Schwimmbad

Hallenbad: Personalsuche geht weiter

Stephanie Probst kuriert derzeit eine Verletzung aus. Schwimmen geht sie aber trotzdem.
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Stephanie Probst kuriert derzeit eine Verletzung aus. Schwimmen geht sie aber trotzdem.

Das Gerücht, das Bad würde wegen Stromsparmaßnahmen schließen, weist die Bürgermeisterin zurück.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Das Wasser ist ihr Element. Stephanie Probst, die sich als geborene Stephanie Ortwig Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre als Leistungsschwimmerin mehrere Titel erschwamm und sogar bei den Olympischen Spielen in Seoul Erfolge feierte, treibt auch heute noch gern Wassersport. Seit die 49-Jährige in Bergisch Born lebt, macht sie das gern in Wermelskirchen. „Nun habe ich gehört, dass das Bad eventuell schließen könnte“, sagt sie. „Unter anderem wegen Kostenersparnis aufgrund der Energie-Krise.

Stephanie Probst fackelte nicht lang – und startete eine Online-Petition gegen die Schließung des Bades am Quellenweg. Ganze 1515 Unterschriften hat sie bereits gesammelt. Und sie hat sich mit ihrer Sorge auch schon an Bürgermeisterin Marion Lück gewandt.

Marion Lück versichert: Derzeit ist keine Schließung geplant.

Die kann indes für den Moment beruhigen: „Hier liegt grundsätzlich ein Missverständnis vor.“, sagt sie auf WGA-Nachfrage. In der jüngsten Sitzung des Sportausschusses seien viel mehr Maßnahmen zur Stromeinsparung im Hallenbad vorgestellt worden. Zum Beispiel Austausch der Leuchtmittel in den Becken auf LED und so weiter. Lück: „Mit keinem Wort wurde in diesem Zusammenhang eine Schließung des Bades erwähnt. Es liegt auch kein Antrag irgendeiner Fraktion hierzu vor.“

Ob es in Zukunft zu einer Schließung aufgrund von Energieeinsparungen kommen könnte, könne indes niemand verlässlich sagen. Im Sommer habe es in der Tat Überlegungen zu Hallenbadschließungen seitens der Bundesnetzagentur wegen der drohenden Gasmangellage gegeben. „Sollte also die Bundesregierung in Zukunft eine solche Entscheidung treffen, dann müsste natürlich auch die Stadt Wermelskirchen sie umsetzen“, erklärt die Bürgermeisterin. „Auch wie die Kostenentwicklungen und damit die Belastungen für die Bürger weiter aussehen, vermag niemand zum jetzigen Zeitpunkt vorhersehen.“

Öffnungszeiten müssen gelegentlich angepasst werden

Insgesamt gebe es aber aktuell keinerlei Anzeichen für eine solche Maßnahme. Momentan müsse die Stadt allerdings die Öffnungszeiten gelegentlich verkürzen, weil sie aufgrund Erkrankungen nicht ausreichend Personal zur Verfügung habe. „Das wird sich hoffentlich bald wieder ändern“, sagt Marion Lück. „Da ich ziemlich viele Anrufe und empörte E-Mails dazu erhalten habe und in langen Gesprächen klarstellen musste, was eigentlich im Ausschuss gesagt und entschieden wurde, würde ich mich persönlich über mehr Besucher in den öffentlichen Sitzungen der Ausschüsse freuen. Dann kämen die Informationen direkt an und würden nicht über ein 'stille-Post-Verfahren' am Ende ganz anders lauten – so wie in diesem Fall.“

Die Personalsuche für das Bad gehe unvermittelt weiter, berichtet die Bürgermeisterin weiter. „Wir konnten zwischenzeitlich Mitarbeitende aus Leichlingen rekrutieren, wo das Bad wegen der Hochwasserschäden lange geschlossen hatte. Die sind nun aber wieder vor Ort.“ Die Mitarbeitenden aus dem geschlossenen Bad in Hückeswagen seien nach Wipperfürth abgewandert. „Aber wir suchen weiter“, versichert Marion Lück. Auch wenn es nicht einfach sei: „Das müssen ja speziell ausgebildete Leute sein. Die findet man nicht mal eben so.“ Es gebe aber auch schon entsprechende Stellenausschreibungen der Stadt Wermelskirchen.

Stephanie Probst bestätigt, sich lange mit Marion Lück ausgetauscht zu haben. Die habe ihr zudem empfohlen, sich an die Fraktionsvorsitzenden aus Wermelskirchen zu wenden. Die müssten ja schließlich über eine längerfristige Schließung, wenn es sie denn eines Tages gäbe, entscheiden. Das will die Sportlerin tun. „Es ist mir aber auch einfach wichtig, diese Petition abzugeben“, unterstreicht Stepanie Probst. „Denn wir haben ja nicht nur einfach Unterschriften gesammelt, es gibt auch viele Kommentare dazu, die meines Erachtens wertvoll sind: „Alle sagen: Es ist unser Bad. Wir brauchen es. In jedem Alter.“

Quellenbad

Das Hallenbad am Quellenweg bleibt weiter am Wochenende geschlossen. Das teilt das Team unter anderem auf seiner Website mit. Grund seien Erkrankungen des Personals, hieß es in einer Mitteilung. Deshalb hatte das Bad auch an den Wochentagen bereits früher geschlossen als üblich.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Konstruktive Lösung

anja.siebel@rga.de

Miteinander reden, das sollte immer das erklärte Ziel sein. Stephanie Probst hat das gemacht; die Sportlerin wandte sich an die Bürgermeisterin, weil sie gehört hatte, dass das Hallenbad in Wermelskirchen bald dauerhaft schließt. Marion Lück versichert: „Das ist nicht der Fall; es handelt sich um ein Missverständnis.“ Das ist erfreulich und sie hat recht, wenn sie Bürgerinnen und Bürger aus diesem Anlass noch einmal einlädt, an öffentlichen Sitzungen der politische Gremien teilzunehmen, bei denen es um Themen geht, die interessieren.

Einsehen kann man die Tagesordnungen auf der Internetseite der Stadt. Aber vielleicht war die Petition von Stephanie Probst auch wenn das Bad nicht schließt nicht umsonst. Denn durch die vielen Kommentare unter den Unterschriften wird einmal deutlich, wie die Wermelskirchener an ihrem Hallenbad hängen, wie sie sich mit ihm identifizieren. Und das ist doch auch ein Statement.

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