Alternative zum Standesamt

Haus Eifgen soll Ort für Trauungen sein

Im Haus Eifgen könnten sich Brautpaare in Zukunft trauen lassen. Entscheiden muss das die Stadt.
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Im Haus Eifgen könnten sich Brautpaare in Zukunft trauen lassen. Entscheiden muss das die Stadt.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Kulturinitiative hat sich bei der Stadt für außergewöhnliche Hochzeiten beworben.

Wermelskirchen. Mal was anderes als im Standesamt. Einige Brautpaare würden gern eine alternative Location für ihren Hochzeitstag haben, etwas Ausgefalleneres. Das könnte zum Beispiel das Haus Eifgen sein. Zumindest haben die Mitglieder der 2019 gegründeten Genossenschaft diesen Wunsch jetzt geäußert. „Wir hatten uns das schon länger überlegt, nachdem wir die Info hatten, dass die Stadtverwaltung es möglich machen will, andere Orte für Trauungen zu öffnen“, berichtet Michael Dierks, Vorsitzender der Kulturinitiative Haus Eifgen. „Jetzt warten wir ab, ob das bei uns möglich sein wird. Beworben haben wir uns.“

Wie Dierks berichtet, hatten viele Brautpaare, die im Haus Eifgen ihre Hochzeitsfeier ausgerichtet hatten, nach einer Möglichkeit gefragt, auch die Zeremonie in dem malerischen Häuschen am Eingang zum Eifgenbachweg abzuhalten.

Michael Dierks ist Vorsitzender Kulturinitiative Haus Eifgen.

Aktuell sei tatsächlich angedacht, Trauungen in Wermelskirchen auch an Orten fernab des Standesamtes anzubieten, heißt es auf WGA-Nachfrage aus dem Rathaus. Dafür müssten jedoch erst entsprechende Möglichkeiten und vor allem die Rahmenbedingungen geklärt werden. „Zum Beispiel muss ein würdevoller Rahmen gewährleistet sein“, erklärt Stadtsprecherin Kathrin Kellermann. „Das heißt, dass nicht drumherum Trubel herrschen und der Raum abgetrennt sein sollte.“

Mitten in einer Gaststätte, auch das sei nicht möglich. Kellermann: „Wir haben ja mit den Bürgerhäusern eine schöne Location, die wir jetzt erst mal weiter nutzen.“ Es gebe indes schon Anfragen von Gaststätten, Vereinen und eben auch von der Kulturinitiative. Bis die Rahmenbedingungen geklärt sind, können wir aber noch keine anderen Traumöglichkeiten anbieten als in den Bürgerhäusern“, sagt Kathrin Kellermann.

Den Brautpaaren stehen dort zurzeit fünf Mitarbeitende zur Seite, die Trauungen durchführen. Zusätzlich dazu können sich Paare auch von Bürgermeisterin Marion Lück trauen lassen.

Raum im Obergeschoss würde sich anbieten

Zu Amtszeiten des ehemaligen Bürgermeisters Rainer Bleek hatte es schon mal Trauungen im Film-Eck an der Telegrafenstraße gegeben. Die Voraussetzungen, das betont Michael Dierks, seien im Haus Eifgen im Grunde geschaffen. „Wir haben ja einen schönen Raum im Obergeschoss, in dem sogar das Stadtwappen prangt. Der würde sich eigentlich wunderbar anbieten.“

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Anfang Mai hatte die CDU-Fraktion bereits einen entsprechenden Antrag für Trauungen außerhalb des Standesamtes gestellt. Darin hieß es, dass die Stadt Wermelskirchen ein Konzept für Trauungen an Alternativorten erarbeiten möge. „Wir finden diese Idee sympathisch“, sagte der AfD-Fraktionschef Axel Springer. „Wir dürfen die Kosten aber nicht aus dem Auge lassen und erhöhte Gelder dafür nehmen.“ Frank Kaluscha, Bündnis 90/Die Grünen, vertrat damals die Ansicht, die die Verwaltung heute auch anführt: „Die Würde des Vorgangs muss im Blick bleiben, eine standesamtliche Hochzeit muss bestimmte Ansprüche erfüllen.“

Darauf hatte sich seinerzeit der Erste Beigeordnete Stefan Görnert zu Wort gemeldet: „Es muss vermieden werden, dass die Standesbeamtin oder der Standesbeamte mit ihrer Trauung nur ein Teil der Festgesellschaft sind.“ Stefan Leßenich (CDU) begründete noch einmal den Antrag: „Unser Ziel ist es, dass die Menschen aus Wermelskirchen nicht außerhalb von Wermelskirchen heiraten, etwa in Morsbroich oder in Burscheid.“

Oliver Platt, Vorsitzender des Bürger-Forums, fasste zusammen: „Die Stadt erstellt eine Vorlage mit den möglichen Orten, den Kosten und dem Personalaufwand.“ Bürgermeisterin Lück bestätigte es. Und der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Nun bleibt abzuwarten, wie die Stadt sich entscheidet und welche Orte tatsächlich für eine Trauung in Frage kommen. „Wir müssen das nicht zwingend bei uns machen“, räumt Michael Dierks von der Kulturinitiative ein. „Aber für unsere Gäste fänden wir es ganz schön und stilvoll.“

Trauung

Eine standesamtliche Trauung findet normalerweise im Trauzimmer des jeweiligen Standesamtes statt. Manche Standesämter bieten auch Eheschließungen an einer Außenstelle an. Diese muss aber innerhalb des Standesamtbezirks liegen.

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