Konzert

Gitarre klingt wie eine ganze Band

Shane Hennessy erwies sich als toller Musiker und sympathischer Typ.
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Shane Hennessy erwies sich als toller Musiker und sympathischer Typ.

Shane Hennessy sorgte für Begeisterung im sehr gut besuchten Haus Eifgen.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wermelskirchen. Da steht ein junger Mann im weißen Hemd auf der Bühne, nur mit einer akustischen Gitarre ausgerüstet. Er beginnt zu spielen, nachdem er mit wunderbarem irischem Akzent erklärt hat, dass er seine Frau nach der Rückkehr nach Dublin würde besänftigen müssen. Aus dem Grund, dass er vor zehn Monaten geheiratet habe – allerdings vor neun Monaten erst einmal für sieben Monate auf US-Tour gegangen sei.

Er sollte es mit dem Stück versuchen, das dann von der Bühne im für einen Mittwochabend sehr gut besuchten Haus Eifgen erklingt – dem Swing-Klassiker „L.O.V.E“ von Bert Kaempfert. „Ich habe das Stück bei unserer Hochzeit gespielt“, sagt Shane Hennessy noch. Und schon ist man gefangen in seiner Virtuosität, in einem Klang, der, obwohl nur von der Gitarre intoniert, doch irgendwie nach einer ganzen Band klingt.

Alles wirkt bei ihm leicht und mühelos

Sahne Hennessy ist ein grundsympathischer junger Mann, der im Verlauf seines abwechslungsreichen Auftritts mehrfach betont, wie wichtig ihm die Musik sei, wie wichtig das Reisen und Auftreten. Man nimmt es ihm sofort ab. Auf der einen Seite, weil er ein sehr einnehmendes und angenehmes Wesen hat, was in seinen ausführlichen Ansagen immer wieder deutlich wird. Auf der anderen Seite aber vor allem wegen seiner großartigen Musik, die eine wunderbare Mischung aus bekannten Songs ist, die der Ire allerdings in seiner ureigenen Weise eigenständig interpretiert, sowie eigenen Stücken, die einen nicht minder selbstbewussten Musiker und Komponisten zeigen. So ist etwa das Stück „Sailing To Shore“ ein echtes Highlight des Abends, auch wenn es sich dabei um alles andere als einen Partysong handelt. Das Stück, das Hennessy in einer für ihn sehr schweren Zeit geschrieben hat, ist mit seinen sehr verhallt gezupften Gitarrenklängen ein Moment des Innehaltens, geradezu meditativ. Auf der anderen Seite taucht er metertief ab in Disco und Funk und damit klassische Party-Musik, indem er sich ein Medley von Nile Rodgers aus den flinken Fingern schüttelt.

Wer jetzt sagt – wer ist denn bitteschön Nile Rodgers? –, der sollte sich an Disco-Klassiker wie „Le Freak“ oder„We Are Family“ sowie den Daft-Punk-Hit „Get Lucky“ erinnern. Diese Hits stammen allesamt aus Rodgers‘ Feder. Diese Songs im Instrumental-Medley mit nur einer Gitarre zu hören, macht genauso viel Spaß, wie Hennessy offensichtlich selbst an seinem Abend in Wermelskirchen hat.

Dieser irische Saitenhexer ist auch aus dem Grund ein Faszinosum, weil er seine Ausflüge über das Griffbrett, die an Rasanz und Virtuosität seinesgleichen suchen, so unglaublich leicht und mühelos wirken lassen. Ein Vergleich verdeutlicht das: Zu „Riverdance“ fliegen die Finger Hennessys mindestens so schnell über die Saiten seiner Gitarre, wie es die Füße der Tänzer im besagten Musical machen. Eindrucksvoller geht es kaum – und wird höchstens getoppt vom lausbubenhaften Grinsen des Musikers, wenn er wieder einmal ohne verknotete Finger im Ziel des jeweiligen Songs angekommen ist.

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