Heute ist Schluss im Impfzentrum

Mehrere Hilfsorganisationen waren an der Organisation im Impfzentrum beteiligt. Foto: Joachim Rieger (RBK)
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Mehrere Hilfsorganisationen waren an der Organisation im Impfzentrum beteiligt.

Mobile Impfungen und Immunisierungen bei Ärzten sind weiter möglich

Von Anja Carolina Siebel

Am heutigen 30. September schließt das Impfzentrum in der Rhein-Berg-Galerie seine Türen. Der Kreis weist aber deutlich darauf hin, dass das Impfangebot nicht nur durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, sondern auch durch vom Kreis organisierte Impfmobile weiterhin besteht.

Organisiert und geführt wurde die Einrichtung durch eine gemeinsame Leitung. Diese bestand aus Führungskräften des Kreises, ärztlichen Leiterinnen und Leitern sowie der Kassenärztlichen Vereinigung. Hinzu kamen Mitarbeitende der Hilfsorganisationen.

„Ich habe den Betrieb des Impfzentrums organisiert, normalerweise leite ich beim Kreis den Bereich Betrieblicher Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement“, resümiert etwa Gerhard Weber, Organisatorischer Leiter des Impfzentrums. „Als wir im Februar das Impfzentrum in Betrieb genommen haben, gab es viele Besonderheiten, etwa aufgrund der Priorisierungen der Impfwilligen oder der wechselnden Verfügbarkeit von Impfstoff. Dazu kam eine dynamische Erlasslage des Landes. Aber alle Mitarbeitenden waren hoch engagiert und ich persönlich empfand die Bürgerinnen und Bürger rückblickend als sehr geduldig, verständnisvoll und dankbar für das Hilfsangebot. Am Ende waren wir unter den drei Impfzentren in NRW mit den höchsten Immunisierungszahlen. Das freut mich sehr.“

Dr. Hans-Christian Meyer, leitender Impfarzt des Kreises, weist noch einmal auf die Wichtigkeit der Impfzentren während der ersten Monate, in denen der Impfstoff verfügbar war, hin: „Die Impfzentren waren eine gute und sinnvolle Einrichtung“, betont der Wermelskirchener. „Von Anfang an alle Impfwilligen zu immunisieren - das hätten wir Hausärzte allein zahlenmäßig nicht bewältigen können. Und der Betrieb des Impfzentrums war sehr gut organisiert, die Zusammenarbeit hat Spaß gemacht. Wir waren zum Schluss ein absolut eingespieltes Team. Deshalb finde ich es nun wichtig, dass wir die Kontakte und gewachsenen Strukturen der vergangenen Monate erhalten. So könnten wir auch künftig flexibel reagieren – auch nach der Schließung des Impfzentrums. In 24 Stunden wären wir wieder einsatzbereit.“

Das Impfzentrum war vom 8. Februar bis heute in Betrieb. Im Rheinisch-Bergischen Kreis wurden laut Kreisgesundheitsamt insgesamt 385 674 Personen geimpft (Stand: 27. September 2021), davon waren 202 405 Erst- und 183 269 Zweitimpfungen. Darunter waren 943 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 16 Jahren.

Bislang seien im Rheinisch-Bergischen Kreis alle Impfdosen abgerufen worden. Sie würden in bedarfsorientierten Mengen bestellt, anhand von gebuchten Terminen sowie aufgrund von Erfahrungswerten. „Sollten am Tagesende Impfdosen übrig sein, können diese gelagert und später verimpft werden“, heißt es in einer Mitteilung.

In Spitzenzeiten waren 70 Mitarbeiter im Einsatz

In Spitzenzeiten waren an sieben Tagen pro Woche in zwölf Stunden am Tag mindestens 70 Menschen vor Ort im Einsatz. Sie waren zum Teil abgesandt vom Kreis für die Leitung des Impfzentrums, als koordinierende Einheit, für die Impfstoffbeschaffung, Terminvergabe und -koordination, die Telefonhotline, den Mailverkehr sowie die IT.

Außerdem gab es Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter-Unfallhilfe, die für die Bereiche Anmeldung, Wartebereiche, Nachbeobachtung, Rettungsdienst zuständig waren.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein stellte die Impfärzte, das medizinische Hilfspersonal, sorgte für die Registrierung der Impflinge, bestellte Apothekerinnen und Apotheker (zur sogenannten Rekonstitution des Impfstoffs) und Security. Die Anzahl der verabreichten Immunisierungen lag zu Spitzenzeiten bei bis zu 1800 am Tag.

In der vergangenen Woche (KW 38) lag die Anzahl der täglichen Impfungen bei 130 bis maximal 360.

