Projekt

Haus Vogelsang erhält einen neuen Park

Der Freundeskreis Haus Vogelsang zur Umgestaltung der Parkanlage: Klaus-Dieter Rath, Sven Berkey, Wolfgang und Gunda Vogel, Wilfried Köplin und Gerhard Rehn (v. l.).
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Der Freundeskreis Haus Vogelsang zur Umgestaltung der Parkanlage: Klaus-Dieter Rath, Sven Berkey, Wolfgang und Gunda Vogel, Wilfried Köplin und Gerhard Rehn (v. l.).

Erbe einer Bewohnerin ermöglicht Freundeskreis eine große Investition.

Von Theresa Demski

Festplatz, Sinnesgarten, Hochbeete und eine Pergola, unter der im Sommer Gruppenangebote stattfinden können:  Wenn Klaus-Dieter Rath die Pläne von Landschaftsarchitekt Sven Berkey studiert, dann werden die Ideen vor seinen Augen lebendig.

„Hier entsteht ein ganz neuer Seniorengarten“, sagt der Vorsitzende des Freundeskreises Haus Vogelsang und deutet dabei auf die großzügige Parkfläche hinter dem Haus. Wenn alles nach Plan läuft, sollen hier nach den Sommerferien die Bagger anrollen, damit noch vor dem Winter die neue Parkanlage entsteht – in der dann alle Wermelskirchener herzlich willkommen sind.

Rund 200 000 Euro nimmt der Freundeskreis dafür in die Hand. „Das macht der Nachlass einer ehemaligen Bewohnerin möglich“, erklärt Wilfried Köplin vom Freundeskreis. Die Dame habe ihnen Geld in einer sechsstelligen Höhe hinterlassen. „Das war eine große Überraschung“, erzählt Klaus-Dieter Rath.

In Rücksprache mit der Leitung, Mitarbeitern und Bewohnern im Haus Vogelsang, sei dann die Idee entstanden, den Garten neu zu gestalten. Die Mitglieder des Freundeskreises besuchten andere Seniorengärten, hielten bei der Landesgartenschau die Augen offen und beauftragten schließlich Landschaftsarchitekt Sven Berkey, um ihre Ideen umzusetzen.

Herausgekommen sind vier verschiedene Bereiche, die den Bewohnern, aber auch Angehörigen und Parkbesuchern bunte Möglichkeiten bieten sollen: „Für uns war es wichtig, dass sich demenzerkrankte Menschen aus dem Haus alleine in dem Garten zurechtfinden“, erklärt Rath, „und gleichzeitig sollen Anreize geschaffen werden.“

Sicherheit und Erlebnisqualität: Beides brachte Berkey in seinen Plänen unter einen Hut. Deswegen sind die Wege nun im Kreis angebracht, es gibt keine Ecken und keine Sackgassen: Verlaufen wird so unmöglich. Es gibt einen hell gepflasterten Weg, der gut sichtbar und vor allem auch mit Rollstühlen und Rollatoren gut befahrbar sein wird. Der Hang wird mit Hilfe von Erdverschiebungen deutlich abgeflacht. Vom Speisesaal wird eine große, elektrisch öffnende Tür in den Park führen. Und dort können sich die Menschen dann auf Entdeckungsreise machen oder einfach die Beine hochlegen. „Beides ist möglich“, sagt Wilfried Köplin.

„Der rechte Teil soll wirklich alle Sinne ansprechen.“

Klaus-Dieter Rath

Neben dem Festplatz, auf dem bei den Feiern im Sommer und Herbst Tische und Bänke stehen und wo auch eine Senioren-Hollywood-Schaukel Platz finden soll, hat der Landschaftsarchitekt eine Hanggestaltung geplant: Hier soll es einen kleinen Wasserlauf geben, ein Wasserbecken in Hüfthöhe und entsprechende Bepflanzung.

Der zweite Gestaltungskreis teilt sich in zwei Bereiche: Hier sollen Bewohner und Besucher mit der Sonne im Rücken den Blick in den Park genießen. Blumenbeete werden bepflanzt. „Auf eine Boulebahn haben wir nach ersten Überlegungen dann doch verzichtet“, sagt Rath und nennt dafür auch den Grund: „Aus dem Haus kam das klare Sig-nal, dass es dafür keinen Bedarf gibt.“

Menschen sollen miteinander ins Gespräch kommen

Stattdessen könnten duftende Hochbeete, in denen auch natürliches Material zum Erstasten oder Riechen Platz findet, eine Grenze zum Sinnesgarten bilden. „Der rechte Teil soll dann wirklich alle Sinne ansprechen“, sagt Rath. Hier könnten womöglich Klangspiele ihren Platz finden, Koordinationsgeräte und weitere Hochbeete.

Und im hinteren Teil, der dank einer durchgehenden Sichtachse gut zu sehen ist, soll neben Bäumen, Hecken, Wiese und Blumen eine Pergola installiert werden. „Mit Platz für Gruppenangebote“, erklärt Rath. Hier könne etwa das Gymnastikangebot „Fit für 100“ in den warmen Monaten stattfinden. „Und wir wünschen uns, dass sich auch die Nachbarschaft oder Spaziergänger im Garten wohlfühlen“, meint Rath. Zwar soll es kleine Gartentörchen geben, damit vor allem demenzerkrankte Bewohner den Garten nicht versehentlich verlassen. „Aber wir wollen ausdrücklich Barrieren abbauen“, so Rath.

Die Menschen sollen die Möglichkeit haben, miteinander ins Gespräch zu kommen. „Und vielleicht gelingt es so auch, die Abwehrhaltung älterer Menschen abzubauen, die sich über ihre eigene Zukunft im Alter Sorgen machen“, hofft der Vorsitzende des Freundeskreises.

Mit der Rheinischen Gesellschaft, Trägerin des Hauses, hat der Freundeskreis inzwischen einen Vertrag geschlossen. Die Eigentümerin beteiligt sich teilweise an der Finanzierung. „Bei allen Dingen, die ohnehin nötig gewesen wären“, erklärt Wilfried Köplin. Darüber hinaus hat aber der Freundeskreis die Verantwortung für die Neugestaltung übernommen – dort herrscht schon jetzt Vorfreude auf den neuen Begegnungsort.

Hintergrund

Verein: Der Freundeskreis im Haus Vogelsang hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Lebensqualität der Bewohner zu erhöhen. „Wir wollen fördern, was Spaß, Freude und glücklich macht“, hat Rath einmal erklärt.

Anträge: Die Abteilungen im Haus Vogelsang können jedes Jahr Anträge an den Freundeskreis stellen: Fünfstellige Summen schütten die Ehrenamtlichen dann aus – um etwas Dekoration, Fernseher oder Musikanlagen, Waffeleisen, Ausflüge oder Zirkusvorstellungen für die Bewohner zu fördern. Auch Balkonmöbel für den Neubau spendierte der Freundeskreis schon.

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