Politik

Grüne: Verkehrswende muss beginnen

Auf der Balkantrasse - hier in Neuenhaus - sind viele Radfahrer unterwegs. Die Grünen befürworten eine Beleuchtung. Archivfoto: Doro Siewert
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Auf der Balkantrasse - hier in Neuenhaus - sind viele Radfahrer unterwegs. Die Grünen befürworten eine Beleuchtung.
  • Susanne Koch
    VonSusanne Koch
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Partei will Wermelskirchen für Radfahrer sicherer machen.

Wermelskirchen. Die Balkantrasse verbindet das Rheinland mit dem Bergischen Land. Sie führt von Opladen bis Remscheid und streift die Städte Opladen, Burscheid, Wermelskirchen, Bergisch Born und Remscheid. „Da in Wermelskirchen die alte Balkantrasse teilweise mit der B 51 überbaut wurde, werden die Radfahrer durch die Innenstadt geleitet“, sagt Conchita Encina, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. „Für ungeübte Radfahrer ist das unsicherer, da sie dem Autoverkehr begegnen.“

Radfahren rund um Wermelskirchen: Das ist ein Thema, mit dem sich Bündnis 90/Die Grünen in Wermelskirchen gerne noch näher befassen will. Deshalb lud die Partei vergangene Woche Donnerstag zu diesem Thema aufs Grüne Sofa. „Ein erstes Ergebnis ist, dass ich im nächsten Stadtentwicklungsausschuss am 7. Juni einen Antrag stellen werde“, sagt Conchita Encina. „Wir möchten gerne Wermelskirchen für Fahrradfahrer sicherer machen. Ich persönlich kenne beide Seiten, ich fahre Auto und schimpfe auch schon einmal über Radfahrer, bin als Radfahrerin nicht die Sicherste und somit gerade auch auf Autofahrer angewiesen, die Rücksicht nehmen.“

„Wir haben uns mit verschiedenen Modellen von Radwegen befasst.“

Conchita Encina, Grüne, zum Abend auf dem Grünen Sofa

Im Antrag fordern die Grünen die Stadtverwaltung auf, zu prüfen, welche Straßen in Wermelskirchen man noch mit einem Radweg für Radfahrer sicherer machen kann. „Ich denke da an Teile der Dhünner Straße, wo es möglich ist, dann auf dem Weg nach Hilfringhausen, aber auch an der Eich und am Schwanen. Wir haben uns mit verschiedenen Modellen für Radwege befasst“, sagt Conchita Encina. „Und haben einiges dazu gelernt.“

Beispielsweise, dass ein farbiger Fahrbahnbelag, eigentlich als Radweg für Fahrradfahrer gedacht ist, oft von Autofahrern als Parkstreifen genutzt wird. Das solle natürlich nicht sein. Als bester Radweg habe sich der mit weißen unterbrochenen Linien dargestellt. „Er ist am preiswertesten und wird wohl von allen verstanden.“ Jetzt gebe es noch die Vorschrift, dass die Straße neben dem Radweg drei Meter breit sein muss, wenn dort ein Bus fährt sogar 3,50 Meter. „Das muss natürlich eingeplant werden.“

Bündnis 90/Die Grünen sind der Meinung, dass unsere Gesellschaft eher schneller eine Verkehrswende braucht, als dass das Thema sich noch lange hinzieht. „Wir müssen uns umorientieren“, sagt Encina. „Wir brauchen weniger Autos und mehr Fahrräder und Öffentlichen Nahverkehr. Und was wir jetzt schon brauchen, ist gegenseitige Rücksichtnahme von Autofahrern zu Fahrradfahrern und zu Fußgängern, aber auch von Fahrradfahrern zu Autofahrern.“

Nach der Corona-Pandemie muss soziales Lernen eingeübt werden

Hier könne man sich ein Beispiel an den Solingern nehmen. An der Korkenziehertrasse, ein Solinger Radweg, wurden Plakate angebracht, die genau hierfür werben. „Wir müssen alle nach der Corona-Pandemie wieder mehr soziales Lernen einüben“, sagt Conchita Encina.

Ein weiteres Thema sei die Beleuchtung der Balkantrasse. „In der dunkleren Jahreszeit ist es besonders für Frauen an einigen Stellen nicht so prickelnd“, sagt Conchita Encina. „Insofern müssen wir darüber nachdenken, ob eine Beleuchtung auf Dauer nicht Abhilfe verschafft.“ In Solingen sei die Korkenziehertrasse durch Sponsorengelder, die durch den Miss-Zöpfchen-Lauf hereingekommen sind, mit Laternen bestückt worden. Auch wenn die Fahrräder heute besser beleuchtet seien als früher, sei die Notwendigkeit einer Beleuchtung auf Dauer nicht von der Hand zu weisen.

Conchita Encina hat auch schon Gespräche mit den anderen Fraktionen begonnen. „Ich hoffe, dass wir gemeinsam weitere Vorteile für die Sicherheit von Radfahrern in Wermelskirchen erreichen können.“

Radfahren

Auf der Internetseite der Stadt Wermelskirchen ist auch den Radfahrern ein ganzes Kapitel gewidmet. So finden Sie dort Hinweise zu Bauarbeiten auf der Trasse ebenso wie ausgearbeitete Fahrradtouren und Fahrradkarten zum Herunterladen.

www.wermelskirchen.de

Standpunkt von Susanne Koch: Rücksicht gilt für jeden

susanne.koch@rga.de

Unsere Gesellschaft muss dafür sorgen, dass sich alle Verkehrsteilnehmer, Fußgänger, Radfahrer, Rollerfahrer, Motorradfahrer und Autofahrer, wohlfühlen, möglichst sicher sind und auch zu ihrem Recht kommen. Es ist nicht immer leicht, die Grundbedingungen dafür zu schaffen.

Am einfachsten wäre es doch, wenn alle Verkehrsteilnehmer ihre eigenen, nur ihnen zugedachten und abgetrennten Wege nutzen könnten. Doch das lassen unsere Straßen und Wege nicht zu. Da hilft nur, Rücksicht zu nehmen. Auf allen Seiten. Und das am besten noch unterstützt durch Tempo-Limits.

In den vergangenen Jahren stiegen immer mehr Menschen – zumindest teilweise oder am Wochenende – aufs Rad um. Auch das Bergische Land ist – seitdem es E-Bikes gibt – nicht mehr nur für sportliche Menschen erfahrbar. Leider hat auch die Zahl der Unfälle zugenommen. Und die müssen verhindert werden.

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