Standpunkt

Von Anja Carolina Siebel

Immer noch entbrennen unter anderem in den sozialen Netzwerken des Internets heiße Diskussionen darüber, ob Impfen nun sinnvoll ist oder nicht. Längst müsste aber klar sein: Impfen schützt. Zwar sind Geimpfte nicht zu 100 Prozent vor einer Infektion beziehungsweise der Übertragung des Coronavirus geschützt, aber doch zu einem großen Teil. Und: Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs, möglicherweise sogar mit Todesfolge, ist durch die Immunisierung praktisch ausgeschlossen. Leider gibt es immer noch Menschen, die dem Impfen nicht nur skeptisch gegenüberstehen, sondern es kategorisch ablehnen. Mit zum Teil kruden Begründungen. Diese Personengruppe wird wohl auch in Zukunft nicht zu überzeugen sein. Aber, wie Apotheker Dr. Thomas Winterfeld bei Kontakten mit Kunden beobachtet, es gibt auch Menschen, die noch immer unsicher sind und sich deshalb noch nicht zu einer Immunisierung entschlossen haben. Diese gilt es jetzt zu erreichen. Das ist über die Testungen möglich. Denn dort wird man sie antreffen. Und es wird Aufgabe der Apotheker und Mediziner sein, Überzeugungsarbeit zu leisten. | Fünf Apo- theken. . .

anja.siebel @rga.de

Weitere Angebote

Nach der Schließung des Impfzentrums können sich Impfwillige – neben den weiter bestehenden, mobilen Angeboten – an die hausärztlichen Praxen wenden. Sollte es einmal nicht möglich sein, die Immunisierung in der jeweiligen Hausarztpraxis zu erhalten, oder sollten Betroffene keine Hausarztpraxis haben, können sie unter unten stehendem Link eine Liste einsehen. Hier sind entsprechende Praxen verzeichnet, die impfen und hierfür kontaktiert werden können.

https://coronaimpfung.nrw/impfzentren/impfregister

Von Anja Carolina Siebel

Einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten: So lautete die offiziell kommunizierte Intention der Betreiber des Schnelltest-Drive-Ins an der Albert-Einstein-Straße. Anfang Mai hatte die Firma Preventim das Zentrum auf dem Parkplatz im Industriegebiet eröffnet. Zum 10. Oktober wird es wieder schließen. „Der organisatorische Aufwand wäre einfach zu hoch, wenn die Tests ab 11. Oktober kostenpflichtig werden“, begründet Leiterin Jeanne Altfeld die Entscheidung. Zu Spitzenzeiten hatten sich täglich bis zu 600 Menschen dort testen lassen, inzwischen sind es immerhin noch rund 200. „Trotzdem lohnt es sich dann für uns nicht mehr“, sagt Altfeld.

Ihr sei wohl bewusst, dass die Schließung vieler Testzentren – auch das Testzentrum im Bürgerzentrum schließt mit dem heutigen 30. September seine Pforten – die Konsequenz haben könne, dass sich möglicherweise weniger Menschen testen lassen würden. „Zu uns kamen ja auch Geimpfte, die sichergehen wollten, nicht infektiös zu sein. Immerhin können ja auch die Geimpften sich anstecken und das Virus weitergeben.“

Einige Personengruppen können sich weiter kostenfrei testen lassen

Bei der Bergischen Apotheke an der Carl-Leverkus-Straße wird noch getestet. „Wir müssen aber erstmal prüfen, ob das für uns noch machbar sein wird, wenn die Tests ab Oktober nicht mehr vom Bund bezahlt werden“, äußert sich eine Mitarbeiterin dort eher zurückhaltend.

Dr. Thomas Winterfeld indes will in seinen vier Apotheken in Burscheid, Wermelskirchen und Dabringhausen weiter testen. Auch über den 11. Oktober hinaus, wie der Apotheker auf Nachfrage bestätigt. „Es gibt ja eine Verordnung, die uns vorgibt, wie die Regelung ist“, erklärt der Pharmazeut. Demnach gibt es Ausnahmen, nach denen bestimmte Personengruppen immer noch kostenfrei getestet werden können. Schwangere zum Beispiel, Menschen, die mit einer Chemotherapie behandelt werden, Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren, oder auch Personen, die einen ausländischen Impfstoff, beispielsweise in China oder Russland, erhalten haben. Die Kosten für einen Schnelltest betragen ab dem 11. Oktober 8 Euro plus 3,50 Sachbearbeitergebühren.

„Uns ist wichtig, dass das Angebot weiter besteht“, unterstreicht Dr. Thomas Winterfeld. „Wichtig wäre aber auch, dass wir bis zur Wintersaison die fehlenden zehn Prozent noch geimpft hätten.“ Viele Testpersonen hätten diffuse Ängste dem Impfen gegenüber, die man auch mit fachlichen Argumenten nicht ohne Weiteres aus dem Weg räumen könne. | Standpunkt

Das Testzentrum Lebenshilfe im Bürgerzentrum schließt mit dem heutigen Tag seine Pforten.
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