Hochwasser spült Hauswand weg

Das Hochwasser hat an der Markusmühle ein klaffendes Loch in der Hauswand und große Schäden hinterlassen. Foto: Theresa Demski
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Das Hochwasser hat an der Markusmühle ein klaffendes Loch in der Hauswand und große Schäden hinterlassen.

Eifgenbach wurde für die Anwohner in der Markusmühle zur Lebensbedrohung

Von Theresa Demski

Inge Zich kämpft mit den Tränen. „Das Wasser hat einfach alles mitgenommen“, erzählt sie und blickt auf die eingerissene Wand ihres Wohnzimmers an der Markusmühle. Wo bisher Fenster einen Blick in die Idylle zuließen, klafft jetzt ein Loch in der Hauswand. Die Fundamente im Raum nebenan hat das Wasser ebenfalls mitgenommen, die Fenster hängen in der Luft.

Inge Zich erinnert sich bedrückt an den regenreichen Mittwoch. „Ich habe den ganzen Tag über beobachtet, wie der Wasserstand weiter stieg“, erzählt sie, „aber dieses Szenario habe ich nicht kommen sehen.“ Und dann versagt ihr die Stimme. Sie werde wohl nicht alles wieder aufbauen und zurück in die Räume am Wasser ziehen, sagt sie und räumt mit ihrer Tochter die Habseligkeiten aus.

„Ich sah, wie das Wasser die Möbel wegschwemmte.“

Inge Zich

In den vergangenen Jahren habe die Feuerwehr bei Starkregen immer mal wieder zur Markusmühle ausrücken müssen. Das Technische Hilfswerk half zuweilen mit Sandsäcken nach. „Aber das war nicht vergleichbar mit diesem Jahr“, sagt Inge Zich. Schon am frühen Mittwochabend stand das Wasser in der Wohnung, dann spürte sie die Erschütterung. „Ich sah, wie das Wasser die Möbel wegschwemmte“, erzählt sie.

Die Kraft des eigentlich beschaulichen Eifgenbachs war nach dem regenreichen Tag immer weiter angestiegen. Am Ende sei dann alles ganz schnell gegangen. „Die Feuerwehrleute mussten uns mit Seilen über die Hauseinfahrt retten“, erzählt Inge Zich. Denn das Wasser strömte rund um die Markusmühle und nahm alles mit, was sich ihm in den Weg stellte.

Der Anblick nach dem Regen am gestrigen Donnerstagmorgen ist für die Familie schwer auszuhalten. Der Blick fällt durch die offene Mauer in den eigentlich gemütlichen Raum der Markusmühle, mit deren Einrichtung sich Inge Zich viel Mühe gegeben hatte. Immer mal wieder halten Radler oder Autofahrer an, um einen Blick auf die Zerstörung zu werfen. Eigentlich ist die Straße zwischen Dabringhausen und Hilgen am Donnerstagmorgen noch gesperrt, doch viele Autofahrer ignorieren wohl die Beschilderung.

Im Tal angekommen, sichern noch rot-weiße Hütchen die Unglücksstelle an der Markusmühle. Das Wasser fließt aber wieder in seinem Bett – allerdings immer noch mit einem hohen Pegel, stark verschlammt und mit rasender Geschwindigkeit.

Für die Familie stehen an diesem Vormittag eine traurige Bilanz des Hochwassers und schmerzvolle Aufräumarbeiten an. Inge Zich hat ihr Zuhause verloren - und auch ein bisschen das Vertrauen in den Eifgenbach, der in der Hochwassernacht auch die zuvor vorhandene Leichtigkeit mitnahm.

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