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Glasfaser-Ausbau schreitet voran

Die Hannoveraner Firma „Novanetz“ hat sich über Leichlingen und Burscheid bis nach Wermelskirchen „vorgearbeitet“. Derzeit baut sie unter anderem in Bechhausen Glasfaser aus und will in Bereichen von Tente sowie Dabringhausen weiter machen.
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Die Hannoveraner Firma „Novanetz“ hat sich über Leichlingen und Burscheid bis nach Wermelskirchen „vorgearbeitet“. Derzeit baut sie unter anderem in Bechhausen Glasfaser aus und will in Bereichen von Tente sowie Dabringhausen weiter machen.

Kölner Straße wird angeschlossen – Lokalpolitiker kritisieren aber das Vorgehen der Telekom.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Anwohner zum Beispiel der Kölner Straße durften sich unlängst über eine E-Mail-Nachricht von der Telekom freuen. Wer einen Highspeed-Internet-Anschluss bestellt hat, bekommt diesen nun auch. „Die benötigte Auftragsanzahl für den Glasfaser-Ausbau ist erreicht“, verkündet die E-Mail. Im Klartext: In diesem Bereich haben genug potenzielle Kunden einen Vertrag abgeschlossen, damit der Ausbau als wirtschaftlich erscheint.

Was nach einem großen Wurf klingt, ist jedoch eher ein Ausbau Schrittchen für Schrittchen, wie der Sachstandsbericht zum Breitband-Ausbau von Florian Leßke, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, nun im Zukunftsausschuss zeigte. Auf der jüngsten Sitzung des Gremiums kommentierte denn auch Tobias Bösenberg (CDU) das Vorgehen der Telekom kritisch: „Die betreiben Clusterbildung. Wenn schon die Innenstadt einen Ausbau bekommt, dann doch die komplette.“

Wie Leßke betonte, gibt es keinen allgemeingültigen Wert für die Definition von Breitband, sondern dafür lediglich die Beschreibung eines Internetzugangs mit vergleichsweise hoher Datenübertragungsrate: „Ziel der Stadt Wermelskirchen ist nach wie vor eine flächendeckende Versorgung mit Gigabit-Anschlüssen, also Glasfaser.“ Daran werde fortwährend gearbeitet: „Es sind noch genügend Bereiche in der Stadt offen, deshalb wollen wir möglichst breit aufgestellt sein und mit möglichst vielen Netzbetreibern sprechen.“ Derzeit sind nach dem Bericht des Stadtentwicklungschefs die Unternehmen Novanetz, Telekom, BEW und Vodafone mit einem eigenständigen Breitband-Ausbau im Stadtgebiet aktiv. Mit Hilfe einer 100-Prozent-Förderung habe man einen Netzausbau-Plan erstellt, der Grundlage für die Mitverlegung von Glasfaser und den Neubau sei. Darauf könne aufgebaut werden, erläuterte Leßke das „Bonbon“ für potenzielle Netzbetreiber, die die Stadt gewinnen will: „Eigentlich muss dieser Plan von den Netzbetreibern selbst erstellt werden.“ Der Amtsleiter weiter: „Signifikante Teile des Stadtgebiets verfügen bald über Breitband. Damit sind wir aber noch nicht zufrieden.“

Am Beispiel des Gewerbegebiets Ost lasse sich ablesen, wie viel Bewegung im Markt des Breitbandausbaus stecke, skizzierte Leßke: „Im Frühjahr 2021 erreichte die BEW die benötigte Quote an Vertragsabschlüssen nicht, um dort einen wirtschaftlich rentablen Ausbau zu beginnen. Die Telekom hat jetzt jedoch für dieses Gebiet ihr Quotenziel erreicht.“ Generell müsse klar sein, dass ein eigenständiger Ausbau der Netzbetreiber wirtschaftlich sein müsse – Vorverträge müssen quasi für eine Garantie sorgen. Nach diesem Prinzip baut Novanetz derzeit in Bechhausen, Neuenhaus, Unterstraße und Löh aus. Weitere Abschnitte in Tente und Dabringhausen befinden sich laut Leßke in der Vorvermarktung.

Die Mühlen mahlen langsam

Im geförderten Ausbau – Bund und Land teilen sich je die Hälfte der Förderung – beginnt im Rahmen eines ersten Antrags über den Kreis im Oktober der Ausbau. Rund 500 Adressen, darunter acht Schulen und 30 Gewerbebetriebe, werden mit Glasfaser versorgt. Auch hier mahlen die Mühlen langsam: die Antragstellung erfolgte 2016. „Die Fertigstellung muss im März 2023 erfolgen, denn das ist Förderbedingung“, erklärte Leßke und blickte auf eine weitere Förderung mit gleicher Kostenteilung aus: „Die Antragstellung dafür ist 2020 erfolgt, mit der Zuschlag-Erteilung rechnen wir im Februar 2023, die Umsetzung dauert dann 24 Monate.“ Dadurch würden rund 440 Adressen, dabei drei Schulen und 190 Gewerbebetriebe, versorgt.

Rathaus

Das Rathaus bekommt eine eigenständige Glasfaser-Standleitung zum Rechenzentrum. Dazu habe die Bergische Energie- und Wasser GmbH (BEW) die nötige Hardware bereits verlegt. Der Anschluss erfolgt in den nächsten Monaten.

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