Verleihung

Heimatpreis soll ein Zeichen setzen

Marion Lück (r.) freute sich, den ersten Preis an Dorothea Hoffrogge und Peter Hensel von Willkommen in Wermelskirchen zu übergeben. Foto pek
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Marion Lück (r.) freute sich, den ersten Preis an Dorothea Hoffrogge und Peter Hensel von Willkommen in Wermelskirchen zu übergeben.

Bürgermeisterin Marion Lück zeichnete drei Initiativen aus – Willkommen in Wermelskirchen bekommt ersten Preis.

Von Peter Klohs

Wermelskirchen. Bald werden es 300 nordrhein-westfälische Städte, Gemeinde und Kreise sein, die sich dazu entschlossen haben, mit dem Heimatpreis außerordentliches, örtliches Engagement auszuzeichnen und somit in den Fokus der Öffentlichkeit zu tragen.

Die Stadt Wermelskirchen ist bei dieser vom Land Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufenen Preisverleihung zum zweiten Mal dabei. Wie Bürgermeisterin Marion Lück betont, sei der Preis auch dazu angetan, einmal mehr über den Begriff „Heimat“ nachzudenken. „Denn Heimat ist für jeden Menschen etwas anderes: der Wohnort, die Familie, Freunde oder einfach ein Ort, an dem man sich wohlfühlt.“

Das Ehrenamt sei in Wermelskirchen hoch angesehen. „Und wir brauchen diese engagierten Menschen dringend, denn sonst gäbe es die Stadt, wie wir sie kennen, nicht.“ Für 2021, so die Bürgermeisterin weiter, haben der Jury zwölf Bewerbungen vorgelegen. „Leider können wie im Vorjahr nur kleine Feiern durchgeführt werden“, entschuldigte Lück die dezimierte Runde, zu der nicht alle Bewerber, sondern nur die drei Preisträger-Vereine eingeladen waren.

Den ersten Platz beim Heimatpreis 2021 bekam die Initiative „Willkommen in Wermelskirchen“ zugesprochen. Die Initiative gründete sich, so Dorothea Hoffrogge von Willkommen in Wermelskirchen, im Jahr 2014, als Flüchtlinge in Wermelskirchen ankamen.

„Wir haben gelernt und verändert.“

Dorothea Hoffrogge, Willkommen in Wermelskirchen

„Da ging uns als Christen sofort das Wort: ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst’ durch den Kopf. Wir haben erstmal ein Fest veranstaltet, um zu sehen: Was sind für Bedürfnisse da? Was können wir effektiv tun? Wir haben die Menschen bei Amtsbesuchen begleitet und Deutschkurse organisiert. Wir haben gelernt und uns verändert. Wie die ganze Stadt Wermelskirchen sich verändert hat. Und es freut mich ungemein, feststellen zu dürfen: Es gibt in unserer Stadt keine fremdenfeindlichen Übergriffe. Wermelskirchen ist weltoffen geworden. Eigentlich ist dieser Preis ein Preis für alle Wermelskirchener.“

Mit dem zweiten Preis wurde der Förderverein Freibad Dabringhausen ausgezeichnet. Dessen Vorsitzender Kurt Genz sowie Kassierin Silke Dabringhaus freuten sich, dass ihr Engagement zur Erhaltung des beliebten Bades gewürdigt wurde. Der Förderverein mit seinen aktuell 400 Mitgliedern besteht seit 2002 und hat das Freibad 2011/12 von der Stadt übernommen. „Mittlerweile kommen die Gäste aus dem ganzen Bergischen Land“, freute sich Kurt Genz. Auch die Flutkatastrophe und ihre Auswirkungen konnten nur kurzfristig das Bad schließen. „Die Hilfe aus der Bevölkerung war unbeschreiblich“, dankte Genz den Helfern aus zahlreichen Städten. „Aber auch der Stadt Wermelskirchen muss man danken. Deren finanzielle Hilfe ist uns sehr willkommen.“

Den dritten Preis erhielt der gemeinnützige Verein „Grenzfrei Kreativ“, der sich für einen bereichernden, inklusiven und kulturellen Austausch von Jung und Alt einsetzt. Dies erreichen die Ehrenamtler durch Theaterspielen.

Die erste Vorsitzende Monica Barata sowie deren Stellvertreterin Sabine Enzmann berichteten in ihrer Rede von den Anfängen des Vereins, als kleine Sketche einstudiert wurden und der Zulauf so groß wurde, dass die Gründung eines Vereins nötig wurde.

Inzwischen ist die Angebotspalette von Grenzfrei Kreativ erheblich gewachsen und umfasst kreativen Kindertanz ebenso wie autogenes Training. Das neueste Theaterstück „Café Hilde“ steht in den Startlöchern und soll im Februar 2022 Premiere feiern.

Hintergrund

Der Heimatpreis ist Bestandteil eines Förderprogramms des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW. Ziel dieses Preises ist es, Initiativen und Projekte zu fördern, die lokale und regionale Identität und Gemeinschaft stärken. Die Stadt Wermelskirchen verlieh im Jahr 2020 zum ersten Mal den Heimatpreis. Voriges Jahr ging der erste Platz an die Wakeboarder von Infinite.

Standpunkt: Verdiente Würdigung

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Marion Lück hat es bei der Verleihung des Heimatpreises auf den Punkt gebracht: „Wir brauchen diese engagierten Menschen; sonst gäbe es die Stadt, wie wir sie kennen, nicht“, sagte die Bürgermeisterin im Rathaus. Ausgezeichnet wurden auch wieder einmal drei Initiativen, die viel Gutes für die Stadt Wermelskirchen leisten. Allem voran die Initiative Willkommen in Wermelskirchen. Gegründet im Jahr 2014, kurz nachdem klar wurde, dass in Kürze viele geflüchtete Menschen in der Stadt Schutz und Heimat suchen würden. Die Stadt und allen voran die Ehrenamtler von Willkommen in Wermelskirchen haben ihnen diese Heimat gegeben. Mit viel Akzeptanz, Respekt und einer großen Portion Nächstenliebe. Mit gemeinsamen Festen, Veranstaltungen, Hilfen bei der Wohnungs- oder Jobsuche, aber auch Kursen, beispielsweise zum Erlernen der deutschen Sprache, sind die Bürger und die Geflüchteten Stück für Stück näher zusammengerückt. Die meisten sind inzwischen angekommen, nachdem sie herzlich willkommen geheißen wurden. So geht konstruktives Miteinander. Kurz: eine absolut verdiente Würdigung.

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