Gesprächsgruppe

Gottesdienst erinnert an verstorbene Kinder

Britta Kowalewske (l.) und Beate Haldenwang möchten, dass verstorbene Kinder nicht vergessen werden. Foto: Anja C. Siebel
+
Britta Kowalewske (l.) und Beate Haldenwang möchten, dass verstorbene Kinder nicht vergessen werden.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
    schließen

Mitglieder des Gesprächskreises Delfin laden für Sonntag nach Dabringhausen ein.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Ein Kind zu verlieren, ist für Eltern wohl das Tragischste und Schmerzhafteste, was ihnen passieren kann. In der Gesprächsgruppe Delfin in Dabringhausen tauschen sich seit dem Jahr 2006 vom Tod eines Kindes betroffene Eltern aus. Und: Seit Jahren gibt es für diese Kinder auch einen Gedenkgottesdienst in der Evangelischen Kirche Dabringhausen. Und der wird auch am kommenden Sonntag, 12. Dezember, wieder dort stattfinden.

Kinder sollen niemals vergessen werden

„Wir möchten, dass unsere Kinder nicht vergessen werden“, betont Beate Haldenwang. Ihr eigener Sohn Michael starb vor nunmehr 22 Jahren an Krebs. Die Haldenwangs haben gelernt, mit ihrem Schicksal zu leben – ohne, dass sie Michael je aus ihrer Mitte gelassen hätten. „Er ist immer bei uns, wir sprechen über ihn und er begleitet uns. Wir können unser Leben aber trotzdem sinnbringend weiterleben“, sagt das Ehepaar. Und diese Art des Umgangs möchten sie auch anderen betroffenen Eltern vermitteln.

„Wir haben viele Anfragen für den Gesprächskreis, der leider zurzeit wegen der hohen Corona-Infektionszahlen nicht stattfindet“, berichtet Beate Haldenwang. Verbunden sei man aber jederzeit über Telefon oder eine Whats-App-Gruppe.

In den jährlichen Gedenkgottesdienst kommen aber auch viele Familien, die ansonsten nicht am Gesprächskreis Delfin teilnehmen. „Außerhalb der Corona-Zeit waren es rund 60“ berichtet Haldenwang. Die Eltern können, wenn sie mögen, am Eingang der Kirche den Namen ihres verstorbenen Kindes hinterlassen und für das Kind eine Kerze anzünden. „Die Kerzen brennen dann während des Gottesdienstes, was symbolisch dafür steht, dass sie in unserer Mitte sind“, sagt Beate Haldenwang. Dabei sei es völlig gleichgültig, ob das Kind erst kürzlich oder bereits vor vielen Jahren verstorben sei.

Sonntag, 12. Dezember, 17 Uhr, Evangelische Kirche Dabringhausen. Der Gottesdienst findet unter 3G-Bestimmungen statt. Mehr Infos bei Familie Haldenwang, Telefonnummer: (0 21 93) 33 04.

Standpunkt

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Für die meisten Eltern ist es unvorstellbar: Ein Kind zu verlieren, ist wohl das Schlimmste, was Menschen erleben müssen. Umso wohltuender, dass es in Dabringhausen die Gesprächsgruppe Delfin um Beate und Michael Haldenwang gibt. Wer das Ehepaar je kennengelernt hat, wird zustimmen, dass sie als selbst betroffenes Elternpaar ungemein viel Trost und Zuversicht ausstrahlen. Sie zeigen den Trauernden Wege auf, wie sie trotz des schweren und erst einmal wohl kaum zu verkraftenden Schicksalsschlages ein erfülltes Leben führen können, ohne dabei das verstorbene Kind zu vergessen oder aus ihrer Mitte zu lassen. Sie setzen damit aber auch ein an die Gesellschaft gerichtetes Zeichen. Denn es ist doch allzu verbreitet, dass nach einer Zeit der Trauer in unserer Gesellschaft kein Raum mehr gelassen wird. Dann muss man „wieder zur Tagesordnung übergehen“, „weitermachen“. Dabei kann und sollte niemand bestimmen, wie lange Trauer oder Traurigkeit nach einem persönlichen Verlust andauern kann. Das ist vielmehr sehr individuell und sollte jedem und jeder zu jeder Zeit selbst überlassen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unfall: Alkoholisierte Fahrerin flüchtet, um sich um ihre Haustiere zu kümmern
Unfall: Alkoholisierte Fahrerin flüchtet, um sich um ihre Haustiere zu kümmern
Unfall: Alkoholisierte Fahrerin flüchtet, um sich um ihre Haustiere zu kümmern
Sie wollen wieder durch Wermelskirchen führen
Sie wollen wieder durch Wermelskirchen führen
Sie wollen wieder durch Wermelskirchen führen
Ein Auge darauf haben, das Hass und Hetze keinen Platz finden
Ein Auge darauf haben, das Hass und Hetze keinen Platz finden
Ein Auge darauf haben, das Hass und Hetze keinen Platz finden
Schnellbus auf dem Brückenweg bereitet Sorge
Schnellbus auf dem Brückenweg bereitet Sorge
Schnellbus auf dem Brückenweg bereitet Sorge

Kommentare