Bildung

Grünes Licht für die Gesamtschule?

Pädagoge Torsten vom Stein (l.) und Schuldezernent Stefan Görnert hoffen auf die 100 Anmeldungen aus Wermelskirchen.
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Pädagoge Torsten vom Stein (l.) und Schuldezernent Stefan Görnert hoffen auf die 100 Anmeldungen aus Wermelskirchen.
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100 Anmeldungen sind erreicht: Es fehlen nur noch wenige Wermelskirchener Kinder.

Von Susanne Koch

Die 100 Anmeldungen von Wermelskirchener Kindern sind seit Dienstag 18 Uhr erreicht. Denn erst diese Zahl der Anmeldungen aus der Heimatgemeinde ist die Grundvoraussetzung für eine Schulgründung. „Ich freue mich sehr, dass wir die restlichen Plätze schon heute erreicht haben“, sagte Stadtsprecherin Kathrin Kellermann am Dienstagabend.

Über das Ergebnis freuen sich auch Schuldezernent Stefan Görnert und Schulamtsleiter Andreas Voß sehr. „Ich war von Anfang an sehr optimistisch“, sagt Stefan Görnert. „Zum Glück wissen wir seit heute Abend schon mehr“, sagt Andreas Voß. Übrigens können sich so viele Kinder an der neu zu gründenden Schule anmelden, wie die Eltern es wünschen. „Die 100 sind nur die Mindestanforderung“, sagt der Schulamtsleiter. „Die Bezirksregierung in Köln wird nach der Anmeldephase direkt am Montag von uns informiert.“

Sollte die Bezirksregierung in Köln schließlich grünes Licht für die Gesamtschule geben, haben die kommissarische Schulleitung, die Bezirksregierung und die Stadt als Schulträger bis August Zeit, sich auf den neuen Schulbetrieb der Gesamtschule einzustellen und die Klassen für die neuen Schülerinnen und Schüler zu bilden.

„Je nachdem wie viele Kinder sich anmelden, wird die Zügigkeit berechnet.“

Andreas Voß, Schulamtsleiter

Zuerst einmal installiert die Bezirksregierung eine kommissarische Schulleitung. „Und je nachdem wie viele Kinder zum Schluss angemeldet sind, wird die Schule vier- oder fünfzügig eingerichtet“, sagt Andreas Voß. „Eine vierzügige Schule bekommt zwölf Lehrer und Lehrerinnen, eine fünfzügige Schule beginnt mit 15 Pädagoginnen und Pädagogen.“ Die Bezirksregierung schreibe die Stellen entweder aus oder ordne sie ab. „Ich kenne schon einige Kolleginnen und Kollegen, die gerne an der neuen Gesamtschule arbeiten würden“, sagt Torsten vom Stein, derzeit noch Lehrer an der Sekundarschule. Er begleitet die Schulgründung – und ist gerade dabei, noch Prüfungen zu absolvieren, die er für die Position eines Schulleiters haben müsste.

„Ich gehe davon aus, dass im Frühjahr das Schulkollegium steht“, sagt Schuldezernent Stefan Görnert. Dann werde die Klassenaufteilung beginnen. „Wünsche von Schülerinnen und Schülern werden berücksichtigt.“

Für eine Schule nicht unwichtig ist das pädagogische Konzept, nach der sie arbeiten wird. Wird es eine MINT-Schule, das heißt, eine Schule die sich mathematisch-naturwissenschaftlich orientiert oder eher eine Schule mit dem Schwerpunkt auf Geisteswissenschaftlern. „Der kommissarische Schulleiter und sein Kollegium werden sich darüber Gedanken machen“, sagt Stefan Görnert. „Endgültig darüber entscheiden wird die Schulkonferenz.“ Die werde erst nach den Sommerferien aus dem Kollegium und der dann gewählten Elternpflegschaft gebildet.

Klassenzimmer und Lehrräume werden fertig gemacht

Bis nach den Sommerferien werden schließlich auch die Klassenzimmer und Lehrräume fertig sein, Lehrmaterial wird angeschafft. „Das muss das neue Kollegium alles in Absprache mit dem Schulträger, der Stadt und der Bezirksregierung hinbekommen.“ Er sei da sehr optimistisch, sagt der Pädagoge Torsten vom Stein.

Er könne sich auch vorstellen, schon zukünftige Eltern einzubinden. „Da ja auch der pädagogische Bereich unter Fachkräftemangel leidet, könnte man im Arbeitsgemeinschaftsbereich auch Externe einsetzen, beispielsweise Profis oder Eltern, die etwas zu vermitteln haben, wie beispielsweise einen Sportkurs.

Anfangs werde die Gesamtschule sehr gut besetzt sein. „So dass wir am Anfang nicht damit rechnen müssen das Unterricht ausfällt“, sagt Torsten vom Stein. Er wirbt noch einmal sehr für die neu zu gründende Gesamtschule: „Sie ist für alle Kinder geeignet, auch für die etwas langsameren. Und man kann innerhalb der Schule zwischen den Kursen wechseln, so dass auch anfangs schwächere Kinder zum Schluss ihr Abitur machen können.“ Die Schulanmeldungen laufen bis Freitag, von 15.30 bis 18 Uhr.

Hintergrund

Grundschulen gibt es in Wermelskirchen sieben.

Standpunkt: Anmelden bis Freitag

susanne.koch@rga.de

Wermelskirchener Eltern haben immer noch die Möglichkeit, ihr Grundschulkind an der neu zu gründenden Gesamtschule anzumelden. Bis Freitag, 18 Uhr. Die Zahl 100 für die heimatgebundenen Anmeldungen ist eine Mindestanforderung. Niemand muss also Sorge haben, dass das Kind nicht mehr an der neuen Schule angenommen wird. Die Gesamtschule ist ein kostbarer Schatz für die Stadt: Dort können alle Kinder angemeldet werden, niemand muss sich also ganz früh für eine Schulform entscheiden.

Ausgenommen sind natürlich die Kinder, wo sich ganz früh abzeichnet, dass sie aufs Gymnasium gehen möchten und wo auch die Grundschullehrer diesen Schritt unterstützen. Die neue Schule birgt die Möglichkeit, sich von Anfang an am Schulprozess zu beteiligen und das Schulklima mitzugestalten. Das gilt für den kommissarischen Schulleiter genauso wie fürs Kollegium und die Eltern.

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