Sicher Radfahren im Straßenverkehr

Grünstraße: Radfahrer kritisiert Ampel

Sabine Krämer-Kox ist die Vorsitzende des ADFC.
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Sabine Krämer-Kox ist die Vorsitzende des ADFC.
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ADFC empfiehlt als Umfahrung die Friedrichstraße.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen/Solingen. Der Solinger Radler Christian Haidt machte in der vorletzten Woche eine Radtour nach Wermelskirchen: Er kam aus Richtung Burscheid über die Balkantrasse und wunderte sich dann über das, was er an einer Baustellenampel an der Grünstraße erlebte. „Ich stelle infrage, dass die Radfahrer alle gefahrlos fahren können“, sagte er. Um sich selbst zu schützen, fuhr er verbotenerweise über den den Gehweg. „Ich wollte mich schützen.“

Und weiter: „Es war eine Familie mit zwei Kindern – etwa 10 bis 12 Jahre alt“, sagt er. „Nach Umschalten der Baustellenampel auf Grün fuhren die Radfahrer an, nachfolgend ein Pulk von Pkw.“ Zudem steige die Straße zu Beginn der Baustelle in Fahrtrichtung Innenstadt stark an. Die Durchschnittsgeschwindigkeit eines Radfahrers in dieser Situation betrage etwa zehn Stundenkilometer: „Reicht die Grünphase wirklich aus?“ Er verweist auf eine Situation in Solingen, wo der Radverkehr – bei einer ähnlichen Situation – durch eine entsprechende Beschilderung auf den angrenzenden Fußweg geleitet wird. „Vielleicht ist das auch etwas, das die Stadt Wermelskirchen übernehmen könnte?“

Sabine Krämer-Kox, die Vorsitzende des ADFC Wermelskirchen, sagt: „Die Baustelle kenne ich. Als Ortskundige umfahre ich sie jetzt meist über die Friedrichstraße.“ Sie sei auch schon mit mehreren Radfahrenden durch die Baustelle gefahren. „Dabei ist mir aber nichts besonders Gefährliches aufgefallen“, sagt sie. „Die Kraftverkehr-Frequenz war zu diesen Zeiten allerdings vergleichsweise gering.“ Was die Umleitung auf den Gehweg angehe, könne sie momentan nichts sagen.

Sie bemerkt aber: „Dann werden aber meines Erachtens Fußgänger mit Kinderwagen oder einem Rollator gegebenenfalls gefährdet.“ Sie ziehe daher eine generelle Umleitung des Radverkehrs für die Dauer der Baustelle über die Friedrichstraße in Erwägung. „Radfahrer mit Muskelantrieb bevorzugen ohnehin von jeher diese Strecke aufgrund der geringeren Steigung. Und das würde lediglich das Aufstellen zweier (mobiler) Verkehrszeichen erfordern.“

Kinder dürfen auch auf dem Gehweg fahren

Harald Drescher, Leiter des Tiefbauamtes Wermelskirchen, sagt dazu: „Die Ampelanlage wurde von einer speziellen Fachfirma aufgestellt. Denn nur die verfügen über das notwendige Wissen.“ Anschließend sei alles ordnungsgemäß abgenommen worden. „Ich habe dort keine Probleme gesehen“, sagt er. „Aber eine Baustelle ist immer in Bewegung.“ Da könne es natürlich auch geschehen, dass sich die Situation vor Ort verändere. „Kinder bis zehn Jahren können übrigens problemlos den Gehweg nutzen“, sagt Harald Drescher. „Und wenn sich ein Radfahrer nicht wohlfühlt, kann er doch auch auf dieser Strecke absteigen und das Fahrrad über den Gehweg schieben.“

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