„Gleisdreieck“ und Artenschutz lassen sich vereinbaren

Seit Jahren gibt es Pläne, in Bergisch Born ein interkommunales Gewerbegebiet auf den Flächen rings um das alte Gleisdreieck zu errichten. Foto: Jürgen Moll
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Seit Jahren gibt es Pläne, in Bergisch Born ein interkommunales Gewerbegebiet auf den Flächen rings um das alte Gleisdreieck zu errichten.

Ergebnisse der Prüfung im Ausschuss für Umwelt und Bau liegen vor

Von Stephan Singer

Aus Sicht des Artenschutzes kann das Interkommunale Gewerbegebiet „Gleisdreieck“ von Wermelskirchen, Remscheid und Hückeswagen entwickelt werden. „Wenn wir den Empfehlungen in Sachen Artenschutz vorausschauen, dann spricht nichts gegen das Vorhaben“, resümierte Heike Krause (Die Grünen) als Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Bau den Vortrag von Volker Bösing. Der Diplom-Landschaftsökologe vom beauftragten Büro Froelich und Sporbeck mit Sitz in Bochum hatte auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses die Ergebnisse der vorgeschriebenen Artenschutzprüfung für das Areal vorgestellt.

„Wir haben eine Kartierung für alle Tiere mit Schutzstatus, die vorhanden sein könnten, durchgeführt“, berichtete Bösing. Festgestellt hätten die Experten demnach unter anderem Baumpieper, Waldohreule, Mehl- und Rauchschwalbe, Rotmilan, Mäusebussard und Waldkauz sowie Fledermausarten wie vor allem Abendsegler und Zwergfledermaus. Die Suche nach der Haselmaus mit nistkastenähnlichen Boxen erbrachte keinen Befund. „Die Vogel- und Fledermausvorkommen sitzen zumeist im an das für die Entwicklung vorgesehene Gelände angrenzenden Wald“, bilanzierte Volker Bösing. Die Tiere würden das Areal zur Jagd überfliegen.

Bei neun Terminen vor Ort in den Abend- und Nachtstunden sowie mittels stationärer Erfassung (auch Horch-Erfassung) ermittelten die Artenschutzgutachter außerdem: „Wir konnten in der Umgebung drei Horste feststellen. Ein Horst ist leer, zwei sind von Mäusebussarden besetzt. Die befinden sich allerdings mit einem Abstand von 120 Metern zum Gelände.“

Gebäude sollen vogelfreundliche Glasflächen erhalten

In Bezug auf die Fledermäuse raten die Experten zur Absicherung des Jagdhabitats der Tiere, was durch einen 35 Meter breiten Grünstreifen entlang der Waldgrenze am Eifgenbach-Quellgebiet zu gewährleisten wäre.

„Optional sind Fledermauskästen anzubringen, sofern bei der ökologischen Baubegleitung Tiere festgestellt werden, die zum Beispiel durch Baumfällungen ihr Zuhause verlieren“, blickte Volker Bösing aus.

Eine weitere Empfehlung der Fachleute: Die Gebäude sollen mit vogelfreundlichen Glasflächen gebaut werden. Das Baumpiepervorkommen verorteten die Artenschutzprüfer an einer Stelle am Rand des zukünftigen „Gleisdreieck“-Areals und folgern daraus: „Um diesen Bereich muss ein 100 Meter Abstandsradius eingehalten werden, in dem nicht gebaut werden darf. Allerdings betrifft lediglich ein Viertel dieses Radius das geplante Gelände.“ Generell gelte es, für die Tiere mit Schutzstatus die Bauzeitenregelung zu beachten, also beispielsweise auf Brutzeiten Rücksicht zu nehmen.

Das Gleisdreieck-Plangebiet umfasst rund 35 Hektar, davon entfallen zwölf auf Wermelskirchener Gebiet. Derzeit wird die Fläche überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

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