Silvester

Großes Unverständnis nach Böller-Attacken

Bundesweit wurden Feuerwehr und Polizei angegriffen.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Während andernorts dramatische Ausschreitungen mit teils gezielten und vorsätzlichen Böller-Angriffen auf Einsatzkräfte die Nacht des Jahreswechsels von 2022 auf 2023 überschatteten, verlief Silvester aus Sicht der Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis „weitestgehend ruhig“. Aber: Die Randale, bei der Feuerwehrleute und Polizisten mit Raketen, Böllern und Flaschen beworfen wurden und die in Nordrhein-Westfalen zu 233 in Gewahrsam genommenen sowie 25 vorläufig festgenommenen Personen führte, geht auch an Wermelskirchener Einsatzkräften nicht spurlos vorüber.

Dazu sagt der stellvertretende Leiter der Wermelskirchener Feuerwehr, Ingo Mueller: „Es kann nur eine Reaktion auf die Böller-Attacken geben und das ist vollkommenes Unverständnis. Mehr noch: Man kann diese Angriffe nur verurteilen, weil es nicht sein kann, dass Menschen, die helfen wollen, angegriffen werden.“ Natürlich müssten Angriffe dieser Art auf Helfer aufhören. Aber wie das geschehen und wie das bestraft werden könne, sei nicht Aufgabe der Feuerwehr. Da seien andere gefragt, hält sich Ingo Mueller mit Forderungen nach Konsequenzen zurück.

Man müsse zudem zwischen Großstadt und ländlichem Raum unterscheiden, so der stellvertretene Feuerwehrchef: „Momentan beziehen sich solche Vorfälle, wie in der jüngsten Silvester-Nacht geschen, tatsächlich eher auf Großstädte. Von daher können wir hier in Wermelskirchen von Glück sagen – und auch auf Holz klopfen, dass wir mit Gewalt gegen die Feuerwehr und den Rettungsdienst keine Berührungspunkte haben.“

Nur vier Feuerwehreinsätze waren Silvester nötig

Für die Silvester-Nacht 2022/23 bilanziert Ingo Mueller: „Es gab zwar vier Einsätze, aber die Feuerwehr wurde nicht in ihrer Arbeit behindert.“ Angriffe auf Feuerwehr und Rettungskräfte seien keine vorgekommen.

Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann verurteilt „jedwede Angriffe auf Kolleginnen und Kollegen aller Behörden“ rigoros und ergänzt: „Nach meinem Wissen haben sich in Wermelskirchen keine derartigen Vorfälle ereignet.“ Aus seiner Sicht könne eine Konsequenz aus den Böller-Attacken und der Randale sein, Behörden zu stärken, zum Beispiel hinsichtlich der technischen Ausstattung sowie der Aus- und Fortbildung, fortzusetzen. Denn in den letzten zehn bis 15 Jahren gebe es eine latente Steigerung der Aggressivität bei einer damit gleichzeitig einhergehenden Abnahme des Respekts gegenüber den Kolleginnen und Kollegen. „Solche Vorfälle müssen und werden konsequent zur Anzeige gebracht.“

Das Ordnungsamt sei aber auf einem guten Weg: „Der erfolgreich ausgebaute Kommunale Ordnungsdienst hat zu einer messbaren Abnahme an Beschwerden über Ruhestörungen und Vandalismus geführt. Diese Strategie des vorausschauenden Handelns wird auch in 2023 und darüber hinaus fortgesetzt.“

Wenngleich die Polizei Rhein-Berg von einer „weitestgehend ruhigen“ Silvester-Nacht spricht, registrierte sie dennoch eine erhöhte Einsatzbelastung: Kreisweit insgesamt 77 Einsätze zwischen 18 und 6 Uhr überstiegen die Zahl des Vorjahres (51 Einsätze) deutlich. In Wermelskirchen schlugen acht zu Buche, neun waren es noch im Vorjahr.

Es musste lediglich eine Person kurzzeitig in Gewahrsam genommen werden. Ansonsten blieb das Polizeigewahrsam leer. Insgesamt fünf Personen erteilte die Polizei Platzverweise. Sechs Strafanzeigen wegen Körperverletzung wurden aufgenommen.

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