Landtagswahl NRW

Gymnasiasten geben ihre Stimme ab

Schülervertreter des Gymnasiums simulierten mit Politiklehrer Arne Fröhlingsdorf die Landtagswahl.
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Schülervertreter des Gymnasiums simulierten mit Politiklehrer Arne Fröhlingsdorf die Landtagswahl.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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An der Stockhauser Straße fand wieder eine Juniorwahl statt.

Wermelskirchen. Vor der Bundestagswahl im September 2021 war das Ergebnis im Wahllokal des Städtischen Gymnasiums eindeutig: FDP und Grüne lagen bei den Schülerinnen und Schülern deutlich vorn. Wie das Ergebnis der Juniorwahl, an der die Schule jetzt vor der NRW-Landtagswahl wieder teilnahm, aussieht, darf erst nach dem Wahlsonntag bekanntgegeben werden. So sehen es die Richtlinien der NRW-Juniorwahl vor.

Die teilnehmenden Gymnasiasten jedenfalls haben zum Großteil schon klare Vorstellungen davon, was sie von Landespolitik erwarten. Havin Barisik (15) würde sich zum Beispiel wünschen, dass die Politiker, die künftig die Landesregierung stellen, mehr für die Digitalisierung an Schulen tun. Annika Vogel (17) liegt das Thema Bildung am Herzen.

Die beiden Schülersprecherinnen des Gymnasiums waren am Freitag zusammen mit anderen Schülervertretern Wahlhelfer. Ein Klassenzimmer war zum Wahllokal umfunktioniert worden, es gab Wahlkabinen und Wahlzettel, akribisch wurde am Ende ausgezählt, welche Partei bei den Schülerinnen und Schülern die Nase vorn hat.

„Teilgenommen haben Schüler ab der achten Klasse“, berichtet Arne Fröhlingsdorf, der als einer der Politiklehrer die Aktion aktiv begleitete. Bevor sie ihren Wahlzettel ausfüllten, lernten die Gymnasiasten indes eine ganze Menge darüber, was Landespolitik ausmacht; vor allem aber, welche Partei für welche Inhalte steht. „Wir haben zum Beispiel den Wahl-O-Mat kennengelernt und so einen guten Überblick darüber bekommen“, erklärt Justus Thulke (11). „Viele Parteien haben ja auch Jugendorganisationen, bei denen man sich ganz gut informieren konnte“, ergänzt Annika Vogel.

Lennart Fleschenberg (13) kann schon ganz differenziert erläutern, was die Unterschiede zwischen Landtag-, Bundestags- und Kommunalwahlen sind. „Klar wusste man auch schon vorher einiges, aber der gezielte Unterricht hat da nochmal weitergeholfen.“

Die Schülervertreter teilen die Ansicht, dass Jugendliche ihrer Schule in der Mehrzahl über politische Inhalte gut informiert sind. Arne Fröhlingsdorf ist auch der Meinung: „Anders als vielleicht noch vor zehn oder 15 Jahren interessieren sie sich stark für Politik, sind neugierig auf Inhalte, wollen wissen, wie sich Dinge auf politischer Ebene entwickeln“, sagt der Pädagoge. Seiner Meinung nach hätten auch die Krisen, die Corona-Pandemie und der Angriffskrieg auf die Ukraine, noch einmal mehr zum verstärkten Interesse beigetragen.

Jugendliche motivieren andere, wählen zu gehen

„Manche hatten ja ihre Wahl schon im Kopf getroffen“, erzählt Lilien Döring (13), die die Fordergruppe Politik besucht und damit zu den leistungsstarken Schülern des Gymnasiums gehört. „Dann wurden sie aber vom Wahl-O-Mat mit einem anderen Ergebnis überrascht. Manche hat das unbeeindruckt gelassen, andere waren etwas verunsichert.“ Wie die Mehrheit am Gymnasium auch entschieden hat, einig sind sich die Schüler vor allem über eines: „Wir wollen alle, die können, motivieren, am Sonntag wählen zu gehen. Das ist einfach wichtig. Auch für uns.“

Juniorwahlen in Nordrhein-Westfalen

Die Juniorwahl ist ein handlungsorientiertes Konzept zur politischen Bildung an weiterführenden Schulen. Anlässlich der Landtagswahl in NRW am 15. Mai konnten die teilnehmenden Schulen eine realitätsgetreue Wahlsimulation organisieren und durchführen. Dafür wurde ihnen didaktisches Unterrichtsmaterial zur Vorbereitung der Wahl sowie alle Wahlunterlagen und -materialien zur Verfügung gestellt, die für die Juniorwahl nötig sind.

Höhepunkt des Projektes stellte der Wahlakt dar. Organisiert wurde er mit Unterstützung der Lehrkräfte von den Schülerinnen und Schülern selbst.
www.juniorwahl.de

Standpunkt von Anja Siebel: Schüler sind informiert

anja.siebel@rga.de

Schüler von heute sind politisch informierter und interessierter als noch vor zehn Jahren. Das beobachtet zumindest Arne Fröhlingsdorf, Politiklehrer am Gymnasium. Und es wurde auch deutlich im Gespräch mit den Jugendlichen der Schülervertretung des Gymnasiums. Sie wissen sehr genau, welche Themen ihnen wichtig sind, und sie wissen auch, welche Parteien eher für diese Themen stehen und welche eben nicht so sehr. Sie kennen sich mit dem Wahl-O-Mat aus, verfolgen die Nachrichten, informieren sich digital. Und: Sie werben bei ihren Altersgenossen dafür, dass diese wählen gehen mögen, sobald es ihnen möglich ist. Alles auch Indizien dafür, dass eine Wahlmöglichkeit ab 16 Jahren durchaus sinnvoll ist. Denn viele Jugendliche von heute interessieren sich dafür, wie ihre Zukunft aussehen könnte und wollen die auch aktiv und konstruktiv mitgestalten.

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