Wermelskirchen

Helferbörse will Anfang 2023 an den Start gehen

Sie gehören zum neuen Team der Helferbörse.
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Sie gehören zum neuen Team der Helferbörse.

Vom Kaffeetrinken bis zum Einkaufen: Freiwillige aus Dabringhausen wollen im Dorf für ein neues Hilfsangebot sorgen.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Eine Frau ist frisch aus dem Krankenhaus wieder zu Hause eingetroffen. Aber der Alltag gestaltet sich schwierig: Einkaufen, Gardinen waschen und Rasenmähen scheinen unmöglich mit dem Gipsbein. Oder ein Senior macht sich schon am Freitagmittag Sorgen um den Sonntag – wenn er wieder alleine auf dem Sofa sitzt und sich nach Gesellschaft sehnt. „Dann wollen wir einen kurzen Draht für Nachbarschaftshilfe bei uns im Dorf anbieten“, sagt Kay Büsing und hat für diese Idee nun Mitstreiter gefunden.

Anfang Oktober hatte der 64-Jährige seine Idee einer Helferbörse von Dabringhausern für Dabringhauser ins Spiel gebracht und zu einem ersten Treffen eingeladen. Rund zehn Freiwillige haben sich inzwischen gemeldet – und einige von ihnen kamen zu einem ersten Gedankenaustausch. Dazu gehören Eberhard und Bettina Faß, die sich in Dabringhausen auch um das Reparaturcafé kümmern.
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„Es gibt so viele Menschen, die nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause ganz hilflos sind.“

Maria Brischke

Und dazu gehört ebenso Sabine Wegmann aus Tente, die zum Treffen gekommen ist, einfach weil ihr die Idee so gut gefällt. „Es gibt so viele Menschen, die zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause ganz hilflos sind“, stellt Maria Brischke fest, „dann möchte ich helfen.“

Klaus Flanhardt verweist auf 600 Senioren, die im Dorf leben. Viele von ihnen seien hilfsbedürftig, und viele wünschten sich jemanden zum Reden, sagt er.

Kay Büsing macht klar: „Das Hilfsangebot ist nicht an eine feste Zielgruppe adressiert.“ Vielmehr sollen sich alle Generationen angesprochen fühlen: Jeder könne mal Unterstützung gebrauchen und jeder könne auch mal behilflich sein. Es solle sich herauskristallisieren, welche Unterstützung sich die Menschen in Dabringhausen wünschen.

Kay Büsing und die Helferbörse wollen die beiden Seiten dann zusammenbringen: jene, die Hilfe suchen und jene, die Hilfe anbieten. Wichtig: Hilfesuchende brauchen für eine Anfrage weder Computer noch Smartphone, sondern lediglich ein Telefon. Für den Service hat der 64-Jährige inzwischen die ersten Voraussetzungen geschaffen. Die wichtigste dürfte die Kooperation mit der „Miteinander in Dabringhausen“ gGmbH sein. Auch deren Vertreter Reiner Aug ist beim Treffen dabei: Er sei sicher, der Bedarf sei groß. Und der Gedanke einer Helferbörse im Dorf passe bestens zur Idee von „Miteinander in Dabringhausen“. So soll die Helferbörse zu einem weiteren Angebot der gGmbH werden.

„Wir wollen heimischen Dienstleistern nicht in die Quere kommen.“

Kay Büsing

Eine Telefonnummer und eine Mailadresse für das neue Angebot hat Kai Büsing inzwischen eingerichtet und rechtliche Fragen geklärt – mit Unterstützung einer ähnlichen Gruppe in Radevormwald. Man wolle auf keinen Fall heimischen Dienstleistern in die Quere kommen. Und auch Beratungstätigkeiten müsse man tunlichst vermeiden, betont Büsing. „An etwas Bürokratie werden wir dabei nicht vorbeikommen“, sagt Büsing und stellt Listen und Formulare vor, die er bereits entwickelt hat – um sich rechtlich abzusichern, aber auch um die beiden Seiten effektiv zusammenbringen und darüber Buch führen zu können.

Für eine kurze Verunsicherung hatte zuvor der Anruf aus dem Wermelskirchener Rathaus bei Kay Büsing gesorgt: Dort hatte man auf den bestehenden Senioren- und Behindertenservice (SuBS) hingewiesen und darum gebeten, kein Konkurrenzangebot auf die Beine zu stellen. „Aber wir haben einen anderen Zugang“, stellen die Freiwilligen schließlich fest. Statt eines städtischen Angebots gehe es darum, das nachbarschaftliche Miteinander im Dorf zu stärken. Eine Kooperation mit dem SuBS schließen die Ehrenamtlichen aber nicht aus.

Am Ende verständigen sich die Freiwilligen um Kay Büsing auf einen weiteren Fahrplan: Man wolle sich noch ein bisschen Zeit geben, um weiter zu werben. Das Angebot solle auf breite Schultern gesetzt werden und die Vielschichtigkeit des Dorfes widerspiegeln. Der Startschuss könnte Anfang 2023 sein.

Hintergrund

Einsatz Jeder Freiwillige entscheidet selbst, in welchem Umfang und mit welchem Angebot er sich engagiert. In Listen werden die Daten festgehalten, um bei Nachfrage eine Vermittlung herzustellen.

Kontakt Kay Büsing, helferboerse@miteinander-dabringhausen.de.

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