Zirkusprojekt an der GGS Schwanenschule

Hier werden Grundschüler zu Artisten

Einige Schüler der GGS Schwanenschule bauen eine Pyramide zwischen zwei Leitern. Die verantwortliche Lehrerin Christiane zur Heide (l.) passt auf, dass sich keiner verletzt.
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Einige Schüler der GGS Schwanenschule bauen eine Pyramide zwischen zwei Leitern. Die verantwortliche Lehrerin Christiane zur Heide (l.) passt auf, dass sich keiner verletzt.

Am Samstag folgen Auftritte in der Sporthalle.

Von Lena Steffens

Wermelskirchen. Isabelle klettert auf die unteren beiden Sprossen zweier Leitern, die sich gegenüber stehen. Vorsichtig tastet sie sich mit ihren Füßen weiter nach oben. Währenddessen sichern zwei Kinder die Leitern, auf denen außen blaue Sterne kleben, von außen mit ihren Händen. „Nummer zwei kann kommen“, ruft die Klassenlehrerin der E6, Christiane zur Heide. Schon steigt ein Kind unterhalb von Isabelle auf die Leitern, ein drittes kommt auch noch hinzu. Dann strecken sie ihre Arme aus, die Kinder, die die Leitern gesichert haben, lassen diese los. Das Kunststück steht. „Applaus“, ruft zur Heide und die übrigen Kinder, die auf dem Boden sitzen, klatschen.

Akrobatik ist nur eine Disziplin, die in dieser Woche in der GGS Schwanenschule auf dem Stundenplan steht: Dort ist Zirkuswoche. Zum ersten Mal. Statt Mathe, Deutsch oder Englisch lernen die Schüler der ersten bis vierten Klassen aktuell Jonglage, Feuerkunst oder Seiltanz.

Überall auf dem Schulgelände, ob in der Sporthalle, in den Klassenzimmern oder auf dem Schulhof, können die Kinder Zirkusluft schnuppern. Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Spielecircus Köln. „Wir haben uns als Kollegen dafür entschieden, einen großen Teil des Geldes für das Zirkusprojekt einzusetzen“, erklärt Tobias Niemann, stellvertretender Schulleiter der Schwanenschule mit Blick auf das Förderprogramm, das das Projekt finanziell möglich macht. „Es geht darum, den Kindern nach den harten Einschränkungen durch die Pandemie wieder eine gute Zeit zu schenken.“

In einer anderen Halle der Schule wird gerade mit Feuer gearbeitet. Bevor es an den praktischen Teil ging, haben die Schüler gelernt, was Feuer ist und was es braucht, um zu brennen, und welche Sicherheitsregeln beim Spiel mit dem Feuer wichtig sind. Moritz, Hassan, Aurelia und Ahmed durften nacheinander zum Fakir kommen, der eine brennende Fackel in der Hand hielt und auf einer Zirkusmatte stand. Die Schüler sollten ihre Hand ausstrecken, dann wedelte der Fakir viermal mit der Fackel darunter durch, damit die Kinder ein Gefühl für die Flamme bekommen. Am Ende verabschiedeten sich die Schüler mit einem High-Five und setzten sich wieder auf den Boden der Turnhalle. Sofort steht das nächste Kind auf und läuft in die Mitte.

„Ich bin stolz darauf, dass sich auch die Kinder, die sonst eher schüchtern sind, in die Mitte getraut haben“, sagt Niemann. „Wir haben hier eine sehr heterogene Schulgemeinschaft. Wir haben fitte Kinder, Kinder mit mehr Förderbedarf und ukrainische Kinder, die sich schnell integriert haben“, erklärt er. „Die Kinder sollen lernen, dass jedes von ihnen etwas kann und und sich etwas zutrauen kann.“ Keiner der Schüler wird gezwungen, bei den Zirkusnummern mitzumachen, aber jeder wird dazu ermutigt, über seinen Schatten zu springen und sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Um die Motivation der Kinder für die Zirkuswoche zu steigern, haben zunächst die Lehrer und einige Eltern am Dienstagmorgen eine Zirkusvorführung gegeben. So wussten die Kinder auch, auf welche Aktivitäten sie sich in den kommenden Tagen freuen können. „Auch haben wir den Tag mit einem gemeinsamen Zirkuslied gestartet und ein Schüler hat mit mir zusammen die Schüler begrüßt“, erzählt Niemann. Danach ging es in die Sporthalle, um von 8 Uhr bis 12.30 Uhr gemeinsam Zirkusnummern einzustudieren. „Wir wollen den Kindern eben nicht nur Lesen und Schreiben beibringen, sondern ihnen die Welt zeigen“, meint der stellvertretende Schulleiter.

Der Höhepunkt der Zirkuswoche sind die großen Aufführungen am Samstag vor den Eltern, Großeltern und Geschwisterkindern. „Das wird für die Kinder ein besonderes Erlebnis“, meint Niemann. Mit Popcorn in der Hand können sich die Familien dann die Kunststücke ihrer Kleinen ansehen. Ein oder mehrere Schüler sollen die Show dann auch moderieren. „Da wir so eine große Schule sind – aktuell haben wir rund 330 Schüler – werden wir drei Aufführungen anbieten“, erklärt Niemann ().

Der Erlös, der nach allen Abzügen von den Tickets übrig bleibt, soll im Anschluss der Schule zugutekommen. „Es steht aber noch nicht fest, was davon gekauft werden soll“, sagt Niemann. Darüber soll ein Schülerparlament abstimmen. Auch an dieser Stelle gestalten die Schüler das Zirkusprojekt selbst mit – das macht Niemann stolz.

Aufführungen

Die Shows am Samstag finden um 11 Uhr, 13.30 Uhr und um 16 Uhr in der Sporthalle der Schule statt. Karten gibt es für zwei Euro an der Tageskasse. Der Preis wurde so niedrig angesetzt, um keinen auszuschließen.

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