Treffen

Herbert Reul hat keine Zeit zu verlieren

Herbert Reul brachte das Geschenk schon fertig verpackt mit und übergab es Bürgermeisterin Marion Lück. Foto: Doro Siewert
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Herbert Reul brachte das Geschenk schon fertig verpackt mit und übergab es Bürgermeisterin Marion Lück.

NRW-Innenminister brachte ein Geschenk für die Wunschbaum-Aktion mit und schrieb sich ins Goldene Buch ein.

Von Susanne Koch

Stefan Leßenich, stellvertretender Bürgermeister und CDU Vorsitzender, war eigens schon ein paar Minuten früher gekommen. Dann ging alles sehr schnell. Zwei schwarze Mercedes Benz fuhren vors Rathaus. Herbert Reul stieg aus und eilte ins Foyer. Stefan Leßenich und Bürgermeisterin Marion Lück begrüßten den NRW-Innenminister. „Wir sind sehr froh, dass sie gekommen sind“, sagte Stefan Leßenich. Und Marion Lück freute sich über das liebevoll verpackte Geschenk. „280 Karten haben wir bisher ausgegeben“, sagte sie.

Viel Zeit hat NRW-Innenminister Herbert Reul in diesen Tagen und Wochen nicht. „Aber die Zeit, nach Wermelskirchen zu kommen, die habe ich mir genommen“, sagt er. Gestern überbrachte er sein verpacktes Geschenk, das er einem Jungen zukommen lassen will. Herbert Reul hatte sich die letzte Karte gesichert, die vom Wunschbaum noch übrig war. „Wir haben schon Wartelisten, falls wir noch Karten mit Wünschen bekommen“, sagt Marion Lück. Pressesprecherin Kathrin Kellermann betont: „Wir hatten nicht mit so viel Zuspruch gerechnet.“

Nachdem ein paar Fotos vor der Nordmanntanne im Foyer gemacht wurden, ging der Tross die Treppen hoch in den kleinen Saal. Herbert Reul zeigte aus dem Fenster und sagte: „Dort hinten ist das Gymnasium, indem ich als Lehrer gearbeitet habe, von 1981 bis 1985. “

„Mir ist es wichtig, möglichst alle Termine einzuhalten, die ich verabredet habe.“

Herbert Reul, NRW-Innenminister

In Köln hatte der Sohn des Grundschullehrers Karl Reul Sozial- und Erziehungswissenschaften studiert und dann als Lehrer gearbeitet. Seit 1985 war er aber bis 2017 für seine vielen verschiedenen politischen Aufgaben beurlaubt, dann ging er in Pension. Von 2004 bis 2017 war er Europaabgeordneter in Brüssel. Der ehemalige Ministerpräsident Armin Laschet holte ihn 2017 nach Düsseldorf ins Innenministerium. „Und seitdem bin ich ununterbrochen auf Achse. Mir ist es wichtig, möglichst alle Termine einzuhalten, die ich verabredet habe.“

Die Adventszeit habe ihn heute überrascht. „Meine Töchter haben meiner Frau und mir einen Adventskalender hergestellt“, sagte er. „Und heute ist schon der 1. Dezember.“ So habe er gute Laune bekommen und die brauche er, weil er abends noch einen Termin mit dem Finanzminister habe und einen kleinen Strauß ausfechten muss. „Und hier der Termin hilft mir auch, ,meine gute Laune zu bewahren“, sagte Herbert Reul und kommt dann doch zu ernsteren Themen. „Gefälschte Impfausweise kann man nur durch regelmäßige Kontrollen rausfiltern“, sagt der Innenminister. „Und das mit kundigem Blick, dann kommt man auch den Herstellern vielleicht auf die Schliche und kann sie greifen.“

„Normalerweise feiern wir zusammen. Aber das war ja 2020 nicht möglich.“

Herbert Reul, NRW-Innenminister

Die Corona-Pandemie halte alle in Atem. „Vergangenes Jahr haben wir schon unsere Weihnachtsfeier abspecken müssen“, sagte er. „Normalerweise feiern wir, das heißt meine Familie, mit den Familien meiner Geschwister zusammen. Aber das war ja 2020 nicht möglich.“ Und auch für dieses Jahr sieht er noch nicht das große familiäre Zusammentreffen. An Heiligabend wird Herbert Reul mindestens drei Polizeiwachen besuchen. „Und dann muss ich mich sputen, um meiner Frau noch helfen zu können.“ Eigentlich sei er reif für einen kleinen Urlaub. „Aber das ist ja derzeit überhaupt nicht möglich.“

Erstmals hat er dafür gesorgt, dass es die Haushaltsstelle Katastrophenschutz in NRW gibt. „Wir müssen viel besser auf solche Ereignisse wie die Flutkatastrophe vorbereitet sein“, betonte er. „Viele haben das alles noch nicht begriffen.“

Aktion

Wunschbaum-Aktion: Das Wermelskirchener Rathaus hat in diesem Jahr erstmals einen Wunschbaum ins Foyer gestellt. 380 Karten wurden an Familien mit geringem Einkommen verteilt, rund 280 Karten sind von Kindern mit ihren Wünschen gefüllt worden. Bereits jetzt wurden alle vom Baum gepflückt. Es gibt schon Wartelisten, falls jetzt noch Wunschkarten kommen. Der Verein Radieschen kümmert sich darum, dass die Geschenke alle an die Kinder verteilt werden. Nur er kennt die Namen.

Standpunkt: Lob vom Innenminister

Von Susanne Koch

susanne.koch@rga.de

Herbert Reul stand erstmalig vor einem Wunschbaum und findet die Aktion, die es schon in mehreren Kommunen gibt, sehr gut und lobenswert. Übrigens: Es ist eine sehr nette und angenehme Geste, dass der NRW-Innenminister sich für den Besuch in Wermelskirchen Zeit genommen hat und auch gleich das liebevoll verpackte Geschenk mitbrachte. Nun wird eines der Kinder sogar ein Geschenk vom Innenminister bekommen. Doch das, was derzeit alle Verantwortlichen am meisten in Atem hält, ist die Corona-Pandemie. Seine Urlaubspläne muss Herbert Reul jetzt verschieben. Und auch die Weihnachtsfeier wird anders verlaufen als vor der Zeit der Corona-Pandemie. Dem Innenminister geht es da nicht anders als allen anderen Menschen in diesem Land. Herbert Reul, Stefan Leßenich und auch Bürgermeisterin Marion Lück hoffen jetzt darauf, dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen. Das zweite Thema, das den Innenminister in Atem hält, sind die Folgen der Flutkatastrophe. Jetzt arbeiten alle daran, dass es bald vernünftige Warnsysteme und Sirenen-Anlagen gibt. Der Katastrophenschutz wurde jetzt zur Haushaltsstelle im NRW- Landtag.

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