Tradition

Hauptgewinner holen Preise ab

Trockner, Feuerholz und Gemüsekiste: Am Samstagmorgen bekamen die Hauptgewinner der Zählscheinaktion von den heimischen Unternehmern und den WiW-Verantwortlichen ihre Preise überreicht.
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Trockner, Feuerholz und Gemüsekiste: Am Samstagmorgen bekamen die Hauptgewinner der Zählscheinaktion von den heimischen Unternehmern und den WiW-Verantwortlichen ihre Preise überreicht.

500.000 Zählscheine von WiW waren in der Vorweihnachtszeit über die Ladentische gegangen.

Von Theresa Demski

Patrick Hausmann und seine Familie haben eine kleine Tradition: Jedes Jahr am Heiligen Abend sitzen sie zusammen und nehmen ihre Zählscheine unter die Lupe. „Gewonnen habe ich bisher nichts“, erzählt er. Aber in diesem Jahr musste er dann überrascht zweimal hinschauen. Denn schon beim Überprüfen der Zahlen für die elf Hauptgewinne, entdeckte er einen Treffer.

„Ich hab es erst nicht glauben können“, erzählt er und lacht. Als dann auch seine Eltern die Nummer überprüften, sei die Freude groß gewesen. „Ein elektrischer Stromerzeuger“, erzählt der Hauptgewinner zufrieden. Er hoffe zwar nicht, dass er den in nächster Zeit bei einem Blackout brauchen werde. „Aber auf jeden Fall bei einem Campingurlaub“, erzählt er am Samstagmorgen und nimmt das große Gerät von Thomas Pletsch, Geschäftsführer bei Dönges, entgegen.

Man habe lange überlegt, welches Produkt aus dem breiten Bestand des Unternehmens wohl am meisten für Freude sorgen würde, erzählt Pletsch. „Mit Blick auf die besonderen Zeiten haben wir uns dann für den elektrischen Stromerzeuger entschieden“, sagt er und freut sich sichtlich, dass das Unternehmen damit offenbar eine gute Wahl getroffen hat.

Mindestens so zufrieden wie Patrick Hausmann nimmt bei der offiziellen Gewinnübergabe des Marketingvereins Wir in Wermelskirchen (WiW), auch Simon Bilstein seinen Gewinn entgegen. Jochen Krämer vom Krämerladen hat ihm die erste von nun regelmäßigen Gemüsekisten mitgebracht. „Genau das Richtige“, sagt Bilstein, „wir kochen gerne.“ Den erfolgreichen Zählschein hätten seine Frau und er übrigens nicht selbst erstanden. Die Tante seiner Frau habe den Preis eigentlich gewonnen. Am Heiligen Abend lag er dann schön verpackt unter dem Weihnachtsbaum. „Sie dachte, wir könnten damit mehr anfangen“, erzählt Simon Bilstein, „wir haben uns über dieses besondere Geschenk sehr gefreut.“

Sieben Hauptgewinner nehmen am Samstagmorgen in der Sparkasse ihren Gewinn der Zählscheinaktion entgegen. Ein Preisträger möchte lieber anonym bleiben und hat den Reisegutschein deswegen privat zugestellt bekommen. „Drei Hauptpreise sind übrig geblieben“, erzählt Jasmin Riemann, Geschäftsführerin des Marketingvereins Wir in Wermelskirchen. Wer in der nächsten Woche nun noch zufällig den Gewinnschein in der Geldbörse oder einer Jackentasche finde, könne den Gewinn auch noch nachträglich einlösen. „Aber im Februar ist dann endgültig Schluss“, sagt sie. Die drei nicht abgeholten Gewinne – das E-Bike, der BEW-Energiegutschein und der Gutschein vom Bauzentrum Tönnes – würden dann in die nächste Zählschein-Verlosung mit eingehen.

WiW will auf Unternehmen aufmerksam machen

Die gute Laune der Preisträger und der heimischen Unternehmer trüben die drei ausgebliebenen Gewinnübergaben aber nicht. „Es gibt tolle Unternehmen hier in Wermelskirchen“, erinnert WiW-Vorsitzender André Frowein, „und auch darauf wollen wir mit dieser traditionsreichen Aktion hinweisen.“ Das gelte sowohl für die vielen Händler, die an der Aktion teilnähmen als auch für die Unternehmen, die am Samstag Hauptpreise mitbringen.

Dazu gehört auch Thomas Staniol von den Bergischen Gartenzwergen, der  Heinz-Günter Siebel einen 1000 Euro-Gutschein für Hausmeistertätigkeiten überreicht. „Das passt“, befindet Siebel. An ihrem Grundstück gebe es eine lange Front. Sollte das nächste Mal Schnee fallen, könne er sich vorstellen, die Bergischen Gartenzwerge mit dem Winterdienst zu beauftragen. „Wir haben uns sehr gefreut, als wir festgestellt haben, dass wir einen Hauptpreis gewonnen haben“, erzählt auch Ehefrau Heidemarie Siebel. Vor Jahren hätten sie mal eine Azalee gewonnen, ergänzt sie dann lachend.

Mindestens so überrascht von seinem Gewinn war der Preisträger des Tankgutscheins. „Ich hab gar kein Auto“, erzählt er lachend, „dann werde ich wohl den Rasenmäher befüllen.“ Mit dem 1000 Euro-Gutschein von Aral dürfte er dabei länger auskommen. Simon und Paul Wiegand nehmen unterdessen gut gelaunt den Gutschein für das Feuerholz von Klaus Stöcker entgegen.  Gabriele van Wahden überreicht ihren Gutschein – für Bücher, Lesungen und schöne Dinge. Und die Firma Elektro  vom Stein übergibt einen Trockner. Der wird allerdings in den nächsten Tagen dann frei Haus zugestellt.

Hintergrund

500 000 Zählscheine haben Wermelskirchener Händler zwischen dem Aktionssonntag „á la carte“ und dem 23. Dezember 2022 ausgegeben – meistens pro fünf ausgegebenen Euro. „Das hat eine Kaufkraft von 2,5 bis drei Millionen Euro in Wermelskirchen gebunden“, rechnet WiW-Vorsitzender André Frowein.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Viele Gewinner

anja.siebel@rga.de

So, wie sie in Wermelskirchen stattfindet, gibt es die Zählscheinaktion anderswo eher nicht. Seit Jahrzehnten sammeln die Wermelskirchener in der Vorweihnachtszeit fleißig Zählscheine, um am Ende mit einem oder sogar mehreren Preisen aus der Sache herauszugehen. Auch seit Jahrzehnten sitzen die Wermelskirchener am Morgen des Heiligabends wohl vor den Listen mit den Gewinnnummern, um ihre Zählscheine zu vergleichen und zu hoffen, dass eine ihrer Nummern mit dabei ist.

Aber nicht nur jene, die sich Anfang Januar dann beim Stadtmarketingverein WiW ihre Preise abholen können, sind Gewinner. Auch für die teilnehmenden Händler ist die Aktion ein großes Plus. Denn die Zählscheine sind ein Kundenbindungsinstrument. So kaufen die Menschen gern in der Innenstadt, wenn sie dafür noch Zählscheine bekommen und somit die Chance auf Gewinne. Das Konzept zahlt sich also immer wieder aus.

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