Tankrabatt endet

Heute noch mal volltanken – oder nicht?

Diana Horst aus Wermelskirchen steht an der Tankstelle an der Burger Straße, um ihr Auto voll zu tanken: Heute endet der Tankrabatt.
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Diana Horst aus Wermelskirchen steht an der Tankstelle an der Burger Straße, um ihr Auto voll zu tanken: Heute endet der Tankrabatt.

Wermelskirchener sehen Spritpreise mit gemischten Gefühlen.

Von Lena Steffens

Wermelskirchen. Heute endet der Tankrabatt: Dann kostet der Liter Diesel wieder 17 Cent mehr, die Preise für den Liter Benzin werden wohl um 35 Cent steigen. Dass sich die Spritpreise verändern, wurde aber bereits in der letzten Augustwoche deutlich. Laut ADAC kostete Diesel im bundesweiten Durchschnitt zu diesem Zeitpunkt 1,988 Euro, „was einem Anstieg von 6,3 Cent im Vergleich zur Vorwoche entspricht. Super E10 verteuert sich innerhalb einer Woche um 2,6 Cent und kostet im Bundesschnitt 1,734 Euro.“

Als Grund für den vorzeitigen Anstieg wird die hohe Nachfrage nach den Kraftstoffen vor dem Hintergrund des anstehenden Endes der Energiesteuersenkung genannt.

Trotz der Anstiege empfiehlt der ADAC, nicht ausgerechnet heute zur Tankstelle zu fahren, um den Wagen noch einmal vollzutanken. Autofahrer sollten die Preise im Blick behalten und dann tanken, wenn sich dafür eine günstige Gelegenheit bietet. Laut ADAC ist der Sprit beispielsweise abends zwischen 20 und 22 Uhr am günstigsten. Auch zwischen 18 Uhr und 19 Uhr kann bereits günstig getankt werden.

Um die Spritpreise im Auge zu behalten, können Tank-Apps helfen. Unsere Redaktion hat für Wermelskirchen einmal die Preise für den Liter Super E10 und den Liter Diesel über den Tag hinweg verglichen. An einem Donnerstag um 14.30 Uhr kostete E10 im Schnitt 1,74 Euro, der Liter Diesel im Schnitt 2,02 Euro. Am gleichen Abend um 18 Uhr lag der Preis für einen Liter Diesel weiterhin durchschnittlich bei 2,02 Euro, der Preis für E10 sank etwas auf 1,73 Euro im Schnitt. Die Vorhersage des ADAC, dass Tanken abends günstiger sein soll, hatte sich also für diesen Tag nicht bestätigt.

Viele Wermelskirchener können den Grund für den derzeitigen Preisanstieg bei Benzin und Diesel nicht verstehen und sind frustriert. So wie David Mühlenmeister aus Pohlhausen. Er sagt: „Eigentlich sollte der Tankrabatt noch bis nächsten Mittwoch gehen, jetzt frage ich mich, wieso der Preis für den Liter Diesel schon wieder bei über zwei Euro liegt. Ich fahre aber trotzdem jeden Tag weiterhin mit dem Auto, da ich zur Arbeit muss.“

Bettina Dörfling aus Wermelskirchen sagt: „Wir fahren weniger mit dem Auto, nutzen viel das Fahrrad. Heute, am 25. August, lag der Preis für Super bei 1,81 Euro, er geht also schon hoch. Vor ein paar Tagen lag der Preis noch bei 1,64 Euro.“ Eine ganz andere Ansicht hat Kevin Hill. Er meint: „Mir ist egal, wie teuer der Sprit ist. Hauptsache, ich habe Spaß beim Fahren!“

Auch Sven Hoch aus Wermelskirchen macht sich weniger Gedanken bei dem Thema: Er will „morgens aufstehen und zur Arbeit fahren. Teure Brötchen wollen verdient werden. Glücklicherweise ist mein Auto recht sparsam.“

Extrem sparsam – eben so sparsam, wie es geht

So sieht es auch ein anderer Wermelskirchener. „Wenn der Tank leer ist, wird er vollgemacht. Was da an Geld draufgeht, landet halt nicht bei Händlern für Klamotten, nicht im Restaurant, nicht in der Eisdiele.“ Auch Diana Horst aus Wermelskirchen meint: „Ich tanke jetzt einiges, weil ich muss.“ Eine andere Wermelskirchenerin macht sich dagegen schon Gedanken über das Thema: „Getankt wird, wenn es nötig ist. Wenn der Preis da gerade etwas höher ist, als die Tage zuvor, tanke ich erst mal nur für 20 Euro, in der Hoffnung, mal wieder etwas günstiger zu tanken“, sagt sie. „Verzichten geht nicht, bei drei Schichten im Krankenhaus außerhalb von Wermelskirchen brauche ich das Auto, ich käme sonntags nie um 6 Uhr zum Frühdienst. Und einkaufen wird meist auf dem Weg nach Hause mit erledigt.“

Eine Wermelskirchenerin macht sich bei dem Thema auch Gedanken um die älteren Menschen, die von einer geringen Rente leben müssen. „Ich denke an die Menschen, für die motorisierte Mobilität zur Teilhabe am Leben wichtig ist. Ältere Menschen, oft alleinstehende Damen, leisten es sich, von ihrer Rente mit dem Taxi zum Friseur oder ins Café zu fahren. Oft krankheits- oder altersbedingt am Stock oder mit Rollator, so dass sie gestützt zum Auto begleitet werden. Für die ist der Öffentliche Nahverkehr keine Alternative. Die Energiepreise führen zu höheren Preisen für Taxifahrten oder auch zu Unternehmenssterben. Die älteren Menschen müssen ihre Fahrten dann ganz einstellen und werden im schlechtesten Fall vereinsamen.“

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