Online-Angebote

Geschichtsverein trotzt der Pandemie

Volker Ernst mit der neuen Ausgabe des historischen Kalenders. Foto: Anja Carolina Siebel
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Volker Ernst mit der neuen Ausgabe des historischen Kalenders.

Mit Online-Angeboten müssen sich die Älteren erst vertraut machen.

Von Anja Carolina Siebel

Volker Ernst ist ein Tausendsassa. Vor allem für den Geschichtsverein setzt der Wermelskirchener sich neben seiner Berufstätigkeit mit voller Inbrunst ein. In der Pandemie-Zeit sei das umso schwieriger gewesen, erzählt Volker Ernst. „Denn man konnte ja den Kontakt zu den anderen Mitgliedern nicht halten, es gab keine Vorträge oder andere Treffen.“

Und auch das Archiv des Wermelskirchener Geschichtsvereins ist derzeit noch für die Öffentlichkeit geschlossen. „Wir können es nicht ausreichend belüften, können auch die Hygieneregeln dort nicht hinreichend einhalten“, schildert Ernst. So seien nur immer einzelne Mitarbeiter des Geschichtsvereins in den Archivräumen unterhalb der Schwanenschule. Um zu recherchieren oder an der großen Chronik zu arbeiten, die im Jahr 2023 zum Stadtjubiläum erscheinen wird.

In Wermelskirchen gab es 120 Schulstandorte

Wie viele andere Vereine musste sich auch der Bergische Geschichtsverein während der Pandemie-Zeit an neue Wege der Kommunikation gewöhnen. „Weil wir sonst Vorträge kaum noch anbieten könnten, werden wir auch künftig mehr online machen“, kündigt Volker Ernst an. Es sei nicht so einfach gewesen, die Mitglieder darauf einzustellen, vor allem die älteren. „Ein Großteil unserer Mitglieder hat eine Mailadresse und einen Internetzugang, aber ungefähr ein Drittel eben auch nicht. Wir haben sie gebeten, sich von Angehörigen oder Freunden helfen zu lassen, um an den Online-Angeboten künftig auch teilnehmen lassen“, sagt der Geschichtsvereinsvorsitzende. Für den September sind bereits drei Vorträge via Internet geplant (|Infokasten).

Aber Volker Ernst hat noch etwas Neues zu berichten, worüber er sich besonders freut. Der neue Kalender ist auf dem Markt. Motto diesmal: „Geschichte der Schulen in Wermelskirchen“. Es ist der inzwischen siebte historische Kalender, den Ernst für den Geschichtsverein entwickelt hat; 2016 erschien der erste.

Diesmal war die Recherchearbeit aber nicht annähernd so aufwendig wie sonst. Und das hat Volker Ernst seiner Geschichtsvereinskollegin Margret Wischow zu verdanken. „Sie brachte mich auf die Idee, dass ich doch die Schulen zum Thema machen kann, schließlich kenne ich mich mit denen seit Jahren gut aus.“

Seit 2017 sitzt der Heimatkundler an einem Buch über die Geschichte der Wermelskirchener Schulen. „Kaum jemand weiß ja, dass es in Wermelskichen im Laufe von 200 Jahren 120 Schulstandorte gab“, erzählt Ernst. Am Glanz seiner Augen kann man gut sehen, wie sehr der Wermelskirchener für die Heimatgeschichte brennt. Und das wird auch einmal mehr bei der Ansicht seines Kalenders deutlich. Liebevoll zusammengestellt sind die historischen Aufnahmen.

Zu sehen sind beispielsweise die Schule Höferhof um 1920, die alte Dörpfeldschule, eine Uraltversion der Schule Neuenhaus oder das alte Gymnasium. Auch eine Ansicht der Schule Hünger, die im November 1944 beim großen Bombenangriff zerstört wurde, ist zu sehen. Oft sind auch Kinder auf den Bildern, die sich fürs Foto stolz vor ihrer Schule aufgereiht hatten. „Wer jemanden darauf erkennt, der soll uns bitte Bescheid sagen“, bittet Volker ernst die Kalender-Käufer.

Wer einen Kalender erstehen will, kann sich per E-Mail an margret.wischow@bgv-wermelskirchen.de wenden oder per Post an Margret Wischow, Königstraße 38, 42929 Wermelskirchen. Kalender sind ebenfalls in der christlichen Buchhandlung an der Kölner Straße, bei der Buchhandlung van Wahden (Markt) oder der Buchhandlung Marabu (Telegrafenstraße) erhältlich. | Standpunkt

Online-Vorträge

Die nächsten Termine stehen schon fest – für Online-Vorträge. Am Donnerstag, den 16. September 2021 um 19 Uhr, berichtet Volker Ernst in einem Online- Vortrag über „Die Geschichte des Stadtfriedhofs“. Am Sonntag, den 19. September 2021 (Tag des Friedhofs) um 14 Uhr findet unter Wahrung der dann geltenden Hygieneregeln eine Führung über den Stadtfriedhof statt, sofern es die Pandemiesituation erlaubt. Treffpunkt: vor der Kapelle des Stadtfriedhofes an der Berliner Straße. Am Donnerstag, 18. November um 19 Uhr wiederholt Frank Schopphoff aus aktuellem Anlass seinen Vortrag über den „Freizeitpark Eifgen“, ebenfalls als Online-Veranstaltung.

Standpunkt: Zeit, Danke zu sagen

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Es ist für Volker Ernst eine Art Lebensaufgabe. Der Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins Wermelskirchen macht seine ehrenamtliche Arbeit nicht nur gern, sondern mit Herzblut und riesigem Engagement. Aber was er und die anderen Ehrenamtler beim Geschichtsverein leisten, ist keineswegs selbstverständlich. Es ist quasi ein Geschenk an die Stadt und ihre Bürger. Sowohl der jetzt wieder erschienene Kalender über die Geschichte der Schulen als auch beispielsweise die große Chronik, die zum Stadtjubiläum 2023 erscheinen wird und an der die Geschichtsvereinshelfer schon seit Monaten sitzen, sind Werke, die es ohne diese Ehrenamtler nie geben würde, die aber eine riesige Bereicherung bedeuten. Zumindest für jene, die sich ein wenig für die Stadt und ihre Geschichte interessieren. Aber es sind auch die kleinen Dinge. Anrufe von Bürgern die „mal eben“ eine historische Frage beantwortet haben oder etwas aus der Familienhistorie wissen möchten. Die Heimatkundler um Volker Ernst bemühen sich immer, etwas herauszufinden. Dafür sei ihnen einmal herzlich gedankt.

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