Alter Bahnhof in Burscheid

Göttlicher Segen für neue Gaststätte

Segnung des Alten Bahnhofs durch Peter Hubbauer, Prälat der Diözese Regensburg. Foto: Doro Siewert
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Segnung des Alten Bahnhofs durch Peter Hubbauer, Prälat der Diözese Regensburg.

Der Alte Bahnhof in Burscheid wurde eröffnet. Kunden soll die Balkantrasse bringen.

Von Jennifer Preuß

Die Feier zur Eröffnung des Alten Bahnhofs Burscheid stand auf der Kippe. Mohamed Charara als Betreiber der neuen Gaststätte hatte kurz vor dem großen Tag Schweißperlen auf der Stirn. Denn fertig war das Interieur noch lange nicht. 30 Stunden vor dem Festakt fehlten noch die Möbel. Kein Tisch, keine Theke, keine Stühle. Mancher setzte da Hoffnungen in den himmlischen Beistand, der die Brauerei Weltenburger Kloster seit jeher begleite.

Irgendwie klappte alles noch rechtzeitig. Trotzdem angespannt begrüßte Charara die geladenen Gäste im historischen Gebäude, in das er viel Geld gesteckt hatte – und mindestens genauso viele Nerven und Geduld.

Der alte Bahnhof, der von 1881 bis 1991 tatsächlich als solcher genutzt wurde, verfiel immer mehr. Das Haus war ein trauriger Anblick am Rande der Balkantrasse. Randalierer e brachen ein, besprühten die Wände und zerschlugen die Fenster. Wie es dort früher ausgesehen hatte, zeigten Fotos auf Flachbildschirmen, die nun in fast jeder Ecke hängen. „Ich bin teilweise an diesem Projekt verzweifelt“, gab Charara zu. „Ich dachte mir aber, dass man den Bahnhof nicht verfallen lassen sollte.“

So kam es seinerzeit dazu, dass der Geschäftsmann Bürgermeister Stefan Caplan ansprach, der wiederum den Kontakt zur Deutschen Bahn vermittelte. Als Wegbereiter der Gaststätte durfte Caplan auch das Fass anschlagen.

Unter der Flagge der fränkischen Brauerei steht die Gaststätte nun. Der Gerstensaft aus Bayern wird an der Balkantrasse ausgeschenkt. Dazu gibt es eine umfangreiche Speisekarte. Dass Charara jetzt die Gaststätte führt, war nicht so geplant. Er suchte vergebens nach einem Pächter, bis er sich auch auf Anraten seines bayerischen Freundes Hermann Goß von der Brauerei dann doch dazu entschloss, es selbst zu tun. Charara hatte Erfahrungen in der Gastronomie und führte ein italienisches Restaurant. Was dann noch fehlte, war aus Sicht der Brauerei-Chefs der göttliche Segen. Peter Hubbauer war als Prälat der Diözese Regensburg gekommen, um das Gebäude und die Mitarbeiter der Gaststätte zu segnen. Der Kirchenvertreter sitzt im Verwaltungsrat der Brauerei. Ein Teil des Gewinns geht an die katholische Kirche, weshalb der Segnung große Bedeutung zugemessen wurde.

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