Bildung

Gesamtschule: Stadt zeigt Raumkonzept

Aus der heutigen Sekundarschule soll eine Gesamtschule werden
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Aus der heutigen Sekundarschule soll eine Gesamtschule werden

Einiges wird saniert, anderes entsteht neu. Im November sollen die Eltern informiert werden.

Von Anja Carolina Siebel

Nun soll es schnell gehen. Am Mittwoch Abend beschlossen die Mitglieder über das Raumkonzept für die neue Gesamtschule. Sie beauftragten damit die Verwaltung, dieses vom Bonner Unternehmen biregio erstellte Konzept für den Antrag auf Errichtung einer Gesamtschule bei der Bezirksregierung zu verwenden und nach dessen Bewilligung umzusetzen.

In Stein gemeißelt ist indes damit noch nichts. Das betonte auch der Technische Beigeordnete Thomas Marner. „Denn bevor wir an die konkrete Umsetzung gehen, muss ja erst einmal sicher gestellt sein, dass wir im Frühjahr 100 Anmeldungen für den Schul-Neustart zusammenbekommen.“ Wie berichtet, könnte es dann zum Schuljahr 2023/24 losgehen mit der Gesamtschule. „Sollten diesmal noch nicht 100 Anmeldungen zustande kommen, steht uns aber auch frei, nächstes Jahr nochmal zur Anmeldung aufzurufen; starten können wir praktisch jedes Schuljahr“, stellt Schulausschussvorsitzender Jochen Bilstein auf WGA-Nachfrage klar.

Drei Varianten eines Raumkonzeptes stellte Marvin Schlicht von biregio den Ortspolitikern vor. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch die Raumdichte. So hat Variante A mit Klassen- und Kursräumen, Fach- und Ganztags sowie Differenzierungsräumen insgesamt 64, Variante B 70 und Variante C 77 große Räume.

Im Fokus stehen zunächst die naturwissenschaftlichen Räume. „Die“, sagt Schulausschussvorsitzender Jochen Bilstein, „müssen ohnehin erneuert werden, auch für die jetzigen Sekundarschüler. Dass gerade die naturwissenschaftlichen Fachräume „in keinem guten Zustand seien“, bestätigte auch Marvin Schlicht.

Der so genannte E-Bau, in dem jetzt Toilettenräume sind, soll schwinden; dafür soll ein Neubau errichtet werden. Darin soll es eine neue Mensa, weitere Fachräume sowie einen Bewegungsraum, der auch als Mehrzweckraum genutzt werden kann, geben. Die Mensa soll zudem eine Bühne für Aufführungen bekommen.

Konzeptgruppe hat die Entwicklung im Blick

„Gerade im Bereich der Fachräume werden wir eine grundlegende Verbesserung haben“, sagte Marvin Schlicht. Er bewertet das Raumkonzept als „qualitativ hochwertig“. Es könne sich an Neubauten messen.

Ulrike Schorn-Kussi wies noch einmal darauf hin, dass die Grünen mehrfach Bedenken hinsichtlich der detaillierten Planung der Gesamtschule hätten. Sie hatten bereits vor dem Beschluss des Rates für die Ertüchtigung der neuen Schule darauf hingewiesen, dass sie einer Sanierung im Bestand am Weyersbusch höchst kritisch gegenüber stünden. Die Fraktion hatte deshalb, wie auch die Eltern der jetzigen Sekundarschüler, einen Schul-Neubau an der Rot-Kreuz-Straße favorisiert. Da es den nun nicht geben wird, begleiten sie die Entwicklung kritisch. „Wir werden immer wieder darauf hinweisen, dass wir mit verschiedenen Aspekten nicht einverstanden sind. Und auch Teile der Bevölkerung, die sich an uns wenden, sehen den Standort kritisch“, unterstrich Schorn-Kussi, die selbst 14 Jahre an Schulen tätig war.

Der Erste Beigeordnete Stefan Görnert sprach für das Schuldezernat, indem er erklärte, dass der nun gefasste Beschluss keine endgültige Entscheidung für ein Konzept beinhalte. Entsprechend würde auch keine der drei vorgestellten Varianten darin favorisiert. „Der Beschluss soll lediglich der Bezirksregierung den Hinweis geben, dass wir uns Gedanken gemacht haben“, sagte Görnert. Details könnten dann später besprochen werden. Viel Zeit bleibt indes nicht. Denn im November soll es schon einen Informationsabend für interessierte Eltern geben. Eine vom Schuldezernat moderierte Konzeptgruppe, unter anderem bestehend aus Gesamtschul-Fachleuten, Pädagogen und dem Ausschussvorsitzenden Jochen Bilstein. „Wir wollen die Eltern möglichst transparent informieren“, betont Jochen Bilstein.

Hintergrund

Beschluss: Ende März hatte der Stadtrat für die Errichtung einer Gesamtschule in Wermelskirchen gestimmt. Die Schule soll dafür neu gegründet werden. Die Sekundarschule läuft somit aus.

Ablauf: Bis November 2022 kann die Stadt in Düsseldorf einen Antrag stellen, um eine Gesamtschule genehmigt zu bekommen. Der Schulbeginn für die Klassen 5 könnte dann im Schuljahr 2023/2024 sein.

Standpunkt: Werbung ist wichtig

anja.siebel@rga.de

Es gab viele Unstimmigkeiten vor dem Ratsbeschluss zur Gesamtschule. Und auch jetzt brodelt es hinter den Kulissen noch - sowohl in der Politik als auch in der Verwaltung. Zu spüren war das deutlich während der jüngsten Sitzung des Schulausschusses. Und doch gibt es ja ein gemeinsames Ziel: die Errichtung einer funktionierenden Gesamtschule. Dafür sollten alle Beteiligten an einem Strang ziehen, so schwer das auch erscheinen mag.

Denn um eine Gesamtschule am Ort zu etablieren, müssen auch - und vielleicht vor allem – die Eltern mitziehen. Denn ohne die erforderliche Anzahl an Anmeldungen wird es eine solche Schule erst gar nicht geben. Um die zu erreichen, ist es sicher wichtig, für die Gesamtschule zu werben. Warum sollte ein Kind ausgerechnet die Wermelskirchener Gesamtschule besuchen? Diese Frage wollen Eltern beantwortet haben - und es ist jetzt an den Akteuren, das zu gewährleisten. Viel Erfolg.

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