Wettbewerb

Platz 1 bei Jugend forscht: Geschwister programmieren Schach-Puzzle

Alexa Conrad (15) entwickelt mit ihrem Bruder Lennart (17) einen Schach-Puzzle-Generator. Foto: Roland Keusch
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Alexa Conrad (15) entwickelt mit ihrem Bruder Lennart (17) einen Schach-Puzzle-Generator.
  • Susanne Koch
    VonSusanne Koch
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Wermelskirchener Jugendliche belegen den ersten Platz bei Jugend forscht.

Wermelskirchen. Mit ihrem Schach-Puzzle-Generator hat ein Wermelskirchener Geschwister-Paar beim Regional-Wettbewerb im Solinger Gründer- und Technologiezentrum den ersten Preis gemacht. „Anfang April geht es für uns beim Landeswettbewerb in Leverkusen weiter“, sagt Alexa Conrad. „Der findet leider aber wegen Corona nur online statt.“

Etwas mehr als ein halbes Jahr hatten die 15-jährige Alexa und ihr 17-jähriger Bruder Lennart Zeit. „Im Mai habe ich während meines Informatikstudiums an der RWTH in Aachen überhaupt erst mit dem Programmieren angefangen“, sagt Lennart. „Und das hat mich so gefangen genommen, dass ich danach fast nächtelang durchprogrammiert habe.“ Seine Schwester Alexa besucht in Remscheid die 11. Klasse des Berufskollegs Technik. „Ich habe Mathematik und Informatik als Leistungskurs“, sagt die 15-Jährige. „Diese Schule finde ich richtig gut.“ Bereits als kleines Kind habe sie mit ihrem Vater ein Spiel programmiert. „Es war nur ein ganz kleines und einfaches, aber das hat meine Begeisterung geweckt“, sagt Alexa. Aus Begeisterung für Mathematik und Informatik hat sich bei beiden Jugendlichen inzwischen Leidenschaft für diese Fächer festgesetzt.

„Wir haben ihnen unser Forschungsprojekt durch einen Power-Point-Vortrag vorgestellt.“

Alexa Conrad, Schülerin

„Am Samstag, 5. März, hatten wir unseren Stand im Gründer- und Technologiezentrum in Solingen aufgebaut“, sagt Lennart Conrad. „Gegen 10 Uhr kam die Jury. “ Alexa Conrad ergänzt: „Wir haben ihnen unser Forschungsprojekt durch einen Power-Point-Vortrag vorgestellt. Anschließend haben wir Fragen der Juroren beantwortet.“ Mit Erfolg: Die beiden siegten in der Kategorie Informatik beim Wettbewerb Jugend forscht.

Mit ihrem Schach-Puzzle-Generator können die beiden in kurzer Zeit etwa eine Millionen Puzzle generieren. „Wir wollen an unserem Projekt weiterarbeiten“, sagen die Schülerin und der Student. „Ein Schach-Puzzle ist eine Position auf dem Schachbrett. Nur ein Zug führt den Spieler zum Sieg“, erklärt Lennart Conrad. „Für unsere Forschungsarbeit haben wir zwei mittelstarke Rechner verwendet, typisch für Haushalte, und wir haben das Programm in Java geschrieben. Schneller und leistungsstärker wären die Programmiersprachen C oder Sample.“ „Da wir aber noch sehr viel optimieren müssen und unsere To-Do-Liste abarbeiten, bleiben wir erst einmal bei Java“, sagt Alexa Conrad ergänzend.

Die beiden Jugendlichen spielen auch Schach. „Da ist ein Generator, der einem die besten Züge vorhersagt, natürlich optimal“, sagt Lennart Conrad. „Der Schach-Puzzle-Generator hilft uns schon, auch besser Schach zu spielen.“

„Wir haben den Vortrag präsentiert bekommen und konnten noch ein paar Anmerkungen machen.“

Dr. Jennifer Hold, Physiklehrerin

Dr. Jennifer Hold ist die Physiklehrerin von Alexa am Berufskolleg Technik. „Ich war mit meinem Kollegen Oliver Kreuer, dem Informatiklehrer von Alexa, sozusagen Versuchskaninchen für Jugend forscht“, sagt Dr. Jennifer Hold. „Wir haben den Vortrag präsentiert bekommen und konnten noch ein paar Anmerkungen machen.“

Die Geschwister Conrad hatten sich schon beim Wettbewerb angemeldet, da war Alexa noch keine Schülerin auf dem Berufskolleg. „Ich bin begeistert von der Arbeit der beiden“, sagt Dr. Jennifer Hold. „Solch ein privates Engagement und solch einen persönlichen Einsatz findet man nicht oft bei Schülern.“ Sie drücke ihnen auf jeden Fall die Daumen, wenn sie Anfang April ihren Schach-Puzzle-Generator beim Landeswettbewerb vorführen. „Ich wünsche, dass sie weiterkommen.“ | Standpunkt

Jugend forscht

Landeswettbewerb: 4. bis 6. April, in Leverkusen Nordrhein-Westfalen
Schüler experimentieren: 4. Klasse bis 14 Jahre.
Jugend forscht: 15 bis 21 Jahre.
Wettbewerb: Jugend forscht ist Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb. Ziel ist, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, Talente zu finden und zu fördern. Pro Jahr gibt es bundesweit mehr als 120 Wettbewerbe.

Standpunkt

susanne.koch@rga.de

Kommentar von Susanne Koch

Das Geschwisterpaar Alexa (15) und Lennart (17) zeigen, dass Jugendliche auf ihre ganz eigene Art und Weise ihre Freizeit verbringen können. Sie haben sich beim Wettbewerb Jugend forscht selbstständig angemeldet und einen Schach-Puzzle-Generator programmiert. Mit Erfolg: Wie der erste Platz im Regional-Wettbewerb zeigt. Die beiden sind ein gutes Beispiel dafür, dass Jugendliche sich auch heute engagieren und eine Menge Zeit (Lennart: 1000 Stunden, Alexa: 500 Stunden) in ein Projekt stecken. Die beiden widersprechen – wie übrigens die meisten Jugendlichen – dem Vorurteil, dass die Jugend sich nur mit ihrem Smart-Phone und sich selbst beschäftigt. Das Geschwisterpaar steht in einer Reihe mit denen, die sich wie die Jugendlichen von Fridays for Future für die Klimaziele einsetzen, die aktiv Sport betreiben, die sich um Kinder oder ältere Menschen kümmern oder die sich in einer Gemeinde, in einem Verein oder in einer Partei engagieren. Auf jeden Fall, das zeigt das Beispiel der Geschwister Conrad, hat die Allgemeinheit ebenso etwas davon, wie auch sie selbst, auf ihrem Weg, später einen Arbeitsplatz zu bekommen.

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