, die Kinder ans Wasser zu gewöhnen. Damit diese sich wohlfühlen im nassen Element, Spaß haben, um dann von alleine Schwimmen lernen zu wollen. Denn sie hat des Öfteren erlebt, was es heißt, Kindern wieder die Angst vorm Wasser zu nehmen. Einmal dauerte es sogar drei Jahre. Ein Junge musste erst einmal verwinden, dass er als Kind ins Mittelmeer geschmissen wurde, ohne schwimmen zu können. Und das möchte sie allen Kindern ersparen.

Die Ehrenamtlerin gibt heute noch Wassergymnastik für Senioren oder jüngere Betroffene. Und sie hat viele Jahre lang Ehrenamtler ausgebildet. Ihr Ehrenamt ist eine tolle Leistung.

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