Handel

WiW hält an Verkaufs-Sonntagen fest

Stefan Görnert, Dankmar Stolz und Arne Feldmann (v. l.) hoffen, dass die Geschäfte an drei Sonntagen öffnen können. Foto: Anja Carolina Siebel
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Stefan Görnert, Dankmar Stolz und Arne Feldmann (v. l.) hoffen, dass die Geschäfte an drei Sonntagen öffnen können.
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Am 30. August soll die Innenstadt zum Shoppen geöffnet sein.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Sie möchten vor allem den Einzelhandel in der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie unterstützen. Das betonen die Initiatoren des Stadtmarketingvereins WiW und der Stadtverwaltung. Also soll es trotz voraussichtlichen Ausfalls von Großveranstaltungen wie das Fest, Kirmes und Á la carte die verkaufsoffenen Sonntage auch im Jahr 2020 geben. Zumindest auf die drei noch ausstehenden sollen stattfinden, und zwar am 30. August, 25. Oktober und 6. Dezember.

„Wir wissen natürlich nicht, wie sich die Infektionszahlen bis Oktober oder Dezember entwickelt haben werden“, unterstreicht WiW-Vorsitzender Dankmar Stolz. Sollte es wider Erwarten wieder Großveranstaltungen geben dürfen, werden wir uns sicher auch etwas zu Á la carte oder Nikolaus einfallen lassen.“ Derzeit gehen die Initiatoren aber davon aus, dass alle Veranstaltungen ausfallen. Also sollen auch die verkaufsoffenen Sonntage ohne Begleit-Veranstaltung stattfinden.

Stadtverwaltung ist in Gesprächen mit Verdi

Darüber sei die Stadtverwaltung jetzt in Gesprächen mit Verdi. Die Gewerkschaft hatte schon vor zwei Jahren an verkaufsoffene Sonntage die Bedingung geknüpft, dass begleitend eine größere Veranstaltung stattfinden muss, deren Fläche mehr Raum einnimmt als die Verkaufsfläche. „Wir hoffen, dass aufgrund der Corona-Pandemie Ausnahmen gemacht werden“, sagt der erste städtische Beigeordnete Stefan Görnert. „Zumal in Wermelskirchen ja 99 Prozent der Geschäfte inhabergeführt sind.“

Die Wermelskirchener Händler hatten bereits in der Vergangenheit mehrfach betont, dass sie die verkaufsoffenen Sonntage als willkommene Einnahmequelle sähen. „Gerade nach den harten Wochen des Teil-Lockdowns während der Pandemie würden die Sonntage vielen helfen“, sagt Stefan Görnert. Arne Feldmann, Leiter des Ordnungsamtes, versichert, dass er „diesen Gedanken bei den Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi auch hochhalten“ wolle.

Um den Einkauf noch etwas attraktiver zu gestalten, haben sich die Organisatoren etwas einfallen lassen: Alle Kunden und Gästen, die an den drei Sonntagen bei den angemeldeten Händlern oder Gastronomen in der Innenstadt einkaufen oder essen gehen, können etwas gewinnen. Stolz: „Sie müssen nur den Kassenbon oder die Rechnung fotografieren und nach jeweils einer Woche bei uns einreichen. Für jeden Sonntag ziehen wir dann zwei Gewinner, deren Bon mit jeweils bis zu 100 Euro erstattet wird.“ Die Auszahlung erfolgt in „Dellmark“, die bei der Wermelskirchener Sparkasse in Euros eingetauscht werden können.

Ein wenig anders wird es wegen der Corona-Pandemie an den verkaufsoffenen Sonntagen in der Innenstadt zugehen: Es finden beispielsweise keine Veranstaltungen in Räumen statt und es gibt keine fliegenden Händler oder Verkaufsstände an der Telegrafenstraße. Die Telegrafenstraße, Kölner und Carl-Leverkus-Straße sind nicht wie gewohnt gesperrt und es besteht Masken-Pflicht in den Geschäften.

Zudem müssen sich alle teilnehmenden Geschäfte zwingend für die Öffnung anmelden. Für WiW-Mitglieder ist die Teilnahme kostenfrei, Nicht-Mitglieder zahlen 50 Euro.

Ob Martins- und Nikolausumzüge stattfinden, steht in den Sternen

Ob es dieses Jahr Martins- und Nikolausumzüge geben wird, steht bisher in den Sternen. „Wir können aber, wenn es denn möglich sein sollte, spontan reagieren“, verspricht Dankmar Stolz. Und es gibt auch schon alternative Ideen: „Auf jeden Fall können wir die Nikolaus-Stiefel-Aktion für die Kindergartenkinder wieder anbieten“, sagt der WiW-Vorsitzende. Das funktionierte auch in den Vorjahren schon gut: Kinder gaben ihre Stiefel beim Kindergarten ab und erhielten sie später gefüllt zurück.“ „Eine schöne Aktion, gerade in dieser auch für Kinder schwierigen Zeit“, findet Stefan Görnert. 

Gewinnspiel

Die verkaufsoffenen Sonntage sollen am 30. August, 25. Oktober und 6. Dezember, jeweils von 13 bis 18 Uhr stattfinden. Kunden und Gäste der Gastronomie können ihre Bons bis jeweils eine Woche nach dem betreffenden Sonntag eingescannt per E-Mail schicken. Zwei Gewinner werden gezogen. Ausgezahlt werden nur Beträge bis maximal 100 Euro.

info@wiw-marketing.de

Standpunkt

anja.siebel @rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Die Händler wird es freuen – und die Wermelskirchener Kunden sicher auch: WiW-Marketing will an den ohnehin geplanten verkaufsoffenen Sonntagen in der Innenstadt festhalten. Trotz der Corona-Pandemie. Dass es dieses Jahr keine Großveranstaltungen geben wird, das steht für manche schon fest. Und ganz abwegig ist es auch nicht, mit einem Blick auf die aktuell wieder steigenden Infektionszahlen. Dass die Einzelhändler dennoch die Chance bekommen, ihre Läden an verschiedenen Sonntagen zu öffnen, ist ein gutes Signal. Haben sie doch während der Zeit der wochenlangen Schließung besonders gelitten. Nun gilt es noch, die Gewerkschaft Verdi von dem Vorhaben zu überzeugen, die immerhin wegen des Arbeitnehmerschutzes ursprünglich einige Bedingungen an die Öffnung von Geschäften an Sonntagen geknüpft hatte. 

Aber es bleibt zu hoffen, dass die Gewerkschaft ein Einsehen haben. Vor allem in kleinen Städten wie Wermelskirchen ist das Gros im Handel inhabergeführt. Die Mitarbeiter haben in der Vergangenheit zudem häufig erklärt, dass auch sie gern einen Sonntag für eine solche Öffnung opfern.

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