Rhombus-Gelände

Hallenbad: Politiker sehen Chancen

Die Industriebrache von Rhombus soll nun der neue Standort fürs Hallenbad werden. Die Stadtspitze setzt sich dafür ein – und die Ortspolitiker sollen im Stadtrat letztlich darüber entscheiden.
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Die Industriebrache von Rhombus soll nun der neue Standort fürs Hallenbad werden. Die Stadtspitze setzt sich dafür ein – und die Ortspolitiker sollen im Stadtrat letztlich darüber entscheiden.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Dem Standort auf dem Rhombus-Gelände sind viele zugetan – Es gibt aber noch offene Fragen.

Wermelskirchen. Ein Hallenbad auf dem ehemaligen Rhombus-Areal, das war bei Stadtverwaltung und Ortspolitik schon öfter mal im Gespräch gewesen. Bisher war es aber – aufgrund vieler Hürden – noch kein wirkliches Thema. Das hat sich jetzt geändert. Denn mit der offenbaren Entscheidung der Eigentümergemeinschaft des Rhombus-Geländes, ein Teilstück des Grundstücks doch zu verkaufen, haben sich die Karten auch für den Hallenbad-Neubau neu gemischt. Die Stadtspitze favorisiert nun wie berichtet einen Neubau auf dem Rhombus-Areal.

Zustimmen müssen nur noch die Kommunalpolitiker – und zwar vor allem im Hauptausschuss sowie im Stadtrat im September. Bisher sieht es indes so aus, als würden sie das mehrheitlich tun. Denn auf Nachfrage zeigen sich alle Fraktions-, respektive Parteivorsitzenden von der neuen Perspektive angetan.

„Unsere Fraktion tagt erst am Abend“, räumte Jochen Bilstein (SPD) ein. „Ich persönlich halte den Standort für geeigneter als hinter der Hüpp-Anlage und auch städtebaulich für wertiger. Wir müssen natürlich noch abwarten, welche Kosten auf uns zukommen.“

Auch Stefan Janosi (Grüne) befürwortet den Standort. Die Grünen hatten ihn – wie auch unter anderem die FDP-Fraktion – bereits in der Vergangenheit als möglichen Hallenbad-Standort aufs Tapet gebracht. Janosi konnte am Dienstag auch schon offiziell für seine Fraktion sprechen, da die Mitglieder sich bereits zum Thema ausgetauscht hatten. „Das Hallenbad in die Innenstadt zu holen, war für uns schon immer eine gute Idee. Auch die Planung mit einem Parkdeck halten wir für realisierbar. Über die konkrete Umsetzung und mögliche Investoren müssen wir noch fraktionsübergreifend diskutieren.“

Die CDU-Spitze preschte am Vormittag mit einem sehr klaren Statement nach vorn, unterzeichnet vom Parteivorsitzenden Stefan Leßenich und dem Fraktionsvorsitzenden Michael Schneider: „Die CDU Wermelskirchen begrüßt ausdrücklich den Kauf eines Teilstückes des alten Rhombus-Areals. Durch diesen Kauf wird die Umsetzung des geplanten Bauprojektes an Dynamik zunehmen und die Innenstadt wird damit deutlich an Attraktivität gewinnen“, heißt es in dem Schreiben. „Der Bau eines neuen Hallenbades und dem damit einhergehenden Bau eines Parkhauses, sowie auch der weiteren Bebauung des weiteren Areals, werden Zukunftsweisend für uns als Stadt Wermelskirchen sein.“ Und: „Unser Dank gilt dem Zusammenwirken von den Eigentümern des Areals, mit denen wir auch sehr offene und konstruktive Gespräche geführt haben, und der Stadtverwaltung, hier sei besonders der aufopferungsvolle Einsatz unserer Bürgermeisterin Frau Marion Lück und auch die Unterstützung von Herrn Dr. Reimar Molitor erwähnt. Die CDU Wermelskirchen freut sich auf die bevorstehenden Aufgaben und das neue ‚Gesicht‘ von Wermelskirchen.“

Sportausschuss-Vorsitzender hat noch Fragen

Vom CDU-Sportausschuss-Vorsitzenden Karl-Heinz Wilke waren indes noch etwas kritischere Töne zu hören gewesen: „Noch sind ja viele Fragen offen“, betonte Wilke auf Nachfrage auch am Dienstag. „Allem voran die nach den genauen Kosten.“ Zudem merkte Wilke an, dass die Stadt ja bisher bereits fast eine Million Euro für die Vorplanung des Hallenbades am Standort Eifgen ausgegeben habe. „Und“, so Wilke, „es hat sich ja auch niemand Gedanken gemacht, was denn passiert, wenn wir die Förderung gar nicht bekommen.“

Oliver Platt (BüFo) hat indes keine Bedenken: „Ich stehe voll dahinter und bin sehr dankbar, dass die Stadtspitze mit Marion Lück und Thomas Marner das letztlich möglich gemacht hat“, sagt der BüFo-Fraktionsvorsitzende auf WGA-Nachfrage. „Sicher fand ich auch den Standort Eifgen in Ordnung, aber wir hatten ja bisher auch keine andere Möglichkeit. Jetzt stellt sich die Sache völlig anders dar. Und allein aus energetischen Gesichtspunkten hat der Innenstadt nahe Standort klare Vorteile.“

Hennig Rehse (Freie Wähler) drängt jetzt zur Eile: „Wenn wir jetzt nicht zu Potte kommen, ist das Geld aus dem IKEHK weg.“

Termine

Vor der Sitzung des Hauptausschusses am 19. und des Stadtrats am 26. September müssen die für den Neubau zuständigen Gremien noch zusammenkommen. So tagt der Ausschuss für Stadtentwicklung am 5., Bau- und Sportausschuss jeweils am 7. September (17 und 19 Uhr).

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Mal abwarten

anja.siebel@rga.de

Für viele recht überraschend, für andere nicht mehr so ganz frisch: Der neue Hallenbad-Standort soll nun doch das Rhombus-Gelände werden, weil die Eigentümer sich jetzt entgegen vorheriger Aussagen bereit erklären, Teile an die Stadt zu veräußern. Kann gut werden.

Sicher ist ein Standort nahe der Innenstadt, mit der Möglichkeit, eine Menge zusätzlichen Parkraums für eben diese zu schaffen, attraktiv. Viele offene Fragen gibt es trotzdem, da hat der Sportausschussvorsitzende Karl-Heinz Wilke schon recht. Denn bisher hält sich die Stadtspitze zum Beispiel bedeckt darüber, welche genauen Kosten der Verkauf mit sich bringt. Das würde den Steuerzahler aber sicher interessieren.

Immerhin wurde ja auch schon ein nicht unerhebliches Sümmchen für die Planung am alten Standort aufgewendet. Zu hoffen ist auch, dass die Eigentümer nicht wieder im letzten Augenblick ihr Vorhaben zurückziehen. Denn auch das ist ja schon einmal geschehen.

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