Nachfolge der Sekundarschule

Gesamtschule nimmt weitere Hürde

Das Aus der Sekundarschule ist besiegelt. Über die Standortfrage wird später entschieden. Archivfoto: Jürgen Moll
+
Das Aus der Sekundarschule ist besiegelt. Über die Standortfrage wird später entschieden.

Stadt informiert im Schulausschuss – Kein Veto der Nachbarstädte.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Keine Einwände gegen die geplante Einrichtung einer Gesamtschule: Wermelskirchens Nachbarstädte Remscheid, Solingen, Odenthal, Kürten, Hückeswagen und Burscheid haben kein Veto gegen den Ratsbeschluss eingelegt, als Nachfolge für die bis dahin auslaufende Sekundarschule eine Gesamtschule ab dem Schuljahr 2023/2024 als weiterführende Schulform neben dem Gymnasium in Wermelskirchen einzurichten. Das berichtete Andreas Voss, verwaltungstechnischer Schulamtsleiter, im Schulausschuss.

Mit der Befragung der Kommunen in Wermelskirchens Nachbarschaft hat die Stadtverwaltung einen verpflichtenden Punkt auf der Liste zur Beantragung der Gesamtschule bei der Bezirksregierung Köln abgearbeitet. Bereits erfolgt sind: Grundsatzbeschluss des Stadtrats; Verabschiedung des Schulentwicklungsplans inklusive Elternbefragung; Anhörung der Schulkonferenz der Sekundarschule.

Damit die Antragstellung vollständig erfolgen kann, fehlt nunmehr noch die Erstellung eines Raumkonzepts für die Gesamtschule am beschlossenen Standort Wirtsmühler Straße/Weyersbusch. „Wir sind fast antragfähig“, kommentierte Andreas Voss ( Dazu habe die Verwaltung inzwischen die Anregungen der Auswertungen der Fachbüros Hitzler sowie Biregio abgeglichen.  Bis Mitte Juli würden nun baurechtliche Fragen geklärt.

Die Gesamtschule ist als Schulform bekannt und für Eltern keine Blackbox.

Jochen Bilstein (SPD) zu den benötigten Anmeldungen

„Die naturwissenschaftlichen Räume haben eine Renovierung bitternötig“, konstatierte Andreas Voss. Der Beginn entsprechender Sanierungsmaßnahmen erfolge kurz nach den Sommerschulferien. Der Abriss der ehemaligen Grundschule Ost auf dem Areal am Weyersbusch stünde „ganz oben auf der Liste“ der Verwaltung, sagte Hochbauamtsleiter Hartwig Schüngel. „Die Planungen dafür beginnen im Spätsommer.“

Ebenso im Spätsommer würde nach erfolgter Antragstellung durch die Stadt eine Schulleitung für die neue Gesamtschule von der Bezirksregierung berufen, die sich dann um die Umsetzung des Anmeldeverfahrens kümmert, stellte Voss die nächsten Schritte auf dem Weg zur neuen Schulform dar. Das Anmeldeverfahren erfolgt Anfang 2023 und muss mindestens 100 Anmeldungen von Kindern aus Wermelskirchen bringen, damit die Gesamtschule zum Schuljahr 2023/2024 starten darf. Diese Gesetzeslage löste für den Schulausschuss folgerichtig die Frage aus, was denn passiert, wenn keine 100 Anmeldungen zusammenkommen: „Dann bleibt die Sekundarschule bestehen und ein neuer Versuch wäre ein Jahr später möglich“, erläuterte der Schulamtsleiter.

Um die Werbetrommel bei den Eltern zu rühren, würden diese „sehr bald nach den Sommerferien standortscharf informiert“, sagte der Erste Beigeordnete Stefan Görnert, zu dessen Dezernat das Schulwesen gehört: „Dafür werden wir externe Fachleute hinzuziehen.“ Die Informationen würden „Leitplanken“ benennen, jedoch nicht das pädagogische Konzept vorwegnehmen: „Das soll von der Leitung der Gesamtschule erstellt werden.“

Voss fügte hinzu: „Die neue Leitung wird der neuen Schulform in Wermelskirchen ein Gesicht geben.“ Nach den Sommerferien werde speziell zum Thema Gesamtschule der Kontakt zu den Grundschulen hergestellt. Selbstverständlich wäre die Gesamtschule dann auch bei Informationsveranstaltungen vertreten, skizzierte Andreas Voss auf Nachfrage von Monika Müller (CDU).

Der Schulausschuss-Vorsitzende Jochen Bilstein (SPD) bemerkte zum derzeitigen Sachstand: „Die Gesamtschule ist als Schulform ja bekannt, das ist für die Eltern keine Blackbox. Da geht es dann um Nuancen.“ Im Vorfeld dürfe der Prozess zur Erstellung des pädagogischen Konzepts nicht so festgelegt werden, dass das zukünftige Lehrerkollegium der Gesamtschule in diesem Korsett nicht mehr agieren könne: „Das ist wohl leider so bei der Sekundarschule passiert.“

Weitere Schritte

Raumkonzept: Auf der nächsten Sitzung des Schulausschusses will die Stadtverwaltung das Raumkonzept für die neue Gesamtschule am Standort Wirtsmühle/Weyersbusch vorstellen.

Antrag:Sobald das Raumkonzept steht, sind alle Unterlagen beisammen, die zur formellen Beantragung der Gesamtschule bei der Bezirksregierung Köln nötig sind. Der Schulausschuss tagt wieder am 10. August.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Lina hat beim Lesen die Nase vorn
Lina hat beim Lesen die Nase vorn
Lina hat beim Lesen die Nase vorn
Pfarrer Poersch konfirmiert  zwei Gruppen
Pfarrer Poersch konfirmiert  zwei Gruppen
Pfarrer Poersch konfirmiert  zwei Gruppen

Kommentare