Anmeldungen sind angelaufen

Gesamtschule muss die 100 Anmeldungen knacken

Der zehnjährige Julian kam mit seinen Eltern zur Anmeldung. Torsten vom Stein (3.v.l.) und Stefan Görnert (2.v.l.) freute es.
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Der zehnjährige Julian kam mit seinen Eltern zur Anmeldung. Torsten vom Stein (3.v.l.) und Stefan Görnert (2.v.l.) freute es.

Orga-Team um Torsten vom Stein ist optimistisch.

Von Peter Klohs

Wermelskirchen. Mit Beginn des Schuljahres 2023/24 startet die Gesamtschule Wermelskirchen. Da ist sich das Organisationsteam um Torsten vom Stein absolut sicher. Am Wochenende begannen die Tage, an denen sich die künftigen Schülerinnen und Schüler anmelden können (100 Anmeldungen sind nötig, damit die Gesamtschule mit ihrem Programm loslegen kann. Diese Zahl war für den Samstag avisiert, der Sekt stand parat. Kurz nach Samstagmittag war die Anmeldezahl von 100 aber noch nicht erreicht, aber Torsten vom Stein war mit den 75 bis dahin verzeichneten Anmeldungen sehr zufrieden. „Da kommen noch einige hinzu“, prophezeite er. „Da gibt es viele Kinder mit Gymnasialeignung, deren Eltern das mit der Anmeldung sehr locker sehen und das im Laufe der Woche erledigen. Da sind wir sehr entspannt. Die Gesamtschule wird kommen.“

Dass Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Leistungsgraden die Schule besuchen müssen, ist dem Organisationsteam klar. „Das ist unabdingbar“, sagte Schulamtsleiter Andreas Voß. „Schwächere Lernende können sich an etwas stärkeren orientieren und sich von ihnen mitziehen lassen.“ Das sei ja gerade die Stärke der Gesamtschule, befand Stefan Görnert von der Stadtverwaltung. „Wir bieten Grund- und Erweiterungskurse an, man differenziert nach dem Schwierigkeitsgrad des zu erlernenden Stoffs. Sehen Sie, eine Gesamtschule ist ja Haupt- und Realschule sowie Gymnasium in einem.“ Da könne man auch die Förderart ändern, ohne dass die Schüler die Schule wechseln müssen. „Wenn die Eltern oder die Lehrer merken, dass bei einem Schüler noch ’Platz nach oben‘ ist, dann kann man den neuen Kurs problemlos festlegen.“ Das funktioniere selbstverständlich auch in die andere Richtung. „Hier werden die individuellen Stärken der Kinder gefördert und gefordert. Hier können die Kinder in ansprechend gestalteter Lernumgebung ihre individuellen Fähigkeiten einbringen und nutzen. So wird jeder und jede hier den bestmöglichen Schulabschluss erlangen.“

Torsten vom Stein weist auf das farbenfrohe Logo der Schule hin, auf dem sechs bunte I’s zu sehen sind, die man mit etwas Fantasie als Menschen erkennt. „Das bildet die Vielfalt der Gesellschaft ab“, sagt vom Stein.

Anmeldeformulare für die Arbeitskreise sind gut gefüllt

Auf einem separaten Tisch liegen Anmeldeformulare zu diversen Arbeitskreisen innerhalb des Schulalltags bereit. Viele Namen stehen bereits darauf. Angeboten werden: Sozialkompetenz, Medienerziehung, Kultur, Vernetzung von Schule und Stadt und weitere. „Auch ist die Zusammenarbeit mit anderen Instituten geplant“, berichtet vom Stein. „Zum Beispiel mit der VHS, die ja direkt nebenan ist.“

Am Schulstandort Ost entsteht die erste Gesamtschule in Wermelskirchen in den Räumlichkeiten der langsam auslaufenden Sekundarschule. Der Schulstandort wird mit der Errichtung der Gesamtschule um einen Neubau erweitert. Ziel der städtischen Investitionen in die Gesamtschule ist es, eine räumlich und technisch moderne Lernumgebung für die Kinder herzustellen.

Torsten vom Stein macht keinen Hehl daraus, dass seine Karten für den Schulleiterposten gut sind. „Ich muss noch eine Prüfung ablegen“, sagt er. „Aber aufgrund der immensen Vorplanungen, bei denen ich federführend war, bis hin zur Planung der ersten beiden Jahre, sieht es ganz gut aus. Der Schulleiter wird Anfang des Schuljahres von der Schulkonferenz ernannt.“

Uwe Spindler, der bereits eine Gesamtschule geleitet hat, weist abschließend auf eine weitere Stärke der Gesamtschule hin. „Wir Lehrer haben die Chance, in den ersten beiden Jahren eine feste Klassengemeinschaft zu bilden. Und wenn wir sehen, dass zwei oder drei Schüler durch ihr Benehmen dabei sind, die Klassengemeinschaft zu zerstören, dann können wir auf der Gesamtschule da frühzeitig entgegenwirken. Denn eine Schule lebt von innen.“ Geht alles nach Plan, wird der erste Abitur-Jahrgang 2032 die Schule verlassen.

Anmeldung

Anmeldungen zur Wermelskirchener Gesamtschule (Weyersbusch 9) können in dieser Woche bis einschließlich Freitag erfolgen. Organisator Torsten vom Stein und sein Team stehen dafür täglich von 15.30 bis 18 Uhr bereit.

Generelle Fragen zur künftigen Gesamtschule Wermelskirchen beantwortet Torsten vom Stein in kurzen Videointerviews online auf der Homepage der Schule: Gesamtschule-wermelskirchen.com

Standpunkt von Nadja Lehmann: Fördern und Fordern

nadja.lehmann@rga.de

Eine Schule, in der die Schülerinnen und Schüler so lange wie möglich beieinander bleiben und lernen, macht Sinn. Denn um nach dem Leistungsprinzip in aller Härte auszusieben, ist es (leider) immer noch früh genug. Für alle sollte gelten: Sie werden gefordert, aber auch gefördert. Gefördert in den Bereichen, in denen es Schwächen gibt. Gefördert aber auch da, wo es Talent, Interesse und Begabung gibt.

Schule ist dann stark, wenn sie das Individuum erkennt und gleichzeitig auf die Kraft der Gruppe setzt. Ein Anspruch, der Lehrerinnen und Lehrern viel abverlangt. Gleiches gilt aber auch fürs Elternhaus. Das muss sich für eine gute schulische Laufbahn ebenso einbringen – als konstruktiver Part in der Erziehung.

Klingt nach theoretischem Traum? Vielleicht. Mit einer neuen Schule aber lohnt es sich, zu träumen. Gerade in einem Land, das im Bildungsbereich im Vergleich immer weiter abrutscht.

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