Sie hilft einem Kind durch den Schulalltag

Christina Stein (60) ist eine von 22 Integrationskräften an der Hilda-Heinemann-Schule. Foto: mw
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Christina Stein (60) ist eine von 22 Integrationskräften an der Hilda-Heinemann-Schule. Foto: mw

Christina Stein ist eine von 22 Integrationskräften an der Hilda-Heinemann-Schule

Von Melissa Wienzek

Am Anfang hieß sie bei Mehmet (9, Name von der Redaktion geändert) einfach nur „Ey“, mittlerweile heißt sie „Frau Stein“. Die 60-jährige Christina Stein ist eine von 22 Inklusionsassistenten an der Hilda-Heinemann-Schule – und hat sich zu „ihrem Kind“, wie sie liebevoll über ihren Schüler sagt, eine Beziehung aufgebaut. Kein Wunder: Die Beyenburgerin ist täglich von 9 bis 15.15 Uhr mit Mehmet zusammen. Und zwar ganz nah in der 1-zu-1-Betreuung. Denn Inklusionskräfte helfen den Förderschülern an der Hilda-Heinemann, am Unterricht teilzunehmen. Sie pflegen, helfen, fördern. Und gehen dabei eine enge Bindung ein. „Ich hole mein Kind morgens vom Bus ab. Nach dem Morgenkreis arbeiten wir dann zum Beispiel am Wochenplan und spielen zusammen. Ich begleite ihn aber beispielsweise auch bei Toilettengängen“, skizziert Christina Stein ihre Aufgaben.

„Diese kleinen Erfolge sind für die Kinder toll – und für uns auch.“

Christina Stein, Integrationskraft

Mehmet könne sich allein an- und ausziehen, sein Brot selbst schmieren und wisse auch, dass gerade in diesen Zeiten gründliches Händewaschen wichtig ist. „Er lässt sich aber auch leicht ablenken und ist sehr lebhaft. Dennoch ist er ein pfiffiges Kerlchen.“

Manchmal, wenn Mehmet ein wenig aufgekratzt ist, ziehen sich Christina Stein und ihr Schüler in den Nebenraum zurück und arbeiten gemeinsam an einer Aufgabe. „Ich erkläre ihm dann, dass wir diese eine Sache noch fertig machen müssen und motiviere ihn dazu. Zum Beispiel, wenn wir etwas ausmalen. Diese kleinen Erfolge sind für die Kinder toll – und für uns auch“, sagt die leidenschaftliche Inklusionsassistentin.

Derzeit ist sie in der Raupenklasse bei Mehmet eingesetzt. In dieser gibt es vier sogenannte I-Kräfte. „Die Lehrer haben immer ein offenes Ohr für uns. Sie beziehen uns bei allem ein. Wir sind wie eine große Familie zum Wohle unserer Kinder“, sagt die 60-Jährige. Die Lehrkräfte sorgten dafür, dass sie und „ihr Kind“ genügend Material hätten, auch für das Lernen zu Hause. Sie wiederum sorge dafür, dass Mehmet trotz seiner Einschränkung wie alle anderen Schüler auch am Unterricht teilnehmen könne. „Mehmet braucht eine klare Linie. Und Frau Stein hat dabei eine Engelsgeduld“, lobt Schulleiter Christian Jansen. Die Integrationskräfte gehören für ihn selbstverständlich dazu.

Teil dieser Gemeinschaft ist Christina Stein bereits seit sechs Jahren. Erst war sie bei den jüngeren Schülern eingesetzt, dann bei den älteren, nun ist sie zurück bei den jüngeren. Denn irgendwann ist „ihr Kind“ so weit, dass es die Schule verlässt. „Es ist eine so schöne Aufgabe, sie bei ihrem Weg zu begleiten. Und man bekommt einfach viel Liebe von den Kindern zurück.“ Bei der Reittherapie oder beim Therapieschwimmen blühten die Schüler richtig auf. „Das macht den Kindern so viel Freude.“ Einer ihrer Schützlinge habe beispielsweise damals ein Korsett tragen müssen. Auf dem Rücken des Pferdes erlangte es mit der Zeit eine aufrechtere Körperhaltung. „Das war fantastisch“, sagt Christina Stein.

Eigentlich ist die Beyenburgerin gelernte Friseurin. Nachdem sie ihre Kinder aus dem Gröbsten raus hatte, stieg sie bei der Caritas ein. Zehn Jahre blieb sie dort. Danach arbeitete sie fünf Jahre im Offenen Ganztag. Vor zwölf Jahren kam sie zum Verein „Behindert – na und?“. In diesem ist sie nun als Inklusionsassistentin angestellt. „Dieser Job ist Gold wert“, findet sie.

Sie haben bereits gespendet

Diese RGA-Leser haben gespendet, wofür wir uns herzlich bedanken: Frank und Heike Zickler, Hans-Helmut und Eleonore Bühr, Manfred und Heidrun Abbe, Klaus Heinrich Sporenberg, Horst Adolf und Ursel Kaiser, Gerhard Franz und Hannelore Jörgens, Brigitte Thiel, Marianne Müller, Thomas und Elisabeth Buchholz, Margot Luber, Jutta Klein, Siegfried und Monika Kuhn, Alfred und Heike Orlowski, Wolfgang Schreiner, Paul und Hannelore Bachmann, Horst Hermes, Erika Rehbein Ursula Pagel, Rainer und Monika Hoppe, Ursula Hansen, J. + P. Meier-Frankenfeld, Axel Balzer und Kerstin Schmidt, Annemarie Bickenbach, Petra Saager-Begas, Marion Waldenburg-Raser, Gisela Teltenkötter, Gerhard und Doris Göddertz, Johanne Dorndorf, Uwe und Bettina Hering, Horst Wild, Doris Buss, Michael Bernhard Wilhelm Birker, Hans Willi Schäfer, Hans Hermann Willi Klingenstein, Thomas und Petra Huysmann, Karla Opitz, Wolfgang Opitz, Friedhelm Voss, Gerhard und Helga Flauaus, Gerda Kottenstede, Elke Buhrke, Maria Luise Öffling, Ingrid Schlicht, Reinhardt Pauli, Max Paffrath, Renate Schulten, Rainer Räck, Sabine Räck, Norbert und Marita Linnenberg, Anja Holtmann, Manuela Lajewski, Dorothea Hussels, Achim und Christa Paffrath, Suse Dowidat, Barbara Huppe, Eveline Gisela Patarich, Daniela Fritz, Rita Haindl, Paul und Karin Becker, Gunter Sieper, Wilfried und Gisela Bewig, Hans-Otto und Ursula Schmidt, Rita Speer, Karl-Heinz und Karin Wolkowski, Erika Hein, Editha Maria Knab, Daniela Hager, Uta Oliveras Carretero, Detlev und Jutta Maier, Christoph Otto, Peter Branscheid, Rosemarie Monheimius, Inge und Albert Gering, Norbert und Ursula Nehmert.

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