IHK setzt weiter auf niederschwellige Berufsberatung

Corona-Krise habe Fachkräftemangel verstärkt – Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Vetterlein zeigt sich besorgt

Von unserer Redaktion

Das Fazit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln ist eindeutig: „Ganz weit oben bei den Herausforderungen stehen die fehlenden Fachkräfte“, sagt Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Vetterlein. Und dieser seit Jahren anhaltende Trend hat sich jüngst noch einmal durch die Corona-Krise verschärft. Grund genug für die IHK, die nicht nur für die Millionenstadt, sondern auch für Leverkusen, den Rheinisch-Bergischen, Oberbergischen und Rhein-Erft-Kreis zuständig ist, dieses Thema im neuen Jahr besonders stark anzugehen. Mit vielen niederschwelligen und individuellen Angeboten will sie für eine Berufsausbildung werben.

„Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine duale Berufsausbildung. Gerade diese Fachkräfte werden jedoch händeringend gesucht. Wir schaffen den Umbau zu einer klimagerechten und ressourcenschonenden Wirtschaft nicht ohne Fachkräfte“, macht Vetterlein deutlich.

„Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine duale Berufsausbildung.“

Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer IHK Köln

Gelingen soll das Anwerben junger Fachkräfte so: „Wir gehen auf die Schulhöfe, informieren Eltern, unsere Ausbildungsbotschafter sind in den Schulklassen, wir beraten ohne Termin und haben hoffentlich auch wieder viele Speed-Datings“, berichtet der Hauptgeschäftsführer und betont noch einmal die Vorteile einer Berufsausbildung. Auszubildende würden im Team arbeiten, Geld verdienen, herausragende Zukunftschancen haben und könnten im Anschluss immer noch ein Studium beginnen oder die Ausbildung mit einem Fachwirt oder Meister anschließen. „Eine Berufsausbildung nach der Schule sollte eigentlich wieder zur Selbstverständlichkeit werden“, hofft die IHK.

Apropos gute Zukunftschancen: Diese sieht die IHK Köln nicht nur wegen des Fachkräftemangels in Gefahr. Vielmehr stelle der Wandel der (Innen-)Städte die Gesellschaft vor Herausforderungen. „Die Corona-Pandemie hat auch die negative Entwicklung der Innenstädte in der Kölner Region forciert. In vielen Orten – nicht nur in Köln – stehen Ladenlokale leer, Einkaufsstraßen verlieren an Attraktivität und Shopping als alleiniger Grund, in die City zu fahren, zieht nicht mehr“, stellt die Industrie- und Handelskammer in einer Pressemitteilung fest. Die IHK Köln will dazu mit den Städten gemeinsam an einem Zielbild für auch in Zukunft attraktive Zentren arbeiten.

Und es gibt noch ein drittes Thema, mit dem sich die IHK 2022 besonders beschäftigen möchte: die Versorgungssicherheit der Bürger durch die Energiewende, die im Rheinischen Revier auch für einen deutlichen Strukturwandel sorgen wird. „Dazu gehört an erster Stelle die Versorgungssicherheit mit Strom und anderer klimaneutraler Energieträger“, meint Vetterlein.

Neue Arbeitsplätze werden im Rheinischen Revier entstehen

Mit dem Wandel einhergeht auch die Frage, wie sich das Rheinische Revier neu aufstellt, wie – so beschreibt es die IHK – neue unternehmerische Investitionen in die Region geholt werden können. „Zukunftsfeste Arbeitsplätze und Innovationen können nur auf dafür ausgewiesenen neuen oder umgewidmeten Industrieflächen mit der erforderlichen Infrastruktur entstehen. Nur dann kann das Rheinische Revier zum Vorreiter für eine moderne und klimaneutrale Industrieregion werden“, macht der Hauptgeschäftsführer der IHK Köln deutlich.

Gleichzeitig betont er: „Angesichts der ambitionierten Zeitpläne für den Braunkohleausstieg gibt es nur ein sehr enges Zeitfenster für hochkonzentriertes Handeln. Es sollte sowohl Politik, Verwaltung als auch den Unternehmen in der Region klar sein, dass wir jetzt nur in einer gemeinsamen gewaltigen Kraftanstrengung diese Zukunftsaufgaben bewältigen können.“

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