Feier

IHK-Gremium blickt zum 40. nach vorn

Zum 40. Geburtstag kamen die Mitglieder im Landhaus Spatzenhof zusammen. Foto: Doro Siewert
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Zum 40. Geburtstag kamen die Mitglieder im Landhaus Spatzenhof zusammen.

Viele Projekte stehen für Wermelskirchen noch an.

Von Sabine Naber

Wermelskirchen. Vor 40 Jahren hat sich das IHK-Wirtschaftsgremium in Wermelskirchen gegründet. Anlass genug für eine große Feier am Donnerstagabend im Landhaus Spatzenhof.

Dass ein runder Geburtstag etwas Besonderes sei, befand dann auch der Vorsitzende Michael Flanhardt, der als Ehrengäste IHK-Vizepräsidentin Tina Gerfer und den Vizepräsident Hendrik Pilatzki, den Investor am Loches-Platz, begrüßte.

In einem kurzen Rückblick ging Flanhardt auf die Gründungszeit ein, bevor er an das Jahr 2015 erinnerte, als man vor der Herausforderung stand, die in Wermelskirchen ankommenden Flüchtlinge zu versorgen, ihnen Perspektiven zu vermitteln, sie möglichst schnell zu integrieren und ihnen eine neue Heimat zu bieten. „Viele Betriebe aus dem Gremium haben zusätzliche Praktikanten aufgenommen, sie an die hiesige Arbeitswelt herangeführt. Daraus sind sehr gute Arbeitsverhältnisse entstanden, was ich aus eigener betrieblicher Erfahrung bestätigen kann.“

Wichtig sei ihm, dass Wirtschaft und Industrie nicht nur Mittel zum Zweck sind, sondern zu einer lebendigen Infrastruktur einer Stadt gehören. „Die Zukunft gemeinsam gestalten“, wünschte sich anschließend Bürgermeisterin Marion Lück. Sie versprach, in ihrer Amtszeit nicht zu verwalten, sondern zu gestalten, ein Stück weit die Haltung zu verändern: „Wir müssen den Service leben und füllen, uns engagieren und auch mal ein Risiko eingehen.“

Mit Blick auf die Ausbildungssituation machte sie deutlich, dass der Schulabschluss nicht unbedingt das Abitur sein müsse: „Als Beispiel kann ich von mir erzählen. Wir waren zu Hause zu dritt, jeder hatte einen anderen Schulabschluss. Ich habe das Abitur gemacht, aber auch lange Jahre am wenigsten von uns dreien verdient.“

In einem Rückblick zählte die Bürgermeisterin auf, wie viele „tolle Sachen“ in Wermelskirchen inzwischen auf die Beine gestellt wurden. „Im Rhombus-Park hat sich richtig was getan. So konkret war es noch nie. Der Jugendfreizeitpark ist fertig geworden und macht die Stadt attraktiver. Ebenso das Mega-Baumprojekt, in dem wir 35 000 Bäume gepflanzt haben, und der Kultursommer.“

Viele Fördermittel gab es für Wermelskirchen

Viele Fördermittel habe es für Wermelskirchen gegeben. Unter anderem für die Schulen, das Feuerwehr-Gerätehaus oder auch den Dorfpark in Dabringhausen. Für die Zukunft versprach sie, „jeden Fördertopf anbohren zu wollen“, um so weiter Gas geben zu können in der Stadt.

Über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt informierte Pascal Sahlmen von der Agentur für Arbeit. Er erinnerte an die enorme Welle an Kurzarbeit im vergangenen Jahr: „Um diesen Kraftakt bewältigen zu können, mussten wir in fünf Wochen 5000 Mitarbeiter entsprechend schulen.“

Um Jugendliche für einen Ausbildungsplatz zu begeistern, sei man zurzeit mit einem Beratungsmobil unterwegs, fahre zu Plätzen, wo die Jugendlichen sich aufhalten. „Wir müssen den Kontakt zu jungen Menschen auf einer Beziehungsebene aufbauen. Nur digital oder telefonisch kommen wir nicht weiter“, machte er deutlich.

Strategien und Werkzeuge, wie es gelingen kann, zu finden und an sich zu binden, vermittelte Zuzana Blazek, die seit 16 Jahren in Köln in einem Wirtschaftsinstitut arbeitet, in ihrem Vortrag. Und versicherte, dass zukünftig ganz andere Wege gegangen werden müssten, um Fachkräfte zu bekommen. Erstens gebe es seit den 1970er Jahren zu wenige Geburten und zweitens würden mehr und mehr junge Leute dem Studium den Vorzug geben. „Die Unternehmer müssen eine Strategie entwickeln, um Auszubildende werben. Sie sollten sich präsentieren, zeigen, was sie tun und sich abheben von der Konkurrenz. Ziel muss sein, die eigenen Mitarbeitenden zu Fans des Unternehmens zu machen“, erklärte sie.

Historie

Vor 40 Jahren wurden in den Städten und Kreisen deutschlandweit Wirtschaftsgremien gegründet, um die Interessen vor Ort zu bündeln und den Dialog zu politischen Verantwortlichen zu suchen. Ein Schwerpunkt dabei sollte sein, die Sorgen, Wünsche und Ideen aus der Region in die „Zentrale“ zu tragen. Michael Flanhardt dankte hier Eva Babatz, die seit mehr als 20 Jahren das Wirtschaftsgremium begleitet und die nicht immer einfache Aufgabe des „Brückenkopfes“ zwischen rechter und linker Rheinseite wahrnimmt.

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