Zählscheinverkauf beginnt

Händler hoffen aufs Weihnachtsgeschäft

Der verkaufsoffene Sonntag im Herbst fällt dieses Jahr aus. Archivfoto: Doro Siewert
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Der verkaufsoffene Sonntag im Herbst fällt dieses Jahr aus.

Zählscheinverkauf beginnt am Samstag, aber die Innenstadt bleibt recht leer.

Von Anja Carolina Siebel

Die Kunden sind zurückhaltend. Das ist der Eindruck, den die Wermelskirchener Händler derzeit hinter ihren Ladentheken haben. Mit Vergabe der ersten Zählscheine am morgigen Samstag beginnt für den Wermelskirchener Einzelhandel traditionell das Weihnachtsgeschäft. Verbunden ist das, zumindest für einige, mit Hoffnung.

„Uns könnten die fehlenden Weihnachtsmärkte in den Großstädten in die Karten spielen“, hofft etwa Gabriele van Wahden von der gleichnamigen Buchhandlung am Markt. Auch sie gehe „in normalen Jahren“ gern auf den Weihnachtsmarkt, räumt die Buchhändlerin ein. „Aber dieses Jahr geht das eben nicht. So fallen eventuell auch die Weihnachtseinkäufe weg, die so manch einer ansonsten mit dem Weihnachtsmarktbesuch verbunden hätte“, erklärt sie. „Diese Einkäufe könnte man ja dann in der eigenen Stadt erledigen.“

Aber Gabriele van Wahden weiß auch, dass das vornehmlich Wunschdenken ist. „Wir bemerken natürlich auch, dass es ruhiger geworden ist. Viele gehen einfach nicht mehr gern in die Stadt.“ Aber auch für jene hat die rührige Unternehmerin sich einiges ausgedacht.

Ab dem 1. Advent erweitern die Buchhändlerin und ihr kleines Team die Öffnungszeiten. „Zudem können Kunden bei uns im kleinen Kreis und ohne Zeitdruck shoppen“, sagt van Wahden. Zu ausgewählten Terminen können sie die Buchhandlung exklusiv für eine kleine Gruppe buchen.

Außerdem plant die Händlerin, Telefontermine anzubieten. „Ich nehme mir dann ein oder zwei Stunden Zeit, laufe mit dem Telefon durch die Regale und empfehle Bücher“, erklärt van Wahden das Prinzip. Auch Online-Bestellungen sind bei Van Wahden möglich. „Wir müssen jetzt zeigen, dass wir besser sind als die großen Bestellriesen im Internet“, kündigt die Buchhändlerin an. Ulrike Schnütgen (Quick Schuh) bemerkt ebenfalls, dass es ruhiger geworden ist als im Oktober der Vorjahre. „Das Online-Geschäft läuft nach wie vor bei uns sehr gut und wir haben auch im Laden Betrieb, aber es ist eben nicht so voll wie sonst“, sagt Schnütgen. Sie bemerke dennoch, dass auch Kunden aus Remscheid inzwischen gern nach Wermelskirchen zum Schuhe-Kauf kommen.

„Die Leute suchen jetzt schon Weihnachts- geschenke aus.“
Daniela Wurth, Buchhandlung Marabu

Mit weniger Kunden muss sich derzeit auch das Team vom Modegeschäft „Tausendschön“ zufrieden geben. „Sie sind zurückhaltender. Unser Laden ist nicht so voll wie sonst, aber wir sind zufrieden, dass wir geöffnet haben können“, bleibt Verkäuferin Petra Adamietz bescheiden.

Dass der verkaufsoffene Sonntag am kommenden Wochenende nicht stattfinden könne, das bedauere das Team. „Aber wir haben natürlich vollstes Verständnis. Das wäre in der derzeitigen Situation sehr unvernünftig, denn die Leute stehen ja doch nach dem Einkauf noch in Grüppchen auf der Straße und unterhalten sich. Sowas macht einen solchen Tag ja schließlich auch aus. Da müssen wir jetzt mal verzichten, wenn es auch schade ist.“

Auch bei der Buchhandlung Marabu an der Telegrafenstraße tummeln sich nicht so viele Kunden wie sonst. „Aber wir haben dafür schon einige, die sich Weihnachtsgeschenke aussuchen“, hat Daniela Wurth von Marabu beobachtet. „Sie möchten eben nicht im Getümmel in der Vorweihnachtszeit einkaufen.“

Bei Intersport Middendorf an der Viktoriastraße hatte sich das Team voll auf den Verkaufsoffenen Sonntag und zuvor auch auf den Skibasar eingestellt. „Viele Kunden fragen schon bei uns deshalb nach“, sagt Inhaber Kai Middendorf. Er weist darauf hin, dass Intersport zwar am Sonntag nicht geöffnet hat, aber dafür gibt es am morgigen Samstag von 10 bis 18 Uhr ein so genanntes Ski-Opening mit Schnäppchenmarkt bei Intersport. 

Standpunkt: Handel braucht die Kunden

Von Anja Carolina Siebel

Nun hat es also begonnen, das Weihnachtsgeschäft im Wermelskirchener Einzelhandel. Zumindest gilt das, seitdem es die Zählscheine in der Innenstadt gibt.

anja.siebel@rga-online.de

Und die gibt es seit Jahrzehnten. Aber das Jahr 2020 war eben nicht wie die vorherigen Jahrzehnte. Und deshalb wird wohl auch das Weihnachtsgeschäft nicht dasselbe sein. „Ich mache mir da dieses Jahr nicht viel Hoffnung auf ein großartiges Geschäft“, sagte eine Händlerin auf Nachfrage. So wird es wohl vielen gehen. Und dennoch können gerade die Einzelhändler in kleinen Städten wie Wermelskirchen doch noch etwas punkten. 

Weil die Menschen lieber daheim bleiben als in einer größeren Stadt shoppen zu gehen zum Beispiel. Klar, boomen wird das Geschäft im Internet. Aber das sollte man vielleicht doch überdenken. Denn gerade die lokalen Händler brauchen ihre Kunden. Das Beispiel Remscheid mit vielen Leerständen, auch im Allee-Center, zeigt, wie traurig ein Stadtbild werden kann, wenn Geschäfte fehlen. deshalb ist es jetzt wichtiger denn je, zuhause einzukaufen. Und vielleicht auch mal zu erleben, wie viel Schönes die Händler bereithalten. 

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