Energiekrise

Grundversorgung: Gas-Preis um 30 Prozent gestiegen

Jens Langner ist Geschäftsführer der BEW.
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Jens Langner ist Geschäftsführer der BEW.

BEW kündigt keine Bestandsverträge.

Von Udo Teifel

Den ersten „blauen Brief“ haben die BEW-Kunden bereits im Briefkasten gehabt, die nächsten werden wohl bei manchen Ende 2022 oder spätestens Ende 2023 folgen. Im ersten Brief informierte die BEW ihre Kunden, was sie ab 1. Oktober 2022 zahlen müssen, wenn die Gaspreis-Umlage greift. Die wird fällig, um die Mehrkosten der Gasimporteure für die Ersatzbeschaffungen beim Gas zu finanzieren. Die neue Gasbeschaffungsumlage beträgt ab 1. Oktober 2,419 Cent/kWh netto – sie fließt als Preisbestandteil in den Gaspreis ein und erhöht die monatlichen Abschläge. Neu sind die Gasspeicherumlage und die erhöhte Bilanzierungsumlage – auch die fließen in den Gaspreis ein, teilte die BEW mit.

Unruhe herrscht immer wieder bei Bestandskunden – die Angst eben, dass Festverträge vor Ablauf der Zeit durch den Energieversorger gekündigt werden. Dazu BEW-Geschäftsführer Jens Langner: „Bestandsverträge werden nicht gekündigt, die Kunden erhalten aber voraussichtlich eine Gaspreisanpassung, wenn ihre Sondertarife aus der vertraglichen Erstlaufzeit herauslaufen.“ Dies werde bei vielen Kunden erst Ende 2023 der Fall sein, bei einigen Ende 2022.

Die Preise auf den Großhandelsmärkten sind in den letzten Monaten weiter explodiert, berichtet der BEW-Geschäftsführer. Die Beschaffungspreise haben sich mehr als verdoppelt. Inzwischen beträgt der Preis fast 25 Cent/kWh. Entsprechend teuer wird es für die Kunden in der Grundversorgung. Das sind etwa fünf bis zehn Prozent der Kunden. Die Preise sind um 30 Prozent gestiegen. Langner: „Wir versuchen als Energieversorger, Lösungen für die Menschen zu finden, die in einer finanziell schwierigen Situation sind. So wird über Ratenpläne gesprochen, aber auch Energiesparen ist ein Thema. Wir sprechen auch mit Sozialämtern, der Caritas oder dem Jobcenter.“ Der BEW-Geschäftsführer macht aber auch klar: „Wir können auf die Umlage nicht verzichten.“

Wobei dies noch nicht das Ende der schwierigen Entwicklung sei. „Der finanzielle Schock kommt mit der Jahresabrechnung. Und 2023 wird es noch einmal deutlich schwieriger – vor allem dann, wenn wir nicht genügend Flüssiggas bekommen.“

Wer als BEW-Kunde die Klik-Verträge mit einer Erstlaufzeit bis Ende 2023 abgeschlossen hat, darf sich über zunächst stabile Preise freuen. Jens Langner: „Diejenigen Kunden, deren Sonderverträge auslaufen, werden je nach Zeitpunkt des letzten Vertragsabschlusses durchaus größere Preisanpassungen zu erwarten haben.“ Die Grundversorgung wird nach aktuellem Stand voraussichtlich Anfang des Jahres erhöht, nach aktueller Einschätzung laut Langner zwischen 15 und 25 Prozent.

Eine Zukunftsprognose ist nicht möglich

Und ob die drei Kommunen Wermelskirchen, Hückeswagen und Wipperfürth sowie die rhenag als Gesellschafter mit einer Gewinnausschüttung 2022 rechnen können, lässt Langner offen. „Eine Prognose ist nicht möglich, da vor allem die Witterung im vierten Quartal und die weitere Entwicklung der Spotpreise nicht vorherzusehen sind“ – also die Entwicklung der Preise auf dem Markt.

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