Debatte

Gesamtschule: Lück gibt Ruder ab

Der Erste Beigeordnete Stefan Görnert (l.) und Andreas Voß, Amtsleiter für Schule und Bäder.
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Der Erste Beigeordnete Stefan Görnert (l.) und Andreas Voß, Amtsleiter für Schule und Bäder.

Nach Ärger um Verfahren: Bürgermeisterin stellt klar, dass der Beigeordnete Stefan Görnert zuständig ist.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Ob das weitere Debatten ausschließt, bleibt fraglich. Nichtsdestotrotz zieht Bürgermeisterin Marion Lück mit einem Schreiben an die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen, das unserer Redaktion vorliegt, die Reißleine um Spekulationen rund um die Debatte zur Gründung der neuen Gesamtschule. In dem Brief bekräftigt die Bürgermeisterin: „Da es aufgrund der Bedeutung des Projektes für die Stadt Wermelskirchen besonders wichtig ist, dass der gesamte Prozess der Neugründung in keinster Weise belastet wird – und schon gar nicht von Spekulationen und Vermutungen – habe ich die Gesamtprojektleitung für das Projekt ‚Neugründung einer Gesamtschule‘ einschließlich der Pressearbeit auf Herrn Görnert übertragen.“

Damit bekräftigt Marion Lück, was durch die Ämterstruktur im Rathaus sowieso vorgegeben ist, denn das Schulamt gehört zum Dezernat des Ersten Beigeordneten.

Die Verwaltungschefin bekräftigt damit erneut, was sie bereits auf der jüngsten Schulausschusssitzung betont und zu einem Paukenschlag geführt hatte (wir berichteten). Dort sprach Stefan Görnert von der Zuständigkeit der Verwaltung, Marion Lück korrigierte und sagte, als es um die Einrichtung einer Arbeitsgruppe ging: „Das hat das Schuldezernat so entschieden.“ Diese Distanzierung löste eine Debatte um mangelnde Einigkeit innerhalb der Verwaltungsspitze zulasten der Entstehung der Gesamtschule aus (wir berichteten). Auf Nachfrage unserer Redaktion unterstreicht die Bürgermeisterin, dass die Klarstellung in dem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden aus ihrer Sicht sinnvoll sei, weil sie sich bislang intensiv in das Projekt Neugründung einer Gesamtschule eingebracht habe. Im Klartext: Das wird sie jetzt weniger intensiv oder gar nicht mehr tun. „Es gibt keine offenen Gräben. Es ist vollkommen normal, dass es in einem Entstehungsprozess unterschiedliche Meinungen zur Vorgehensweise geben kann. Viele Wege führen zum Ziel. Und dabei ist nicht ein Weg richtiger als der andere“, beschreibt Marion Lück die Situation innerhalb der Verwaltungsspitze. Vielmehr wolle sie ihr Schreiben als Vertrauensbeweis für das Schuldezernat und nicht als Kapitulation vor einer möglicherweise hitziger werdenden Auseinandersetzung verstanden wissen.

In ihrem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden verdeutlicht die Bürgermeisterin ihre Überzeugung, dass die Klarheit hinsichtlich der Aufgabenwahrnehmung und Verantwortlichkeiten dem Projekt förderlich sei: „Ich selber stand immer und stehe weiterhin uneingeschränkt hinter der Entscheidung für die Gründung einer Gesamtschule und bin überzeugt davon, dass wir die erforderlichen 100 Anmeldungen erreichen werden.“

Diese Zuversicht teilt der Vorsitzende des Schulausschusses, Jochen Bilstein (SPD), der ausreichend Zeit zur Information von Bürgern und vor allem der Eltern der derzeitigen Grundschüler in vierten Klassen sieht. „Ich bin mir sicher, dass der Beigeordnete Stefan Görnert und der Schulausschussvorsitzende Jochen Bilstein jetzt wohl mehr Gas geben“, kommentiert Oliver Platt (Büfo). „Wir werden das unterstützen. Alle müssen jetzt nach vorne gucken und die Sache zu einem Erfolg führen.“ Es sei nun alles gesagt, daran müsse ein Haken gemacht werden, meint der Büfo-Fraktionsvorsitzende und ordnet das Schreiben der Bürgermeisterin ein: „Das ist eine Klarstellung. Das davor war ein reinigendes Gewitter. Natürlich sind es Stefan Görnert und der Schulamtsleiter Andreas Voss, die die Gesamtschule an den Start bringen müssen.“

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